Premiere

Dieter Wedel im falschen Film

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Barbara Jänichen

Regisseur Dieter Wedel wunderte sich gestern Abend bei der Premiere des Filmes "Berlin 36" mit Karoline Herfurth, Sebastian Urzendowsky und Axel Prahl im CinemaxX am Potsdamer Platz über das Blitzlichtgewitter.

"Welchen Film gibt es denn hier heute?" fragte er. Wedel, mit dunkler Sonnenbrille weiter: "Ich komme gerade aus dem Schneideraum meines neuen TV-Zweiteilers ,Mit Glanz und Gloria', habe schon viereckige Augen. Zur Entspannung wollte ich mir den neuen Tarantino-Streifen angucken, bin aber im falschen Kino gelandet. Ich werde mir nun diesen Film mit Interesse ansehen."

"Berlin 36" basiert auf eine wahre Geschichte. Darin geht es um die erfolgreiche jüdische Hochspringerin Gretel Bergmann. Sie galt bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin als Favoritin auf eine Goldmedaille. Doch die Nazis wussten ihren Sieg zu verhindern (die Berliner Morgenpost berichtete). Der Film startet am 10. September in den Kinos. Karoline Herfurth: "Ich habe mich für die Rolle sechs Wochen lang vorbereitet und mit Klaus Beer trainiert, der 1968 Silber im Weitsprung gewonnen hat. Zuletzt habe ich die 1,30 Meter übersprungen." Weiter sagte sie: "Dieser Film ist sehr wichtig, niemals darf so etwas vergessen werden, was damals passierte." Franz Dinda (spielt ihren Bruder) hielt die Nachbildung einer olympischen Medaille von 1936 fest in der Hand. "Ich sammle von allen meinen Filmen Requisiten." Glenn Lambert , der Sohn von Gretel Bergmann-Lambert , war aus den USA nach Berlin gekommen. "Meine Mutter hat den Film im Juni als Erste in New York gesehen, ist besonders von Karoline Herfurth angetan."

Auch Schauspieler Johann von Bülow (36) reiste für die Berliner Premiere extra an, unterbrach seinen Segelurlaub mit Ehefrau Katrin und Sohn Casper (5) am Gardasee, flog von Mailand nach Berlin. "Um dem Frühverkehr in Mailand und dem möglichen Stau zu entgehen, bin ich schon um fünf Uhr morgens an meinem Urlaubsdomizil losgefahren", erzählt der gebürtige Münchener, der seit zwei Monaten Neu-Berliner ist. "Unser neues Zuhause befindet sich in einem alten Fabrikgebäude in Mitte an der Grenze zu Prenzlauer Berg. Allerdings ist das Treppenhaus momentan noch eine Baustelle. Aber wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt endlich von Düsseldorf nach Berlin gezogen sind. Unser Sohn, der in zwei Wochen seinen sechsten Geburtstag feiert, wird nun in der Hauptstadt eingeschult", sagt Berlin-Fan Johann von Bülow. In dem Film "Berlin 36" verkörpert er den einstigen mehrfachen deutschen Zehnkampfmeister Karl Ritter von Halt, in der NS-Zeit Leiter des Fachamtes für Leichtathletik im "NS-Reichsbund für Leibesübung". Dieser fädelte seinerzeit die Intrige gegen Gretel Bergmann ein. Von Bülow: "Als ich zum ersten Mal die maßgeschneiderte SS-Uniform anzog, war mir sehr beklommen zumute."

Ist er mit Vicco von Bülow alias Loriot verwandt? "Schon, aber nur weitläufig. Am meisten beeindruckt mich an ihm diese Mischung von Preußentum und Lässigkeit".