Gerit Kling: "Gute Ehe ist harte Arbeit"

Sie ist von Hause aus vermögend, hat aber keinen Beruf, ist einsam und ohne Freund: Als Single-Frau Susanne in dem Stück "Shoppen" (Bühnenfassung von Jürgen Popig nach dem Drehbuch des gleichnamigen Films von Ralf Westhoff), das am 10. Mai im Theater am Kurfürstendamm Premiere hat, ist die Berliner Schauspielerin Gerit Kling (43) auf der Suche nach der großen Liebe.

Privat hat sie den Richtigen längst gefunden: Seit 2001 ist die Film-, TV- und Theaterdarstellerin mit dem HNO-Arzt Stefan Henning (46) verheiratet. Er hat seine Praxis ganz in der Nähe des Theaters, sodass sich beide während der Probenzeit auch tagsüber kurz sehen können. Ihr eigentliches Zuhause ist in Wilhelmshorst bei Potsdam. "Das Wichtigste in einer Partnerschaft ist Humor", betont Gerit Kling und resümiert: "Eine gute Ehe ist harte Arbeit. Liebe ist Kampf." Erfahrungen als Single hat sie keine. "Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich in festen Beziehungen. Mit meinem ersten Freund war ich acht Jahre zusammen." Die Beziehung mit Partner Nummer zwei, dem Schauspieler Matthias Wien (Vater ihres Sohnes Leon ), dauerte 12 Jahre. "Und dann traf ich im Hotel "Adlon" meinen späteren Ehemann. Ich spürte sofort, diesen Mann möchte ich heiraten."

Er muss ähnlich empfunden haben - denn nach drei Monaten war Hochzeit. Auch bei ihnen habe es schon mal Krisen gegeben. "Es wird immer so sein, dass der Partner oder die Partnerin andere Erwartungen hat. Doch niemand ist der Besitz des anderen. Man muss in einer Ehe auch mal sauer und bockig sein dürfen, durchaus auch mal sagen ,Morgen ziehst du aus'", sagt die temperamentvolle Schauspielerin, die jedoch betont: "Nein, an Scheidung habe ich nie gedacht. Ich bin eine Kämpferin, keine Schnellaufgeberin." Aufgeben - das ist für sie auch in beruflicher Hinsicht kein Thema. So, als es um das Theaterstück "Shoppen" ging. Gerit Kling: "Nach den Dreharbeiten des Films ,Am Kap der Liebe - Unter der Sonne Uruguays' sah ich auf dem Rückflug nach Deutschland im Flugzeug den Kinofilm ,Shoppen' und dachte, das müsste man auf die Bühne bringen."

Kaum in Berlin, bekam sie einen Anruf von Regisseurin Katja Wolff , die ebenfalls von dem Leinwandhit (Bayerischer Filmpreis) begeistert war. Kurz entschlossen rief Gerit Kling den Regisseur Ralf Westhoff an, "der schließlich seine Zusage für eine Bühnenfassung gab".

Und weil sie die traditionsreichen Kudamm-Bühnen, die vom Abriss bedroht sind, und deren Direktor Martin Woelffer unterstützen will, "arbeiten wir alle für viel weniger Gage. Es ist eine Herzenssache, hier auf der Bühne zu stehen."

Theaterspielen, das sei für sie "elementar wichtig". Die letzten zehn Jahre hat Gerit Kling fast ausschließlich für Film und Fernsehen vor der Kamera gestanden, wobei manche Dreharbeiten eher an Abenteuer erinnern. So stand die Crew bei der ARD-Produktion "Am Kap der Liebe - Unter der Sonne Uruguays" (am 24. April um 20.15 Uhr) vergeblich am Pier, wartete auf das Schiff "Rheingold", auf dem viele Szenen spielen. "Doch es war kein Schiff in Sicht. Der südamerikanische Besitzer hatte sich das anders überlegt. Der Regisseur musste ein neues Schiff besorgen, der Dreh um zwei Tage verschoben werden. Außerdem gab es keinen Aufnahmeleiter, Uruguay ist eben kein Filmland. Dafür bekommen die Zuschauer viele Eindrücke von Land und Leuten zu sehen." Mit ihrer Schwester Anja Kling gibt es ebenfalls neue Pläne: "Im Herbst drehen wir den ZDF-Film ,Meine Schwester, mein Leben'. Mit ihr zu arbeiten, ist das Schönste überhaupt. Denn wir sind nicht nur Schwestern, sondern auch beste Freundinnen."