Streit um die Friedensgala «Cinema for peace»

Die Friedensgala «Cinema for peace» im Februar dieses Jahres im Konzerthaus am Gendarmenmarkt war der gesellschaftliche Höhepunkt in Berlin. Mit Catherine Deneuve als Schirmherrin und einer Gästeliste, die nicht hochkarätiger hätte sein können, wurde das rauschende Fest sogar als Mittelpunkt der Berlinale gefeiert. Mario Adorf , Jette Joop , Boris Becker , Iris Berben , Donald Sutherland , Gloria Fürstin von Thurn und Taxis , Nadja Auermann - sie alle kamen ins Konzerthaus. Über den Vorbereitungen zur zweiten großen Friedensgala, die am 10. Februar 2003 stattfinden soll, sind nun dunkle Wolken aufgezogen. Interne Streitigkeiten haben dazu geführt, dass hochrangige Komitee-Mitglieder und Filmexperten wie Regisseur Volker Schlöndorff und Columbia-Tristar-Chef Jürgen Schau ausgetreten sind. Es gibt Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit und Rollenverteilung der Initiatoren und Organisatoren Isa Gräfin Hardenberg («Hardenberg Concept») und Jaka Bizilj («Star Entertainment»). Auf der einen Seite stehen da Vorwürfe der Selbstdarstellung im Raum, auf der anderen Seite Missmut über Pläne, die Gala im Alleingang durchziehen zu wollen. Beide Parteien erhalten Rückendeckung. Gräfin Hardenberg beispielsweise von Jürgen Schau und Volker Schlöndorff.

«Ich werde nicht mehr aktiv im Komitee zur Verfügung stehen», sagt Jürgen Schau. «Mir hat die Art und Weise nicht gefallen, wie da mit Menschen umgegangen wurde, die sich intensiv für den guten Zweck eingesetzt haben. Da wird in einer Liga gespielt, in der ich nicht zu Hause bin. Der Enthusiasmus, mit dem wir alle bei der ersten Gala eingestiegen sind, ist genommen. Es sieht so aus, als wolle Herr Bizilj die Veranstaltung alleine durchziehen.» Auch Volker Schlöndorff ist aus dem Komitee ausgestiegen: «Solange Herr Bizilj dabei ist, will ich mit der Gala nichts mehr zu tun haben. Mir gefiel sein Umgangston und seine Arroganz nicht. Es ist geradezu ein Witz, aus einer karitativen Veranstaltung ein Business zu machen. Herr Bizilj wollte bestimmen, wer dazugehört und wer nicht. Niemand kann sich aber anmaßen, die Besitzrechte an dieser Veranstaltung zu beanspruchen. Wir alle haben viel dafür gemacht, jede Menge Künstler dazugebracht.»

Jaka Bizilj wiederum erhält Rückendeckung von Ingrid Rexrodt , die ebenfalls zu den Initiatoren der Gala gehört. «Es gibt keinen Streit, nur eine Meinungsverschiedenheit. Herr Bizilj ist der Veranstalter, trägt das volle finanzielle Risiko und macht seinen Job sehr gut. Wir haben nach wie vor viele gute Leute im Komitee. Zum Beispiel Bob Geldof , Karl Lagerfeld , Hans-Dietrich Genscher , Catherine Deneuve und Iris Berben», sagt Ingrid Rexrodt. Isa Gräfin Hardenberg möchte zu dem ganzen Thema nichts sagen. «Ich möchte dazu keine Stellung nehmen. Ich wünsche mir, dass die Gala, die mit so viel Engagement begonnen wurde, weiterhin ein Erfolg wird.»

Auch Jaka Bizilj hält sich öffentlich mit Äußerungen zurück. Schließlich gehe es darum, den Erfolg der Gala zu sichern. Das Gerücht, es habe Gespräche mit anderen PR- und Eventagenturen gegeben, bestätigt und begründet er: «Wir wollen ein breiteres Fundament schaffen. Mit Persönlichkeiten, die zum guten Zweck beitragen. Deshalb führen wir jetzt nicht nur mit Hardenberg Concept Gespräche, sondern auch mit Schoeller & von Rehlingen und mit Beate Wedekind.»

In der kommenden Woche wollen sich Isa Gräfin Hardenberg und Jaka Bizilj zu einem klärenden Gespräch treffen. Es wird darum gehen, einen Weg zu finden, die Gala auch im zweiten Jahr zum Erfolg zu bringen. Denn das ist das primäre Ziel aller Beteiligten. mut