Leserbriefe

Entscheidung mit Folgen für andere

Leser zu der 65-jährigen Berliner Lehrerin, die nach einer künstlichen Befruchtung Vierlinge erwartet

Jeder soll nach seiner Façon selig werden. Doch manches geht zu weit. Mir erscheint in diesem Fall das Risiko doch recht groß, dass die Kinder eines nicht allzu fernen Tages keine Mutter mehr haben. Außerdem ist damit zu rechnen, dass bei einer Mehrlingsgeburt ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss. Meist müssen die Kinder dann wochenlang in einen Inkubator, was pro Kind mit bis zu 90.000 Euro zu Buche schlägt.

Edelgard Richter, per E-Mail

Ich möchte nicht über die Entscheidung von Frau Raunigk richten, sondern der öffentlichen Diskussion einen Aspekt hinzufügen, der bislang nicht benannt worden ist. Frau Raunigk betont, dass die Entscheidung letztlich ihre Sache sei und es keinen anderen etwas anginge. Dies ist so nicht richtig, denn stillschweigend setzt Frau Raunigk voraus, dass die Solidargemeinschaft die Folgen ihrer Entscheidung mitträgt. Diese ist tatsächlich auch gefordert, wenn die absehbaren Folgen einer Hochrisikoschwangerschaft bei der Mutter und den vier Kindern zum Beispiel therapeutische Maßnahmen erfordern. Mag Frau Raunigk meinen, unabhängig so eine Entscheidung treffen zu können. Ihre individuelle Entscheidung hat aber Auswirkungen auf das Leben anderer, die die Folgen ihrer Entscheidung ungefragt mittragen müssen.

Bernd Gasser, Konradshöhe

Mit 65 habe ich mein Rentnerdasein mit vollen Zügen genossen, und es wäre mir im Traum nicht eingefallen, mein Leben in diesem Alter mit Kinderkriegen zu belasten. Anstatt zu Hause zu sitzen und Aldi-Kataloge zu studieren, bin ich allein mit dem Auto nach Griechenland gefahren. Ich habe so lange geschlafen wie ich wollte, was ich als berufstätige Frau ja nie konnte. Es stimmt zwar auch, dass es uns nichts angeht, wenn eine alte Frau bewusst schwanger wird. Aber es ist eine Tatsache, dass, egal in welchem Alter, eine Vierlingsgeburt mit großen Risiken verbunden ist. Diese Kinder werden fast immer zu früh geboren, können erhebliche Schäden haben, was einen großen medizinischen Aufwand erforderlich macht. Das alles wird von Frau Raunigk in Kauf genommen, und das geht dann doch die Allgemeinheit etwas an.

Eleonore Kreysel, per E-Mail

Ich bin betroffen und erschüttert. Wie kann eine 65-jährige Frau aus eigenem Wunsch noch eine Schwangerschaft über sich ergehen lassen und Kinder zur Welt bringen? Ich weiß nicht, welche Beweggründe diese Frau dazu bewogen haben, diesen Weg zu gehen, zumal sie schon 13 Kinder hat. Sicher ist: Sie geht in das „Guinness-Buch der Rekorde“ ein. Ich finde es eher sehr traurig.

Renate Sucker-Netzke, Kaulsdorf-Nord

Die Trennung kommt eher zu spät als zu früh

Zum Artikel: „Einer, der nach oben fällt“ vom 16. April

Mit großer Zufriedenheit habe ich zur Kenntnis genommen, dass Jürgen Klopp zum Saisonende den BVB verlässt. Wir predigen unserem Fußballnachwuchs ständig Fair Play, müssen aber am Bildschirm miterleben, wie dieser Trainer mit hassverzerrten Gesicht, wild prustend und spuckend vor dem Gesicht des vierten Offiziellen diesen anblökt und zu beeinflussen versucht. Und was tun die Verbände: nichts! Abgesehen von diversen Platzverweisen. Das war nicht mehr zu ertragen. Dass er nun freiwillig geht oder zwangsweise abgelöst wird, tut dem Verein nur gut. Borussia peilt einen Neuanfang an. Höchste Zeit.

Jürgen Stotzka, Velten

Clevere Ampelschaltungen können Abgase sparen

Zum Artikel: „Berlin will bis 2050 fast kein Kohlendioxid mehr ausstoßen“ vom 15. April

Das Ziel könnte sehr viel früher erreicht werden, wenn endlich mal die Ampelschaltungen so aufeinander abgestimmt würden, dass man nicht ständig ausgebremst wird. Auch wenn der Verkehr es zulässt, müsste man entweder schneller fahren als erlaubt, oder man tuckert vor sich hin und behindert die Nachfolgenden, um die sogenannte grüne Welle zu nutzen. Man kommt sich sehr oft ziemlich veralbert vor, wenn man irgendwo bei Grün losfährt und die nächste Ampel in unmittelbarer Sichtweite auf Rot schaltet. Da, wo es mal passte, wurden dann wegen neu gebauter „Shoppingparadiese“ einfach zusätzliche Ampeln aufgestellt, die ein flüssiges Fahren zunichte machen. Diese hier unverhältnismäßig provozierten Abgase können wesentlich reduziert werden, wenn man die entsprechende Technik nutzt. Dass hier nichts spürbar umgesetzt wird, ist nicht zu fassen.

Th. Herrmann, per E-Mail