Prominente

Party-Panne bei Echo-Verleihung

| Lesedauer: 3 Minuten
Barbara Jänichen, Anja Popovic

Die Nacht nach der "Echo"-Verleihung, Backstage in der O2 World. Bono von U2 sah durch seine orangefarben getönte Sonnenbrille, wie eine ihm unbekannte Blondine zwecks gemeinsamer Fotoerinnerung auf ihn zusteuerte, Paul Potts zeigte stolz einen blauen Buddy-Bären herum, den er geschenkt bekommen hatte, und Dave Gahan von Depeche Mode ärgerte sich über einen Fotografen, der ihn abpasste.

Auch Katy Perry war schon durchgerauscht. Gesichtsausdruck: leidend. Eine Assistentin trug der kränkelnden Sängerin die Schleppe des knallgelben Kleides.

All dies konnten die 3000 geladenen Gäste der "Echo"-Aftershowparty nicht sehen. Dafür waren viele von ihnen live dabei, als vor dem "Postbahnhof" am Ostbahnhof gar nichts mehr ging. Nach Mitternacht verkündeten dort Türsteher, dass "45 Minuten lang niemand mehr eingelassen wird". Selbst die Scorpions um Klaus Meine, die gerade erst mit dem "Echo" für ihr Lebenswerk geehrt worden waren, sah man umherirren. Für die Wartenden reichten die wenigen aufgestellten Schirme bei Weitem nicht aus - viele mussten im Schneeregen stehen. Als dann doch wieder Gäste zur Party vorgelassen wurden, hatte die Garderobe "die Anweisung, keine Mäntel mehr anzunehmen". Wer bleiben wollte, musste seinen Mantel oder seine Jacke mit ins Party-Gedränge nehmen.

Das Ambiente: weiße Lounge-Ecken, runde Stehtische, verschiedene Bars, Lichtspiele in Lila, Blau und Rot, von Rauchverbot keine Spur und auf der Tanzfläche ein heftigst miteinander flirtendes Paar - Helene Fischer und Florian Silbereisen. Sie umtanzte ihn, er umschmeichelte sie. Flüstereien und Küsse in und auf die Ohren, tiefe Blicke wie für einen Heftchen-Liebensroman ersonnen. Kaum wagte man zu stören. Ob es Hochzeitspläne gebe? "Nein, zurzeit nicht", sagte Helene Fischer. Und umtanzte ihren Schlagermoderator noch heftiger. Wenig später ein Wiedersehen mit Klaus Meine, der es offenbar doch noch geschafft hatte, an der Party teilhaben zu können.

Der Sechzigjährige mit dem alterslosen Lederhosen-Mützen-Image schwelgte, auf einem weißen Sofa sitzend, in Erinnerungen: "Damals sind wir in Berlin zum Auftritt immer mit einem uralten, klapprigen VW-Bus zur Dachluke gefahren." Dann machte er seiner Ehefrau Gaby eine Liebeserklärung: "Wir sind seit 1977 verheiratet. Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft. Sie hat mir immer den Rücken freigehalten. Durch sie habe ich nie die Bodenhaftung verloren."

Udo Lindenberg inszenierte nach seinem Bühnen-Auftritt derweil einen weiteren bei der Aftershowparty. Mit seinem "Echo"-Preis im Blick und einer Zigarre in der Hand hielt er an einem Stehtisch für die drängelnden Fotografen Hof. Was Lindenberg über Erfolg denkt? "Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man ihn nicht hat. Das macht einen umso dankbarer, wenn es dann wieder läuft." Auf seinen "Echo"-Gewinn reimte er: "Das hat mich vor Glück nicht besoffen, sondern betroffen gemacht. Immerhin habe ich bereits vor 17 Jahren einen 'Echo' für mein Lebenswerk bekommen."

Popsängerin Jeanette Biedermann, die im "Postbahnhof" in ihren 28. Geburtstag hineinfeierte, wurde beim "Echo" diesmal nicht auszeichnet. Auch für ihr Outfit (80er-Jahre-Madonna-Schick) hätte sie keinen Preis gewonnen - ebenso wenig für die Einblicke, die sie zeitweise gewährte. In Jeans kann man so sitzen, mit einem Kleid sollte man die Knie zusammenhalten. Eleganter das Erscheinungsbild von Schauspielerin Stephanie Stumph. Sie kam in einem pink-lilafarbenen Kleid mit Bustier-Oberteil. "Ich mache die ganze Nacht durch", sagte sie tapfer. "Morgens um sechs Uhr werde ich zu Dreharbeiten abgeholt." Die TV-Komödie, für die sie gestern in Leipzig vor der Kamera stehen sollte, heißt "Väter werden ist nicht schwer".