Herbert Grönemeyer zieht nach Berlin

Der in London lebende deutsche Popstar Herbert Grönemeyer (50) zieht wieder nach Berlin.

Berlin/London - Der in London lebende deutsche Popstar Herbert Grönemeyer (50) zieht wieder nach Berlin. Das sagte uns gestern seine Sprecherin Claudia Kaloff und bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Vanity Fair". Grönemeyer: "Berlin ist mein Ziel. Die Stadt ist groß, hat viel Himmel, breite Straßen. Es riecht nach Meer, weil es viel Wasser hat", schwärmt er weiter. "Sein Haus in Berlin hat er nie aufgeben", so seine Sprecherin gestern gegenüber dieser Zeitung. Besonders liebe er die Grünflächen zwischen dem neuen Hauptbahnhof und dem Regierungsviertel. Am 13. Juni können ihn seine Berliner Fans im Olympiastadion erleben.

Wenn seine Tochter Marie (18) in diesem Jahr in England ihre Schule mit dem Abitur beendet, würde einem Umzug in die deutsche Hauptstadt nichts mehr im Wege stehen. "Ich gehöre nach Deutschland, auch wenn ich mich in London sehr wohl fühle."

Grönemeyer hat bis 1998 in Zehlendorf gelebt. Im November desselben Jahres starb seine Frau, die Schauspielerin Anna Henkel, in Kiel an Brustkrebs. Grönemeyer zog mit Sohn Felix (heute knapp 20 Jahre alt) und Tochter Marie nach London, versuchte fernab von Deutschland seine Trauer zu verarbeiten. Über die "große Krise" seines Lebens (zwischen dem Tod seiner Frau und dem seines Bruders, des Galeristen Wilhelm Grönemeyer, lagen nur wenige Tage) sagte der Musiker in Vanity Fair: "Natürlich ist das ein Teil meines Lebens, das mich sehr geprägt hat, das hat eine Furche hinterlassen im Stamm, die du mitträgst, aber du wächst weiter. Das ist ein Teil von mir, das habe ich jetzt akzeptiert."

Grönemeyer ist ein Verfechter des entspannten Patriotismus. Er habe die Fußball-Weltmeisterschaft in England erlebt, "die kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus, das ging mir wie Öl runter. Wir sind viel lässiger geworden."

Heute wird in Köln sein neues Album mit dem Titel "12" vorgestellt. Seine Konzerttour beginnt am 24. Mai in Leipzig und endet am 27. Juni in Bern. "Ich will raus, ich muss singen. Da ich keine Lust habe, immer die alten Lieder zu singen, muss ich mich um neue kümmern", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Schweigen könne er schwer. "Ich rede ja ganz gern, und manchmal leider auch gern viel. Aber ich werde immer singen, das wird sich nicht verhindern lassen."

Über die Zeitspanne von fast fünf Jahren bis zu seinem neuen Album merkt er an: "Ich kann mir die Zeit nehmen, die ich brauche. Ein Luxus und eine gefährliche Freiheit." Über den etwas ungewöhnlichen Titel "12" heißt es: "Zwölf ist eine wichtige Zahl. Es ist meine zwölfte Studioplatte, ich habe an einem 12. Geburtstag. Und in der chinesischen Zahlenmythologie ist die Eins der Mann, Zwei ist die Frau. Die Quersumme Drei sind das Kind und das Glück." Wenn er sich ans Klavier setzt, um neue Titel zu schreiben, "mache ich das ohne Plan. Ich schreibe Musik so, wie ich mir die Zähne putze oder ein Brot schmiere."

Gibt es für ihn eine bestimmte "Textschreibdroge", auf die er in der Kreativkrise zurückgreifen könnte? Der Künstler im "Spiegel": "Es gibt diesen Moment, wo du loslegen möchtest und nicht kannst. Denn es ist ein Kampf, die Zeilen aufs Papier zu bringen." Beim neuen Album "12" habe ihm da das eine oder andere Glas Rotwein geholfen.

Barbara Jänichen