Leserbriefe

„Schande für ein reiches Land wie Deutschland“

Zum Artikel: „Kinderarmut alarmierend“ vom 10. Mai

Jedes fünfte Kind unter 15 Jahren ist armutsgefährdet, wächst unterhalb der Armutsgrenze auf. Demnach leben 2,1 Millionen Jungen und Mädchen in Familien, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung haben. Knapp die Hälfte der Haushalte, in denen diese Kinder leben, beziehen staatliche Grundsicherung, also SGB-II-Leistungen, besser bekannt als Hartz IV. Bei der anderen Hälfte ist das nicht der Fall: Sie leben ohne diese Unterstützung. Zu den insgesamt 2,1 Millionen armutsgefährdeten Kindern kommen noch 480.000 Kinder hinzu, die nur dank der Hilfen der SGB-II-Leistungen knapp oberhalb der Armutsschwelle leben. Es ist ein Schande für Deutschland, das von der Regierung als eines der reichsten Länder der Welt bezeichnet wird. Was soll dann erst aus den Kindern der Asylbewerber und Flüchtlinge bei uns werden, wenn ein großer Teil unserer Kinder schon in Armut aufwachsen muss?

Herbert Thürke, Kaiserslautern

Armut ist ganz gewiss relativ. Dank der Hartz-IV-Gesetze haben auch Kinder aus vom Staat und damit der Allgemeinheit alimentierten Familien eine warme Wohnung und genug zu essen. Wenn man in finanziell bescheidenen Verhältnissen lebt, gibt es zahlreiche Hilfsprojekte. Allein in Treptow-Köpenick gibt es drei Kleiderstuben, in denen sich auch Hartz-IV-Empfänger mit gut erhaltener Kinderkleidung eindecken können. Wahr ist allerdings, dass Hartz-IV-Empfänger einen ziemlich niedrigen Status haben. Aber man kann davon leben.

Ralf Drescher, Lichtenberg

Gute Beziehungen sind ein Glücksfall der Geschichte

Zum Artikel: „Angst vor dem neuen Antisemitismus“ vom 13. Mai

Die Aufnahme der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland vor 50 Jahren empfand ich damals und empfinde es auch heute noch als einen Glücksfall der Geschichte. Um so mehr empört mich heute die Kritik linker Kreise an der Politik Israels. Deutschland zettelte den Zweiten Weltkrieg an und verlor im Ergebnis dieses Verbrechens ein Fünftel seines Staatsgebietes. Dies mussten wir akzeptieren. Warum akzeptieren die Palästinenser und Araber nicht endlich die Ergebnisse von drei von ihnen angezettelten und verlorenen Kriegen? Und warum wird Israel dafür kritisiert, dass es diese Gebiete als israelisches Staatsgebiet besiedelt? Die palästinensischen Flüchtlinge hätten längst in den arabischen Staaten integriert werden können. Stattdessen hält man sie jahrzehntelang in Lagern, predigt Hass und ruft zum Kampf gegen Israel auf.

Detlef Schönfeld, Wilmersdorf

Riesigen Spielplatz in eine Oase verwandeln

Zum Artikel: „Skandinavisches Flair auf dem Europaspielplatz“ vom 30. April

So schön der neue Spielplatz aus der Ferne aussieht, merkt man bei der Benutzung doch, dass noch nicht alles ausgereift ist. Ich habe mit meinen Enkelkindern den Spielplatz besucht. Angst einflößend ist der große Kopf an der Rutsche. Im Sommer brennt die Sonne auf die Fläche, es gibt keinen Schattenplatz und auch Toiletten sind nicht vorhanden. Man sollte sich Gedanken machen, wie man diesen riesigen Spielplatz in eine Oase verwandeln kann.

Irene Zublena, per E-Mail