Benefizabend für die Freunde in Israel

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Ein Abend unter Freunden, im Zeichen von Hoffnung und Menschlichkeit. Bei der Charity-Gala gestern abend im Jüdischen Museum an der Lindenstraße trafen sich um 19 Uhr wahre Freunde des "Chaim Sheba Medical Centers Tel Hashomer", einem einzigartigen Krankenhaus in Tel Aviv, das Patienten aller Religionen behandelt. Von weit her kam ein Großteil der Gäste angereist, darunter Ehud Barak , der frühere Premierminister von Israel. Aus Monaco kam Charity-Lady Daniele Thoma mit Ex-RTL-Boß Helmut Thoma , die an der Cote d'Azur Benefizabende organisiert: "Ich hatte bisher das Glück, nie unter einer Million zu bleiben", zwinkerte sie fröhlich. Tchibo-Erbin Uta Herz kommt seit einer Einladung der verstorbenen Bundespräsidenten-Gattin Christiane Herzog regelmäßig: "Ich biete anfangs gern mit, um den Preis ein wenig hinaufzutreiben", verriet sie. Gespannt auf die Versteigerung, die Christies-Auktionator Andreas Rumbler leitete, war auch Autoverleih-Chefin Regine Sixt : "Mal sehen, wie unsere Mietwagen-Gutscheine weggehen." Selten zu Gast an der Spree erschienen auch Hergard Rohwedder , Witwe des ermordeten Ex-Treuhand-Chefs Detlev Rohwedder, die dem Jüdischen Museum sehr verbunden ist, und Elfi Wörner , Witwe von Ex-Nato-Generalsekretär Manfred Wörner: "Ich freue mich immer wieder in meiner Heimatstadt zu sein. Ich esse dann stets Currywurst, einmal in Steglitz und dann natürlich am Kudamm." Kurzfristig absagen mußte leider Ehrengast Dalia Rabin , Ex-Verteidigungsministerin von Israel und Tochter des verstorbenen israelischen Ministerpräsidentenpaares Yitzak und Lea Rabin.

Die strahlende Schirmherrin des Abends, First Lady Eva Luise Köhler , kam mit ihrem Mann, dem Bundespräsidenten Horst Köhler, zur mittlerweile 13. Benefiz-Gala , zu der der Förderverein der Freunde des Medical Centers um die Vorstandsvorsitzende Judit Edelstein geladen hatte. Erstmals fand die Gala 1992 im Hilton Hotel am Gendarmenmarkt statt, ab 1994 wurde im Schloß Bellevue gefeiert, immer auf Einladung des amtierenden Bundespräsidenten und dessen Ehefrau, immer ein gesellschaftliches und emotionales Highlight. So kamen im Laufe der Jahre für die Klinik in Tel Aviv mehrere Millionen Euro - mit Tombola und Versteigerungen nahezu eine halbe Million auf jeder Gala zusammen. In diesem Jahr fand der Benefizabend zum ersten Mal im Jüdischen Museum statt, der Empfang im Foyer, das Dinner im Konferenzsaal, den Peter Lübbert wunderschön mit orangefarbenen Blumen, hohen Silberleuchtern und Platztellern dekoriert hatte, auf denen Olivenzweige auf das Thema des Abends einstimmten.

Das Chaim Sheba Medical Center wurde durch den Gründungsvater Dr. Sheba ins Leben gerufen. Seine Vision war es, Menschen dieser Region - egal, welcher Religion oder Nationalität sie angehören - zu helfen. Es haben bereits viele medizinische Mitarbeiter des Medical Centers Menschen in Ländern der ganzen Welt geholfen, in Armenien, Sri Lanka, Tschernobyl, Gaza-Streifen und Ruanda, um nur einige zu nennen. Der Erlös des festlichen Abends, den Sandra Maischberger moderierte, ist für den Erweiterungsbau des Kinderkrankenhauses bestimmt. Dort soll das "Israel Center für angeborene Herzkrankheiten" eingerichtet werden, das jungen Patienten unabhängig von Herkunft, Nationalität und Religion offensteht.

Einer der Freunde von Chaim Sheba fehlte gestern abend: Altbundespräsident Johannes Rau . "Der Bundespräsident muß sich noch schonen. Es geht stetig aufwärts, aber er ist noch nicht wieder im Vollbesitz seiner physischen Kräfte", sagte sein Sprecher Rüdiger König . Rau hatte in den vergangenen Monaten mehrere Herz-OP. Er muß seine Kräfte einteilen - und wurde im Jüdischen Museum von seiner Ehefrau Christina vertreten.

F. v. Mutius, C. Schlag