Leserbriefe

„Ungleichheit ist schnellstens zu beseitigen“

Zum Artikel: „In der Berliner CDU wehren sich die Gegner der Homo-Ehe“ vom 1. Juli

Eigentlich sollte man denken, das Thema der Homo-Ehe beziehungsweise der vollständigen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der grundgesetzlich geschützten Ehe und Familie sei ausdiskutiert. Aber Ihre Berichterstattung zeigt, dass ein offenbar nicht ganz kleiner Teil der politischen Landschaft auch in Berlin noch nicht in der Realität des 21. Jahrhunderts angekommen ist. Wir alle vertrauen homosexuellen Bankern unser Geld an, weil wir wissen, dass ihre Kompetenz zum erfolgreichen Umgang mit Geld nichts mit sexueller Orientierung zu tun hat. Wir begeben uns in Behandlung bei lesbischen oder schwulen Ärzten, weil wir davon überzeugt sind, dass ihre medizinische Qualifikation und Erfahrung nichts mit ihrer Sexualität zu tun hat. Wir geben unsere Kinder in die Obhut von homosexuellen Lehrerinnen und Lehrern, weil wir wissen, dass deren Sexualität nichts über ihre Fähigkeit zur Wissens- und Wertevermittlung aussagt. Wir lassen uns von schwulen und lesbischen Polizisten, Feuerwehrleuten, Taxifahrern, Kellnern, Krankenpflegern beschützen, transportieren, bedienen und pflegen, weil deren Sexualität für ihre Leistung irrelevant ist. Aber wenn diese Menschen nach Dienstschluss nach Hause gehen, dann sollen sie nach Meinung einiger ihren Feierabend nicht mit Kindern verbringen, denn dass sie imstande sein könnten, eigene Söhne und Töchter zu wertvollen Mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen, das trauen sie ihnen nicht zu. Wo ist da die Logik? Diese Ungleichheit ist weder mit christlichen Grundsätzen noch mit dem Buchstaben und Geist unserer Verfassung vereinbar und die Bundesregierung ist gut beraten, sie zu beseitigen, bevor das Bundesverfassungsgericht dazu zwingt.

Dorothee Bernhardt, Frohnau

Die Gegner haben vollkommen recht, wenn sie durch die Homo-Ehe die Werteordnung als gefährdet ansehen. Die Ehe von Mann und Frau darf auf keinen Fall dem Zeitgeist geopfert und der Beliebigkeit ausgesetzt werden. Die Homo-Ehen-Propagandisten sind bemüht, mit dieser übertriebenen Thematisierung unsere Wertegemeinschaft zu entsozialisieren und der deutschen Mehrheitsgesellschaft ihre Identität zu nehmen. Auf die Ehe gibt es ein natürliches Copyright, das unveränderlich bleiben muss.

Wolfgang Heller, per E-Mail

Tolle Gelegenheit für manche Schüler, auch einmal zu glänzen

„Zum Artikel: „Sind die Bundesjugendspiele noch zu retten?“ vom 1. Juli

Der Versuch des Autors, die Bundesjugendspiele zu „retten“ in allen Ehren. Aber hat das Ganze nicht den Charakter einer Groteske? Gibt es nicht Schulfächer, bei denen unterschiedliche Begabungen noch viel stärker zum Ausdruck kommen als beim Sport? Da gibt es im Fach Kunsterziehung Schüler, die aus dem Handgelenk ein Pferd zeichnen und wunderbare Aquarelle malen, während andere schon an der Perspektive eines Tisches scheitern. Da spielen manche Schüler eine Klaviersonate vom Blatt, während andere noch nie ein Musikinstrument in der Hand hatten. Muss das jetzt alles in Frage gestellt oder sogar verboten werden? Im Übrigen: In meiner Schulzeit gab es viele erstklassige Sportler, die ansonsten nicht unbedingt die Leistungsstärksten waren. Für die waren die Bundesjugendspiele eine tolle Gelegenheit, auch einmal zu glänzen.

W.-R. Heilmann, per E-Mail