Im Reich der Sinne gibts Grünen Tee zum Mondkuchen

Bunte Papierdrachen als Wandschmuck, chinesische Spezialitäten, deren Duft verführerisch durch die Räume zog. Chinesische Künstler, die auf traditionellen Instrumenten spielten und Grüner Tee (Slogan: «Entspannt im Reich der Sinne») neben Mineralwasser, Bier, Weiß- und Rotwein unter den zahlreich angebotenen Getränken: Wer am Donnerstagabend in der Hamburgischen Landesvertretung an der Jägerstraße in Mitte zu den rund 800 Gästen von Ole von Beust gehörte, bekam unweigerlich Fernweh. Denn Hamburgs Erster Bürgermeister bat zusammen mit Staatsrat Reinhard Stuth zum «Chinesischen Mondfest».

Die Stadt an der Alster gilt als Chinas Brückenkopf in Europa, Hamburg ist mit mehr als 230 Unternehmen die europäische Stadt mit den meisten chinesischen Firmen. 800 Firmen in Hamburg pflegen zudem Beziehungen zu China. Das Fest, zu dem sich Familien in China symbolisch einen Mondkuchen (Füllung: Eigelb) teilen, gehört seit dem 14. Jahrhundert zu den wichtigsten Festen des Landes. Nach dem chinesischen Bauernkalender leuchtet der Vollmond am 15. Tag des achten Mondes so hell wie sonst nie im Jahr. Um jene Bedeutung wusste auch auf Anhieb Hamburgs Ex-Bürgermeister Hans-Ulrich Klose, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Er war schon drei Mal in Peking, «leider ohne meine Frau.»

Klaus Bresser , von Sonntag an neuer n-tv-Moderator («Talk in Berlin»), erinnerte sich an eine ZDF-Dienstreise, die ihn 1988 nach Peking, Shanghai und Tibet führte: «In Tibet war es besonders schwierig beim Drehen. Am Ende stellte ich entsetzt fest, dass das chinesische Team keinen Ton aufgenommen hatte», erinnerte sich Bresser. Weitere Gäste: Anke Fuchs, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Christa Sager, mögliche neue Fraktionssprecherin der Grünen im Bundestag, und Fernseh-Autor Wolfgang Menge , der für die «WELT» in den 50er-Jahren auch aus Hongkong berichtete. Barbara Jänichen