Leserbriefe

„Das Geld intelligent ausgegeben“

Leser zum Berliner Finanzsenator, der vor den Folgen des Volksentscheid zur Mietenbegrenzung warnt

Es ist doch schon erstaunlich, wie einerseits der Staat mit seiner Mietpreisbremse ohne einen Anflug von fachlicher Kompetenz in den Markt eingreift, aber sobald ein Volksbegehren die Kassen der öffentlichen Hand angreift, ist der Aufschrei groß. Ja, es ist und bleibt eben alles wie es war: Die Selbstbedienung am Geldbeutel des Volkes ist schnell erledigt, aber wehe, das Volk will eine Gegenleistung sehen.

Peter Häussler, per E-Mail

Wie kann ein Volksvertreter solch bürger- und demokratiefeindliche Äußerungen machen. Demokratie heißt Volksherrschaft und nicht das Ausspielen von Interessen verschiedener Interessengruppen der Bürger durch Senatoren. Den öffentlichen Nahverkehr, die Kitas und die Verwaltungen gegen das Grundrecht auf menschenwürdiges und bezahlbares Wohnen auszuspielen, ist schon dreist. Das Ergebnis des Volksbegehrens/Volksentscheids zum ehemaligen Flughafen Tempelhof zeigt doch wohl eindeutig, dass die Bürger mündiger und vorausschauender denken, als es vielen Politikern genehm ist. Der soziale Wohnungsbau und die Pflege des Bestandes sollten nicht nur zu einem Schwerpunkt des Berliner Senates erklärt werden, sondern es muss auch dementsprechend gehandelt werden. Geld ist genug da, nur muss es gerecht und intelligent ausgegeben werden.

Dieter Fath, Hakenfelde

Übertriebener, vom Staat verordnete Sparzwang wirkt sich negativ aus

Zum Artikel: „Worum es an der Charité geht“ vom 28. April

Die Personalprobleme der Charité sind eigentlich nicht neu und stehen stellvertretend für viele Bereiche in unserem Land. Ob wir nun die Personalsituation bei den Behörden, insbesondere den Bürger- oder Jugendämtern betrachten, oder die Überlastung bei Feuerwehr, Polizei, in den Kitas oder eben in den Krankenhäusern anschauen, überall hat sich der übertriebene und völlig irrsinnig vom Staat verordnete Sparzwang negativ ausgewirkt. Ja, man muss sogar feststellen, dass diese strukturvernichtende Regierungspolitik sich oft als lebensgefährlich herausstellen kann. Für die Krankenhäuser, wo viele Pflegekräfte, Krankenschwestern und Ärzte fehlen, muss sich umgehend etwas ändern und nicht erst nach der nächsten Wahl. Schon jetzt hat man als Bürger Angst davor, auch mit einer noch so harmlosen Erkrankung oder gar einer unkomplizierten OP ins Krankenhaus zu müssen, denn die nur auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Krankenhaus-Unternehmen haben keine Zeit mehr für eine konsequente Bekämpfung der sogenannten Krankenhauskeime. Mit Menschlichkeit hat diese inhumane und wirtschaftsneoliberale Gesundheitspolitik nichts mehr zu tun.

Thomas Hensel, per E-Mail

Ungebildetheit schlägt auf die Arroganz des Verursachers zurück

Zum Artikel: „Elitäre Denke steht Berlin nicht“ vom 25. April

Die Kolumne von Hajo Schumacher war erstklassig und die beste publizistische Äußerung zum bekannten Thema. Gerade Claus Peymann versteht sich als Alt-68er und Vorhut der Arbeiterklasse. Er müsste wissen, dass gerade die Drucker die erste Gruppe in der Arbeiterschaft war, die Widerstand gegen die ungerechten und unsozialen Zustände leistete. Das lag ursächlich daran, dass sich zuerst bei den Druckern qualifiziertes Lesen und Schreiben schon rein beruflich durchsetzte. Und der Regierende Bürgermeister Michael Müller ist gelernter Drucker. Die Ungebildetheit und Kulturlosigkeit zeigt sich hier nicht beim Regierenden Bürgermeister, sondern ganz woanders und schlägt auf die Arroganz des Verursachers zurück.

Dr. Bernd Nowacki, Moabit

Missachtung des Wunsches nach attraktiven Öffnungszeiten

Zum Artikel: „27 Mal kühles Nass“ vom 28. April

Die Öffnungszeiten der Sommerbäder sind eine Missachtung des Auftrages der Bäderbetriebe, den Bürgern attraktive Angebote zu machen. Beispielhaft ist hier das Sommerbad Am Insulaner zu nennen, das lediglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet ist. Was ist mit dem Frühschwimmen ab 7 Uhr? Das Sommerbad ist das wichtigste Freibad für den kompletten Einzugsbereich Steglitz, Schöneberg Süd und Friedenau. Statt sich um Dinge wie Olympische Spiele zu kümmern, hätten Landessportbundchef Klaus Böger und Sportsenator Frank Henkel handeln sollen. Dafür bezahlen wir sie.

Christian Hahn, Friedenau