Fernsehen

Kinderhilfe unterstützt "Die Super Nanny"

Seit fünf Jahren hilft Katharina Saalfrank überforderten Eltern beim Kampf mit schreienden Töchtern und prügelnden Söhnen. Die Mütter und Väter lieben sie dafür. Viele Pädagogen finden "Die Super Nanny" (mittwochs, 20.15 Uhr, RTL) allerdings gar nicht super.

Pünktlich zum Start der sechs neuen Folgen bekam die RTL-Gouvernante jetzt unerwartete Schützenhilfe im Kampf gegen die Kritiker - von der Deutschen Kinderhilfe. "Es bedarf angesichts der massiven Zahl von überforderten Eltern und der damit einhergehenden Vernachlässigung von Kindern neuer Wege", sagte Georg Ehrmann , Vorstandsvorsitzender des in Berlin ansässigen Vereins. "Die Super Nanny sensibilisiert die gesamte Gesellschaft für Erziehungsthemen und errichtet keine sozialen und bildungsbezogenen Barrieren." Die Sendung entspreche "dem gesellschaftlichen Bedarf nach Erziehungsberatung" und ermutige Eltern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Vorfeld der Ausstrahlung hatten andere Einrichtungen die Sendung erneut scharf kritisiert. Der Deutsche Kinderschutzbund rügte drastische Szenen und erinnerte an die Probleme für die Betroffenen, die nach der Ausstrahlung ungelöst bestehen blieben. Die Landesmedienanstalten forderten von den Sendern eine Selbstverpflichtungserklärung, wonach bei Dokusoaps und Castingshows die Regeln der Menschenwürde einzuhalten seien.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes "TV-Super-Nannys" der Universität Wien aus dem Jahr 2006 belegen dagegen laut Kinderhilfe die positiven Folgen der Sendung: Die "Super Nanny" erhöhe die Bereitschaft der Eltern, sich an eine professionelle Erziehungsberatung zu wenden. Zugleich wachse die Sensibilität für Erziehungsthemen im Allgemeinen.