Streit um Koproduzent Danon

Romy-Film: Catterfeld droht mit Ausstieg

Die Verfilmung des Romy-Filmes, der Kinoproduktion über das Leben der Ausnahmeschauspielerin Romy Schneider, muss eine weitere Verschiebung verkraften. Der Grund: Der französische Koproduzent Raymond Danon ist nach einem Streit mit seinem Hamburger Partner Douglas Welbat abgesprungen.

Der 80-jährige Danon, dessen Aufgabe es war, für das französische Kino die Persönlichkeitsrechte der noch lebenden Schneider-Lieben Daniel Biasini (Ex-Ehemann) und Alain Delon (Ex-Lover) zu sichern, erschien jüngst nicht zur geplanten Vertragsunterzeichnung im sonnigen Cannes.

Welbat ist es zwar gelungen, in dem Produzenten Emmanuel Schlumberger (aus dem Sekthersteller-Clan) einen neuen, französischen Partner zu finden. Doch unter diesen Umständen will Yvonne Catterfeld die Rolle der Romy nun nicht mehr spielen. "Sollten sich Herr Danon und Herr Welbat nicht arrangieren und Herrn Danon nicht der hauptverantwortliche Produzent sein, dann wird Frau Catterfeld die Rolle der Romy in dem Film nicht spielen", sagte uns gestern Catterfelds Manager Jürgen Otterstein. "Er ist als Oscar-Preisträger und Produzent vieler

Romy-Schneider-Filme eine Filmlegende in Frankreich und eine Garantie für Qualität."

Für Welbat (produzierte die erfolgreichen Otto-Filme "7 Zwerge"), der seit vier Jahren sein Herzblut und bereits mehr als 500 000 Euro in den "Romy-Film" gesteckt hat, ist Catterfeld nach wie vor seine "Lieblingsbesetzung". Klar, schließlich ähnelt die Berliner Sängerin und Schauspielerin der 1982 verstorbenen Legende verblüffend. Zehn Millionen Euro an Budget hat der Hamburger Filmproduzent jetzt zusammengesammelt, die Dreharbeiten könnten im August nach so vielen Verzögerungen nun endlich beginnen. Einen dritten Koproduzenten, aus den Niederlanden, gibt es auch: Matthijs van Heijningen, der sich in der Branche ebenfalls seit Längerem einen Namen gemacht hat. "Und den Weltvertrieb übernimmt Rezofilm, für Deutschland ist unser Partner die Warner Bros.", berichtete uns Welbat gestern. Ebenso, dass es ihm gelungen sei, mit Romy Schneiders Bruder Wolfdieter Albach - erstmals seit 60 Jahren - über seine Schwester zu sprechen. "Ich habe ihm das Drehbuch geschickt, um ihn zu fragen, ob er damit einverstanden ist. Wir wollen schließlich einen schönen Liebesfilm drehen und niemandem in der Familie wehtun", so Welbat. "Er rief mich an und sagte, er schätze unsere Arbeit sehr und freue sich auf den Film."

Zu Recht ist Welbat glücklich und auch stolz, nach so vielen Widrigkeiten - und trotz der Absagen sämtlicher Filmförderungsanfragen - mit seinem Baby jetzt endlich beginnen zu können. Eigentlich. Denn nun ist die Besetzung der Hauptrolle mehr als wackelig geworden. Nicht nur, dass Catterfeld ohne den Franzosen Danon als Produzenten nicht an den Set will. "Wir haben inzwischen unsere eigene Planung für den Herbst gemacht. Frau Catterfeld dreht ab Anfang Oktober bis Weihnachten parallel einen Kinofilm und einen TV-Film für Sat.1", so Manager Otterstein.

Eines Tages die Romy zu spielen, eine der schillerndsten deutschen Aktricen und dazu eine unglaubliche Person der Zeitgeschichte, das bliebe für Catterfeld aber sehr wohl interessant, so Otterstein. Ob es Pläne gibt, mit Danon und Biasini ein eigenes Projekt ohne Hamburger Beteiligung umzusetzen? Auf die Frage antwortete Otterstein reserviert. Es gebe keine Gespräche, aber es lohne sich über diese Dinge nachzudenken, denn über Romy Schneider könne man durchaus mehr als einen Film drehen.