Film

Heike Makatsch als Knef - Nur die hohe Stimme irritiert

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Barbara Jänichen

Wer die ersten Trailer-Aufnahmen der mit Spannung erwarteten Filmbiografie "Hilde" mit Heike Makatsch (36) in der Hauptrolle über das Leben des großen Nachkriegsstars Hildegard Knef sieht und hört, ist etwas irritiert. Denn Makatsch' Stimmlage ist weitaus höher und klingt so gar nicht wie jene der erotisch angehauchten, rauchig-dunklen Originalstimme der Knef. Paul von Schell (63), Witwer der im Jahr 2002 verstorbenen Künstlerin, sagte uns gestern dazu: "Es klingt wirklich anders, höher. Das muss man aber akzeptieren. Hilde hatte so eine Ausnahmestimme, die bei einer anderen Darstellerin nicht zu finden war. Heike Makatsch überzeugt jedoch sehr in ihrer Darstellung." Er muss es wissen. Paul von Schell war fast 25 Jahre lang mit Hilde Knef verheiratet. Der Witwer, der in seiner 45-jährigen Freundin Gabriele vor einigen Monaten eine neue Partnerin fand ("Wir sind noch zusammen, sehen uns regelmäßig, es ist schön, nicht mehr allein zu sein") erwartet die Weltpremiere des Films "mit großer Spannung".

Gezeigt wird der Streifen des renommierten Regisseurs Kai Wessel erstmals am 13. Februar im Berlinale-Spezialprogramm. Das "Berlinale-Special" zeigt nach Angaben des Festivals außergewöhnliche Neuproduktionen und aktuelle Werke zeitgenössischer Filmemacher. Ab März wird der Film deutschlandweit in den Kinos laufen. In dem Leinwand-Opus über die herbe Schönheit Hilde Knef, die in den 50er- und 60er-Jahren im Kino die Männerwelt verzauberte und in den USA auch als Musicaldarstellerin große Erfolge feiern konnte, spielen weitere namhafte Schauspieler mit: Monica Bleibtreu verkörpert Knef-Entdeckerin Else Bonners aus Berlin, Michael Gwisdek Knefs Großvater; Hans Zischler stand als legendärer Produzent Erich Pommer vor der Kamera, und der britische Jungstar Dan Stevens mimt David Cameron, den zweiten Ehemann der Knef. Mit ihm war sie 14 Jahre lang (1962-1976) verheiratet, er ist auch der Vater ihrer Tochter Christina.

Für einige der Film-Szenen in "Hilde" wurden am Set unter anderem die Mauer mit Stacheldraht und das alte Warnschild "Sie verlassen jetzt den amerikanischen Sektor" wieder aufgebaut. Bei Aufnahmen auf der Glienicker Brücke durfte sich Heike Makatsch als "Knef" auch hinter das Steuer eines Cadillac setzen. Für ihre Rolle hat sie auch einige Knef-Songs mit der WDR-Bigband neu aufgenommen. Der historische Bogen des Films spannt sich von der 17-jährigen Knef als Ufa-Entdeckung bis zum gefeierten Chanson-Star Mitte der 60er-Jahre.

Über ihre Rolle sagte Heike Makatsch in der Süddeutschen Zeitung: "Was die Gesten und Manierismen der Knef betreffen, ist mir klar, dass sie im Gedächtnis vieler Menschen lebendig ist." Sie spüre "eine positive Aufregung um den Film", und natürlich gehe es ihr darum "diese Essenz zu treffen". Die junge Knef habe sie viel freier interpretiert. "Ich denke, man wird Hilde in Teilen des Films sehr gut wiedererkennen. In allen anderen Teilen sieht man dann eine junge Frau, die keinem bekannten Medienbild entspricht, sozusagen meine eigene Hilde." Zuletzt war Heike Makatsch in der Rolle als "Margarete Steiff" aufgefallen und für den "Emmy" nominiert.