Leserbriefe

„Die Polizei ist überfordert, die Politik schweigt“

Zum Artikel: „Wenn es Nacht wird an der Krummen Lanke“ vom 2. Juli

Als Anwohner sind wir einiges gewohnt und hatten auch in der Vergangenheit an den Wochenenden häufig Vandalismusschäden gehabt. Dies hat in den vergangenen drei Jahren erheblich zugenommen. In diesem Jahr gibt es eine weitere Steigerung. Es kommen immer mehr Jugendliche, aufgerufen auch über Facebook, die gewaltbereit sind und eine Zerstörungswut an den Tag legen, sodass wir Anwohner Schäden hinnehmen müssen, die keiner erstattet. In unserer Straße brennt seit Wochen keine Straßenlaterne mehr. Die werden auch nicht mehr repariert, da sie ohnehin jedes Wochenende zerschlagen werden. Die Polizei ist überfordert, die Politik schweigt. Auf das Problem angesprochen, antwortet die zuständige Stadträtin Markl-Vieto, sie sehe kein Problem. Sie hat sich speziell für das Hundeverbot eingesetzt, alles andere scheint nicht von Interesse zu sein. Auch von der CDU kommt kein Kommentar. Die Polizeidienststelle des Bezirks ist unterbesetzt, sodass diese zwar alle Kräfte an die Seen schickt, was aber nicht ausreicht.

Astrid Schrön, Zehlendorf

Der Werteverfall in unser Gesellschaft nimmt seinen Lauf. In vielen Elternhäusern werden keine Werte vermittelt, da entweder beide Eltern berufstätig sein müssen oder frustriert in der Hartz-IV-Falle hängen, Schulen, die überfordert sind, ungenügend Sportflächen, damit die Jugendlichen einer sinnvollen Nachmittagsbeschäftigung nachgehen können, und vieles mehr führen dazu, dass viele der heute Heranwachsenden Werte wie etwa Respekt vor der Natur, den Mitmenschen, fremdem Eigentum und auch vor der Polizei verloren gehen. Die meisten dieser Jugendlichen sehen auch nicht die Konsequenzen, die ihr Handeln hervorruft. Selbst wollen sie auch nicht am Ufer im Dreck sitzen. Familien gehen nicht mehr baden, da sie Angst haben, in Scherben zu treten. Und es gibt noch vieles mehr. In dieser Angelegenheit müssen neue Wege bestritten werden. Ich glaube, dass Nachsicht und der Versuch des Gespräches genauso wenig helfen wie härtere Strafen als Abschreckung. Eher bin ich der Meinung, dass die Strafe auf dem Fuß folgen und eine Wiedergutmachung an dem Geschädigten sein muss. Also, warum werden die alkoholisierten Jugendlichen nicht zum Aufräumen herangezogen?

Wenn Jugendliche die Polizei angreifen, warum werden sie nicht umgehend zu Sozialarbeit herangezogen, damit sie sehen, wie unser Gesellschaftssystem funktioniert? Außerdem frage ich mich, warum die Supermärkte am U-Bahnhof Krumme Lanke an Jugendliche nach 18 Uhr und auch am Sonntag Alkohol verkaufen? Die Supermärkte profitieren von den Orgien, also sollten sie auch an den Reinigungskosten beteiligt werden.

Peter Hoffmann, per E-Mail

Einen profitgierigen Konzern in die Schranken gewiesen

Zum Artikel: „Endlich ein Kompromiss“ vom 2. Juli

Respekt, Klaus Weselsky! Sie haben einen machtgeilen und profitgierigen Konzern deutlich in die Schranken gewiesen, dem die Anliegen und Bedürfnisse seiner Mitarbeiter bisher völlig egal waren. Ein Konzern, der Hunderte von Überstunden seiner Lokführer als selbstverständlich empfand. Und der Bahnkunde? Auch dieser hat den Streik überstanden. Es läuft wieder alles, als hätten die Räder der Bahn nie stillgestanden.

Peter Hirsch, Wilmersdorf