Leserbriefe

„Aussagen der Deutschen Post treffen leider nicht zu“

Zum Artikel: „Lager der Post sind voll“ vom 22. Juni

Kita-Streik, Bahn-Streik, Piloten-Streik, Charité-Streik, Post-Streik. Die Zeit der guten alten Deutschland AG, in der jeder von seinem Lohn menschenwürdig leben konnte und am kulturellen Leben im Land und in seiner Region teilhaben konnte, ist längst vorbei. In Zukunft werden Streiks, bei denen es oftmals um mehr als den Mindestlohn geht, an der Tagesordnung sein. Das Modell Deutschland ist längst kein Vorzeigemodell mehr.

Albert Alten, per E-Mail

Wir warten seit Wochen auf Arztberichte, AOK-Gesundheitskarten, die Schwerbehindertenausweise – nichts haben wir erhalten. Dafür aber Werbung für Briefmarkenbestellungen. Aber Briefmarken nützen uns auch nichts, denn es gibt bei uns auch keinen Briefkasten mehr.

Petra Boldt, per E-Mail

Die Aussage der Deutschen Post AG, dass 80 Prozent der Briefe pünktlich zugestellt werden, stimmt nicht. Seit dem 10. Juni wird bei mir keine Briefpost mehr zugestellt. Ich reklamiere jeden Tag bei der Hotline der Deutschen Post, bislang ohne sichtbares Ergebnis.

Mario Wagner, Prenzlauer Berg

Hoffentlich Signalwirkung für Pflegepersonal anderer Kliniken

Zum Artikel: „Gericht erlaubt Streik an Charité“ vom 20. Juni

Die Entscheidung des Arbeitsgerichts zum unbefristeten Streik des Pflegepersonals an der Charité ist zu begrüßen. Streiks dieser Art sind überfällig und haben hoffentlich eine Signalwirkung auf das Pflegepersonal anderer Kliniken. Klinikbetreiber, die die Versorgungssicherheit der Patienten erst durch einen Streik in Gefahr sehen, gaukeln der Bevölkerung nur eine bessere Versorgung bei „normalem“ Krankenhausbetrieb vor – und das auf Kosten des Klinikpersonals. Dass auf vielen Stationen und in Funktionsbereichen ausreichendes Pflegepersonal aus Einspargründen fehlt und somit auch im normalen Klinikbetrieb eine optimale Patientenversorgung nicht gewährleistet werden kann, sagen die Betreiber nicht. Wenn etwa 35 Patienten auf einer Akutstation in der Nacht von nur einer Pflegekraft betreut werden müssen, ist das nur die Spitze des Eisbergs dessen, was in Kliniken zum Alltag gehört. Im Bezug auf den Stellenwert von medizinischem Hilfspersonal ist dringend ein Umdenken in der Gesundheitspolitik, bei den Klinikbetreibern, aber auch der Bevölkerung notwendig, da sonst künftig ein Streik des Pflegepersonals vermutlich das geringste Übel für die Patienten ist.

Stefan Mehrholz, per E-Mail

Mutige und zukunftsweisende Wahl der Philharmoniker

Zum Artikel: „Der scheue Chefdirigent“ vom 23. Juni

Warum desavouieren Sie Kirill Petrenko mit den Worten „nicht die erste Wahl“?

Wie will man feststellen, wer erste Wahl ist, wenn, wie im Fall der Berliner Philharmoniker, 124 Personen eine Auswahl aus einem halben Dutzend hochkarätiger Kandidaten treffen können und dabei nicht nur ihre individuellen Präferenzen zum Ausdruck bringen, sondern auch bedenken müssen, dass es Primadonnen und Mimosen gibt, die einem Ruf nur folgen würden, wenn er nahezu einstimmig erfolgt? Den Philharmonikern kann man zu ihrer mutigen, zukunftsweisenden Wahl nur gratulieren.

W.-R. Heilmann, Schöneberg