Lisa Martinek

Kleidertausch und geheimes Ja-Wort

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Verliebt, verlobt, verheiratet - und verfolgt. Seitdem Schauspielerin Lisa Martinek vor einem knappen Jahr zum zweiten Mal "Ja" gesagt hat, wird ihr eine Frage stets und ständig gestellt: die nach dem Kinderwunsch. Und ebenso stets und ständig antwortet die 38-Jährige dann nichts oder ausweichend augenzwinkernd: "Erst legen, dann gackern."

Die Wahl-Müncherin ist glücklich mit dem Schauspieler und Produzenten Giulio Ricciarelli , auch ohne Nachwuchs. Die Mutterrolle spielt sie derzeit nur im Fernsehen, und da mit großen Problemen. In "Meine Tochter nicht!" (13. April, 20.15 Uhr, Sat.1) versucht sie verzweifelt, ihr Kind aus dem Drogensumpf zu ziehen. Eine ganz neue Erfahrung, Lisa Martineks Kontakte zu Rauschmitteln sind übersichtlich: "Mit 22 habe ich mal gekokst - als ich meine Zwischenprüfung an der Hamburger Hochschule für Musik und Darstellende Kunst bestanden habe", gesteht Lisa Martinek. Und kurz zuvor hätte sie auch mal vergeblich versucht, sich das Rauchen anzugewöhnen: "Weil ich es cool fand. Morgens in der Küche sitzen, eine Tasse schwarzen Kaffee trinken und eine Zigarette rauchen." Als Schauspielschülerin fand die gebürtige Stuttgarterin, dass das ein schönes Bild sei: "Ich wollte es gar nicht vor anderen machen, nur für mich. Damals dachte ich, Theater spielen und sich kaputt machen gehören zusammen. Ein pubertärer Gedanke."

In der Pubertät selbst war die "Spätzünderin" noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Morgens auf dem Schulklo hat Lisa Martinek nämlich nicht heimlich geraucht, sondern fleißig getauscht - Klamotten mit der besten Freundin. Ein großer Spaß. Ihre Mutter war darüber weniger erfreut. "Sonst war ich aber brav. Ich habe seit meinem siebten Lebensjahr professionell Ballett getanzt, da verpasst man viel von der Rebellionsphase." Die kam - wie schon erwähnt - später, mit 20 und dann richtig. Da heiratete Lisa Martinek zum ersten Mal. Heimlich, in Hamburg.

Die Ehe mit dem Schauspieler und Regisseur Krystian Martinek ist sie aber nicht im Überschwang der Gefühle eingegangen, wie man leichtfertig vermuten könnte. "Das war eine ganz klare Entscheidung, zu der ich nach wie vor stehe. Deshalb habe ich ja auch als Künstlerin den Namen 'Martinek' behalten", erklärt die Schauspielerin. "Ich wollte mir da nur nicht reinreden lassen. Im Nachhinein war das saublöd und es tut mir sehr leid für meine Eltern."

Die haben ihrer Tochter längst verziehen und sehen sie nicht nur zu Hause gern, sondern auch im Fernsehen. Im April haben sie dazu jede Menge Gelegenheiten. Da finden wahre Martinek-Festspiele statt, auf allen Kanälen. Außer in "Meine Tochter nicht!" ist die Künstlerin am 17. April in "Das Duo" zu sehen (20.15 Uhr, ZDF); am 19. April spielt sie in "Das böse Erwachen" (20.15 Uhr, ZDF) mit und am 25. April im "Tatort" (20.15 Uhr, ARD). Nach den Oster-Feiertagen beginnen die Dreharbeiten für zwei weitere "Duo"-Folgen.

Seit 2006 spielt Lisa Martinek an der Seite von Charlotte Schwab die Kommissarin Clara Hertz. Die erfolgreiche TV-Ermittlerin ist im wahren Leben selbst einmal Opfer geworden: "Ein Drogenabhängiger ist in meine Wohnung in Hamburg eingebrochen. Ich kam aus dem Schwedenurlaub zurück und plötzlich klebte an meiner Tür ein Polizeisiegel." Sie stellte fest, dass Schmuck fehlte. "Das war eine extremst unangenehme Erfahrung", erinnert sich Martinek. Ein Schock, trotzdem ist sie nicht übervorsichtig, kann nach wie vor vertrauen. Nur beim Thema Haare ist sie "krüsch", wie der Hamburger zu "etepetete" oder "eigen" sagt; und deshalb fährt sie nach Berlin. Ausnahmslos zu Friseur Max Höhn . Da ist es praktisch, dass sie eine Wohnung in Berlin-Mitte hat.