Hommage an Ulrich Schamoni: Seine Witwe stellt ihren ersten Film vor

Trauerarbeit auf der Kinoleinwand: Erika Grimme-Schamoni , Witwe von Berlins Kult-Regisseur Ulrich Schamoni, lud anlässlich dessen 5. Todestages zur Vorführung eines seiner schönsten Filme, "Chapeau Claque", und zur Premiere ihres 20-Minuten-Films "Es wird Zeit" ins Kant-Kino. Der Streifen, den Erika in der Wüste Australiens mit ihres Mannes kleiner Sony-Kamera drehte, rückt ungewöhnliche Requisiten ins Bild - vom altmodischen Telefonhörer bis zum Rasierpinsel und einem winzigen Spielzeugfrosch. Gegenstände, die der große Regisseur geliebt hat.

Die Frau, die in dem beeindruckenden Film mit der Urne ihres Mannes zu Beethoven-Klängen durch die Wüste läuft, spielt Erikas Schwester Helga Grimme , Ensemblemitglied am Münchner Residenztheater. "Erikas Filmerstling ist eine Hommage an Uli und zugleich ihre persönliche Trauerbewältigung", sagt sie.

Der Film "Chapeau Claque", dessen Produzentin die damals erst 29-jährige Regina Ziegler war, wurde übrigens in Schamonis Villa im Grunewald gedreht. "Das sparte Geld und Umwege. Uli sagte damals ,Na prima, dann brauche ich zum Drehen erst gar nicht außer Haus zu gehen'", erinnerte sich Regina Ziegler schmunzelnd. Für den Streifen entdeckte der Regisseur 1973 Anna Henkel. Die spätere Frau von Herbert Grönemeyer , die wie Schamoni an Krebs starb, wäre gestern 50 geworden.

Weitere Schamoni-Weggefährten, die zu der Matinee und dem anschließenden Beisammensein in der "Bottschaft" geladen waren: Die Ex-Senatoren Volker Hassemer und Elmar Pieroth , Ex-US-Botschafter John C. Kornblum, die Regisseure Dani Levy und Wolf Gremm , Rennfahrer Kurt Klein , Sat.1-Moderator Ulrich Meyer und Schauspielerin Vera Müller . Als Menü gabs Deftiges: Grünkohl mit Pinkel, Weißwürste und Buletten mit Kartoffelsalat.

Jän/hai