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Musikalischer Flirt unter Freunden

Auch alte Freunde entdecken hin und wieder ganz neue Seiten aneinander. An einem Abend im September 2008 trafen sich Thomas Anders und Sandra zufällig im Strandlokal "Jimmys Finest" auf Ibiza. Er war mit seiner Familie zum Essen da, sie mit ihrem neuen Freund Olaf Menges.

Die beiden Musik-Ikonen der Achtziger prosteten sich erst zu, rückten dann die Tische zusammen und kamen nach längerer Zeit wieder intensiv ins Gespräch. Sie redeten über die Familien, neue Song-Ideen und die alten Zeiten. "Wir haben zusammen gegessen, und plötzlich sagte Sandra: 'Weißt Du eigentlich, dass wir noch nie zusammen gesungen haben?'", erinnert sich Thomas Anders.

Sängerin Sandra arbeitete gerade an ihrem neuen Album "Back To Life" (ab morgen im Handel) und machte Thomas Anders mit "The Night Is Still Young" ein verführerisches Duett-Angebot, das der 46-Jährige zwei Tage später bereitwillig annahm. Drei Minuten und zwanzig Sekunden dauert die laszive Liaison der beiden, die laut Thomas Anders das Potenzial zum Sommer-Hit 2009 hat: "Der Song ist schön, spanisch und rhythmisch." Die Partystimmung sieht man auch im Video zum Song, das in der vergangenen Woche vor Ibiza gedreht wurde. Darin fahren Sandra und Thomas Anders auf einer Motorjacht zu einem alten Segelschiff. Dort feiern sie mit 35 Leuten eine spritzige Sommerparty. "Wir hatten super Glück mit dem Wetter. Das einzig Anstrengende war, den Titel 30- bis 40-mal singen zu müssen", sagt Thomas Anders. Er arbeitet gerade an seinem eigenen Album "Good Karma", das im Spätsommer erscheinen soll: "Das ist Dance-Pop, man könnte sagen 'Kylie Minogue meets Modern Talking'." Privat hört der Smooth-Jazz-Fan seine eigene Musik nur bedingt: "Das hört man, wenn es fertig ist. Aber dann legt man es auch mal weg. Ich finde schließlich immer etwas, das ich verbessern könnte." Auch den Hits von Modern Talking begegnet er meistens nur zufällig im Radio, ist dann überrascht: "Manchmal denke ich 'Oh, den Titel gibt es ja auch noch. Das habe ich ja auch mal gemacht.'" Nur "You 're my heart, you 're my soul" wird er nie vergessen: "Dieser Song hat schließlich mein Leben verändert."

Eine erneutes Revival mit seinem einstigen Partner Dieter Bohlen hält er aber für ausgeschlossen. "Jeder von uns ist happy mit dem Leben, das er führt. Wir haben beide unsere Nische gefunden. Man sollte das Projekt einfach in guter Erinnerung behalten." Lieber gibt Thomas Anders sein musikalisches Wissen an Sohn Mick Alexander weiter. Der Sechsjährige spielt seit Neuestem Klavier. "Freiwillig", wie der stolze Vater betont. Er freut sich über das musikalische Interesse, fände es aber gar nicht witzig, seinen Filius später mal in einer Castingshow wie "Deutschland sucht den Superstar" zu sehen. "Das Sendeformat ist großartig, aber es wird kein Superstar gesucht. Sie brauchen jemanden, der für die Zeit der Staffel das Format trägt. Der wird dann noch eine Zeit lang mit durchgezogen und dann kommt die neue Staffel mit neuen Gesichtern. Durch diese Shows haben immer mehr Menschen das Gefühl, sich ebenfalls präsentieren zu müssen. Man muss schrill sein, bescheuert sein, einfach aus dem Rahmen fallen. Der Gesang ist oftmals zweitrangig." Thomas Anders glaubt an den harten Weg zum Erfolg. Er selbst brauchte 15 Jahre bis zum ersten Hit und schaltet, wenn überhaupt, nur die "Popstars" ein: "Da hat man das Gefühl, dass da Leute wirklich aufgebaut werden. Man sieht, dass da Arbeit und Schweiß dahinterstecken." Auch Kochshows kann er nicht viel abgewinnen.

Er steht lieber selbst am Herd. "Kochen beruhigt, aber ich bin nicht der Obergourmet." Bekannt ist er für seine Penne Arrabiata. Für die Tomatensoße à la Anders röstet er Zwiebeln, Knoblauch und getrocknete Chilischoten in Olivenöl, gibt passierte Tomaten dazu und würzt mit Kräutern und Wermut. "Viele Restaurants schütten einfach nur Tabasco rein. Das ist meines Erachtens falsch." Das Ergebnis ist sehr lecker und fast so scharf wie sein neuer Song.