Leserbriefe

„Die CDU hat ihr Pulver schon längst verschossen“

Zum Artikel: „Neues Stadtmanagement für Berlin“ vom 11. Mai

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf beklagt die überlasteten Bürgerämter und die miserable Verkehrslenkung bei Bauabläufen. Die Bildungspolitik soll Schwerpunkt zur Abgeordnetenwahl 2016 werden und auch mehr Personal bei Polizei, Feuerwehr, Justiz und Schule soll wieder ein Thema bei der nächsten Wahl sein. Dazu stellt Graf klar: Frank Henkel wird wieder Spitzenkandidat der CDU. Doch die CDU hat ihr Pulver schon längst verschossen. In ihrem 100-Punkte-Programm zur Abgeordnetenwahl 2011 war das alles schon ein Thema, aber kaum etwas wurde umgesetzt. Henkel hat 2011 gesagt, er wolle da aufräumen, wo Berlin nicht funktioniert. Warum hat er als Bürgermeister nichts zur Veränderung beigetragen? Zeit hatte er genug.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Als wir noch eine funktionierende Verwaltung mit Fachleuten in den Behördenspitzen hatten, gab es einen solchen lange vorhersehbaren Personalmangel wie heute in den Bürgerämtern nie. Als Ende der 70er- und zu Beginn der 80er-Jahre Mitarbeiter Mangelware waren, haben wir uns von Leiharbeitsfirmen Beschäftigte gemietet und bei Bewährung diese Arbeitskräfte fest eingestellt. Es ist bezeichnend für die heutigen Zustände, dass eine derartige flexible Arbeitnehmerbeschaffung bei Senat und Bezirken undenkbar erscheinen, obwohl es Zeitarbeitsfirmen gibt, die entsprechendes Personal anbieten. Das Argument, es müssen Beamte sein, geht ins Leere, denn Lehrer sind mit zunehmender Zahl auch nur noch Angestellte, üben aber hoheitliche Tätigkeiten aus.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Konsequente Haltung fehlt oft bei Tarifauseinandersetzungen

Zum Artikel: „Der Unmut wächst“ vom 11. Mai

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL ist zwar beendet, doch die Probleme bleiben. Der Vorstand der Deutschen Bahn stellt sich auf stur, die Bundesregierung als Eigentümer der Bahn versagt und das Wohl der Kunden interessiert seitens der Arbeitgeberseite niemand, auch wenn immer etwas anderes behauptet wird. GDL-Chef Claus Weselsky bleibt wenigstens konsequent in seiner Haltung, was ich besonders schätze, denn dies ist in den Tarifauseinandersetzungen anderer Branchen leider eine Seltenheit geworden.

Thomas Bojé, per E-Mail

Junge Ausländer werden dringend gebraucht

Zum Artikel: „Von großen Hoffnungen und großen Enttäuschungen“ vom 8. Mai

Auf der einen Seite fürchten wir uns vor künftigem Akademikermangel und wissen, dass wir dringend junge, intelligente Menschen aus dem Ausland brauchen werden, um im Wettlauf der Welt um Macht, Geld und Wissen mithalten zu können. Auf der anderen Seite haben wir Universitäten, die Sprachkurse für Ausländer anbieten, die aber nicht bereit sind, für diese vorgebildeten, jungen und hilflosen Flüchtlinge, die bei ihnen weiterstudieren möchten, einen Sprachkurs einzurichten, mit dem sie die Zulassung zum Studium bekommen. Darum frage ich mich, wie die Flüchtlinge ihre Aufnahme bei uns empfinden und wie dies ihr weiteres Leben prägen wird, wenn deren Wohlergehen für die Verantwortlichen in unserem Land und in unserer Stadt nur eine Frage des Geldes bleibt?

Gerda Olschak, Lankwitz

So erreichen Sie die Leserbriefredaktion:

Berliner Morgenpost, Redaktion, 10874 Berlin

Telefon: 030/259 17 36 39 Fax: 030/259 17 34 33

E-Mail: leserbriefe@morgenpost.de

SMS: bm brief an die 42020 (norm. SMS-Tarif )

Internet: www.morgenpost.de

Diese Zuschriften geben die Meinung unserer Leser wieder, nicht die der Redaktion. Wegen der großen Zahl an Briefen ist es uns leider nicht möglich, jede Zuschrift zu veröffentlichen oder zu beantworten. Die Leserbriefe werden auch im Internet auf www.morgenpost.de veröffentlicht.

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen. Mathias Stengel kümmert sich als Redakteur um die Leserbriefe. Er ist Ansprechpartner und Mittler zwischen Lesern und Redaktion.