Frühstück mit Dustin: «Rain Man» Hoffman empfängt die Morgenpost zur Privataudienz

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Frühstück mit Dustin Hoffman - schöner kann ein Tag wohl kaum beginnen. Gestern um 10.10 Uhr empfing der Hollywoodstar die Berliner Morgenpost zum Brunch im «Four Seasons» am Gendarmenmarkt. Ganz entspannt saß Hoffman schon am Tisch, hellblaues Hemd, schwarze Hose, strahlender Blick. Vorsorglich hatte er Kaffee und Cappuccino bestellt.

Genüsslich und interessiert blätterte der Schauspieler («Tootsie», «Rain Man») dann in der Morgenpost. Und lachte schallend, als er die Fotos sah, die ihn vor der Verleihung der «Goldenen Kamera» beim Kampf mit seinen Hosenträgern auf dem roten Teppich zeigen. «Das haben Sie wirklich gut hingelegt, prima Aufnahmen. Ich habe an dem Abend gar nicht gemerkt, dass ich fotografiert wurde», kommentierte Dustin Hoffman. Und bat höflich: «Können Sie mir bitte die Bildunterschriften übersetzen?»

Die Fotografin, die die Bilder gemacht hatte, Andrea Klostermann , strahlte bei so viel Lob übers ganze Gesicht. Sie schenkte Dustin Hoffman, den sie am Freitagabend vor dem Restaurant «Borchardt» kennen gelernt hatte, gestern im Hotel die ganze Bilderserie im Original. Hoffman kommentierte gerührt: «Ich danke Ihnen von Herzen. Ich werde die Fotos mit nach Amerika nehmen.»

Dann erzählte der Hollywoodstar, wie die Sache mit den widerspenstigen Hosenträgern (wir berichteten) genau gelaufen ist: «Weil mein Flieger nach Berlin Verspätung hatte, musste ich mich an Bord umziehen. Als ich vor dem Konzerthaus aus dem Maybach stieg und Autogramme gab, merkte ich, dass meine Smokinghose rutschte. Ein Träger war aufgegangen. Ich dachte, jetzt musst du was tun», erinnert sich Dustin Hoffman. Also habe er schnell die Smokingjacke ausgezogen, über einen Absperrpfosten gehängt und den Hosenträger mühselig wieder befestigt.

Nach dem Frühstück bat Hoffman in die Suite 225, die das Hotel für einen langen Interview-Tag vorbereitet hatte. Der Schauspieler setzte sich in einen bequemen Sessel und schaute auf das Plakat zu seinem Film «Moonlight Mile», das neben ihm aufgestellt war und das ihn mit seiner Kollegin Susan Sarandon zeigt. «Ich sehe das Filmplakat heute zum ersten Mal. Ich finde, dass ich auf dem Bild viel zu traurig aussehe.» Koketterie. Dustin Hoffman weiß, dass er weit mehr ist als der Clown, den er in der Öffentlichkeit gerne spielt.

Als die Maskenbildnerin in der Suite auftaucht, eine sympathische Kroatin, die Dustin Hoffman für die Interviews schminken soll, stellt sich der Schauspieler höflich vor und fragt nach ihrem Namen: Lucia Ljubicic . «Möchten sie vielleicht etwas trinken? Kaffee, Wasser, Saft?» Dustin Hoffman interessiert sich für die Menschen, die er trifft. Er geht auf sie ein, sein Ton ist freundschaftlich. Die Ruhe und Warmherzigkeit die der Superstar ausstrahlt, sorgen in seiner Suite für ein ungewöhnlich persönliches Ambiente. Andrea Klostermann bringt es auf den Punkt: «Eine Frau, die sich nicht in Dustin Hoffman verliebt, hat kein Herz.» mut