Antje Schmidt: «Endlich kann ich in der Stadt Theater spielen, in der ich lebe»

Des einen Pech ist des anderen Glück: Weil TV-Star Jennifer Nitsch über zu wenig Bühnenerfahrung verfügt und obendrein während der Proben zu dem Zwei-Personenstück «The Blue Room» in der Komödie am Kurfürstendamm erkrankte, kam Antje Schmidt (35) zu einem «Traum-Engagement». Gleich fünf Rollen spielt die Berlinerin unter der Regie von Grimme-Preisträger Konrad Sabrautzky ; die Palette reicht vom Au-pair-Mädchen, angehender Prostituierten, Model und Ehefrau bis zur Schauspielerin. Premiere ist am 29. Januar.

«Das ist wie ein Geschenk», strahlt Antje Schmidt, die in Prenzlauer Berg wohnt. «Endlich kann ich in der Stadt Theater spielen, in der ich lebe.» Glücksfall Nummer zwei: Mit Partner Hans-Werner Meyer stand sie bereits gemeinsam vor der TV-Kamera.

In London spielte Nicole Kidman in der Uraufführung von David Hares «The Blue Room» den weiblichen Part. «Diese Aufführung hätte ich gerne gesehen, leider hat es nicht geklappt», bedauert Antje Schmidt, die mit den fünf Rollen ein enormes Textpensum zu absolvieren hat. «Und das mit Zeitverlust, weil ich die Rolle erst zwei Wochen nach Probenbeginn übernehmen konnte.»

Übrigens: Den einen Drehtag mit Pierce Brosnan im James-Bond-Film «Tomorrow Never Dies» (1997) ließ Antje aus ihrer Filmografie streichen. Wohl in der Annahme, sie habe auch so genug zu bieten: Nach ihrer Ausbildung an der Schauspielakademie in Zürich, dem Hollywood Action Workshop und dem Privatunterricht in Berlin (bei Hilde Körber ) wurde die Tochter eines Pfarrers und einer Lehrerin vom Fleck weg von Regisseur Xaver Schwarzenberger 1989 für den Kinohit «Beim nächsten Mann wird alles besser» engagiert. Weitere Kino-Produktionen: «Wir Enkelkinder», «Still Movin», «Sara Amerika» und die erfolgreiche Komödie «Zugvögel» an der Seite von Joachim Krol . Zu ihren Fernseh-Auftritten zählt auch «Vergewaltigt - Eine Frau schlägt zurück» neben Iris Berben und Katja Studt. Trotz Film und Fernsehen spielt das Theater eine wichtige Rolle. «Das Agieren auf der Bühne und der Kontakt zum Publikum ist durch nichts zu ersetzen», sagt Antje Schmidt, die am Münchener Residenztheater schon mit Star-Regisseuren wie August Everding, Peter Palitzsch und Andreas Fricsay arbeitete. Barbara Jänichen