Leserbriefe

„Zweifelhafte Standortwahl für dreitägiges G7-Treffen“

Zum Artikel: „Großeinsatz in Elmau“ vom 25. Mai

Wenn zum Schutz des dreitägigen G7-Treffens 17.000 Sicherheitskräfte eingesetzt werden müssen, weil das Vorgelände von Schloss Elmau zwar in einem idyllisch gelegenen Tal auf 1000 Meter Höhe liegt, aber doch überwiegend einsatztaktische Nachteile hat, dann stellt sich die Frage, ob es nicht vorteilhaftere Standorte für derartige sicherheitsrelevante Treffen geben würde. Die Kosten allein für die Sicherheitsmaßnahmen könnten bis zu 400 Millionen Euro betragen. Eine zweifelhafte Standortwahl.

Harry Döring, Sylt

Es scheint einiges auf dem Kopf zu stehen. Unglaublich, dass nach Angaben des bayerischen Steuerzahlerbundes 360 Millionen Euro für die Sicherheit des G7-Gipfeltreffens in Elmau ausgeben werden sollen. Nach Fernsehberichten würden sich die Kosten bei einer entsprechenden Veranstaltung in München auf etwa drei Millionen Euro belaufen. Wichtig dabei ist, dass München Erfahrung mit Konferenzen hat, die ein hohes Maß an Sicherheit erfordern. Warum dieser günstigere Weg nicht gewählt wurde und dafür die Urlaubsregion strapaziert wird, bedarf der Erklärung und Nachprüfung durch den Rechnungshof.

Gottfried Hecht, per E-Mail

Woidke geht Interessenkonflikt vorsorglich aus dem Weg

Zum Artikel: „Berliner CDU greift Brandenburgs Regierungschef an“ vom 26. Mai

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nimmt Verantwortung im BER-Aufsichtsrat war, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hingegen nicht. Das ärgert Berlins CDU-Chef Frank Henkel. Umgekehrt würde der als Politiker wahrscheinlich genauso handeln. Woidke hat nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten schnell erkannt, dass beide Aufgaben das Risiko eines Interessenkonfliktes bergen. Als Aufsichtratsmitglied müsste er sicherstellen, dass der BER wirtschaftlich zu betreiben ist. Als Ministerpräsident dagegen kann er einerseits verbal dem Projekt BER Erfolg wünschen und auf eine zeitnahe Eröffnung drängen. Andererseits kann er Wünsche von Anwohnern nach einem strikteren Nachtflugverbot jederzeit unterstützen, auch wenn diese Wünsche, wenn umgesetzt, einen wirtschaftlichen Betrieb nicht sicherstellen würden. Die Anwohner sind Wähler und Woidke möchte auch über die Legislaturperiode hinaus im Amt bleiben. Sich da für den BER wirklich einzusetzen, wäre da letztlich nur hinderlich.

Rudolf Zitzmann, Schmargendorf

Bei der Energiewende müssen neue Wege beschritten werden

Zum Artikel: „Klimastreit entzweit die Regierung“ vom 26. Mai

Es mehren sich Stimmen, auch in der Wissenschaft, die das Projekt Energiewende generell für einen Irrweg halten. Denn so umweltfreundlich wie es auf den ersten Blick scheint, sind Wind- und Sonnenenergie nicht, abgesehen von den vielen Problemen, die mit der Wetterabhängigkeit dieser Energiequellen zu tun haben, also der instabilen Erzeugung von Strom und Wärme. Es fehlen Trassen und Speichermöglichkeiten. Und die Entsorgung der riesigen Offshore-Windparks würde Unsummen verschlingen, die letztlich der Steuerzahler aufbringen müsste. Deshalb müssen bei der Energiewende neue Wege beschritten werden.

Christian Lukner, per E-Mail