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Spätes Bekenntnis: Nina Hagen hat sich taufen lassen

Rock-Röhre Nina Hagen hat sich am Wochenende in Niedersachsen taufen lassen. "Ich habe sie nach Schüttorf begleitet", bestätigte uns gestern ihr Manager Mabel Ascheneller. Es seien keine Familienmitglieder und keine Freunde dabei gewesen.

"Den Pastor Karl-Wilhelm ter Horst kennen wir schon Jahre, er ist auch ein Friedensaktivist." Nina Hagen ist nun Protestantin. "Die Gemeinde, in der die Taufe stattfand, ist eine basisorientierte. Da wird der Pfarrer von den Mitgliedern gewählt", so Ascheneller weiter. Gedanklich habe Hagen ihren Guru, mit dem sie in Indien öfter unterwegs gewesen sei, schon länger verlassen. Sie habe nach mehreren Enttäuschungen bei der Glaubenssuche, etwa ihrer Hinwendung zum Hinduismus, in der Gemeinde von ter Horst endlich eine "spirituelle Heimat" gefunden.

Nach der Taufe versprach die 54-Jährige, mehrmals im Jahr an den Gottesdiensten der evangelisch-reformierten Gemeinde teilzunehmen und im Gospelchor mitzusingen. In den Gesprächen vor der Taufe habe sich Nina Hagen als "vorzüglich vorbereitet" und sehr bibelfest erwiesen, lobte der Pfarrer. "Ich bin so dankbar und so glücklich! Gestern war mein Tauftag und es war am Heiligen Israel-Sonntag!", schrieb die Sängerin gestern auf ihrer Internetseite.

Die evangelische Kirche beleuchtet am Israel-Sonntag besonders das Verhältnis zwischen Christen und Juden. "Der Israel-Sonntag ist Nina besonders wichtig, weil viele ihrer jüdischen Vorfahren in Konzentrationslagern umgebracht wurden", sagte ter Horst.

Der Kontakt mit Hagen sei 2006 durch seine Kampagne für amerikanische Irak-Deserteure entstanden. Daraufhin habe die Sängerin bei einem Benefizkonzert in Schüttorf gesungen und dort nach und nach eine spirituelle Heimat gefunden. "Irgendwann fragte sie mich, ob ich sie taufen würde", so ter Horst.

In dem Gottesdienst wurden außer Hagen auch fünf Babys getauft. Die Gemeinde sei sehr erfreut über den prominenten Täufling gewesen. "Nina Hagen hat sich völlig zurückgehalten, die Feier ging ihr sehr nah", sagte der Geistliche. "Wenn sie sich schrill und aufgedreht gibt, spielt sie eine Rolle. Ich kenne sie als nachdenkliche Intellektuelle, die zu allen sehr freundlich ist."

Der Taufspruch Nina Hagens stammt aus dem Johannes-Evangelium und lautet: "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen".