Leserbriefe

„Jeder stört irgendwie jeden“

Leser zu dem ab 15. Mai geltenden Hundeverbot am Schlachtensee und an der Krummen Lanke

Bevor man neue Regelungen einführt, sollte man erst einmal prüfen, ob die bestehenden Regeln nicht ausreichen, wenn sie nur durchgesetzt werden. Leinenzwang für Hunde und die Pflicht zur Entfernung der Hinterlassenschaften können durch regelmäßige Kontrollen gewährleistet werden. Bei regem Badeverkehr wäre die Anwesenheit von Ordnern auch von Vorteil. Schlimm ist, dass zu einer Veranstaltung eingeladen wird, bei der die eine Partei Kompromisse von vornherein ausschließen möchte. Besonders schlimm ist, dass als Argument der Umweltschutz bemüht wird, um die im Schilf nistenden Kuckuckspärchen zu schützen. Wer solch einen Unsinn redet und auch zu wissen vorgibt, dass es davon noch 100 Paare gibt, disqualifiziert sich für jegliches Engagement für den Umweltschutz.

D. Menschig, per E-Mail

Grüne Politiker haben eine grundsätzlich autoritäre Einstellung zum Volk. Für sie hat das Leben als politisch korrekter Verwaltungsakt abzulaufen, und der Freiheitsbegriff ist ihnen fremd, ebenso wie der Wahnsinn der Überreglementierung ihnen niemals klar gemacht werden kann. Das Hundeverbot ist auch ein Menschenverbot, denn es befreit den Schlachtensee von allen Familienmitgliedern, in deren Mitte Hunde und Hundchen gehalten werden. Die Freiheit des Einzelnen endet eben nicht da, wo jene des anderen beginnt. Denn bei strikter Auslegung dieser Deutung käme jegliche Freiheit zum Erliegen, weil in unserer Verbotsgesellschaft jeder jeden auf irgendeine Weise stört.

Rainer Girbig, per E-Mail

Vielen Dank für den Bericht über das Bürgergespräch im Henry-Ford-Bau der FU. Damit bekam der Leser einen einigermaßen objektiven Eindruck über die Zustände bei dieser Informationsveranstaltung. Es war entsetzlich! Ich habe es nicht lange ausgehalten und bin nach etwa einer halben Stunde gegangen. Gebrülle, Gepfeife, Buhrufe, Gelächter, dauernde Zwischenrufe – kein Redner konnte ungehindert seine Argumente vortragen. Alle Vorurteile gegen Hundebesitzer wurden übertroffen. So etwas habe ich bei angeblich zivilisierten Leuten noch nicht erlebt. Es wurde wieder bestätigt, eine Diskussion beziehungsweise Auseinandersetzung mit Hundeliebhabern ist einfach nicht möglich. Ich kann nur hoffen, dass der Senat und das Bezirksamt nicht wieder vor der Lobby der Hundebesitzer einknicken und das Verbot konsequent durchsetzen.

Bernd Winkler, per E-Mail

Moderne Form der Wegelagerei und Abzockerei

Zum Artikel: „Berliner Polizei erwischt 1221 Raser bei Blitzermarathon“ vom 17. April

Der in unregelmäßigen Zeitabständen von der Polizei durchgeführte Blitzmarathon hat nichts mit sinnvoller Prävention zu tun. Er ist und bleibt eine willkommene Einnahmequelle für die Städte, das jeweilige Land und die Kommunen, die seit Jahrzehnten die Millionen Euro an Bußgeldern als feste Größe in ihren Haushalten eingeplant haben. Dieser Blitzmarathon kriminalisiert Autofahrer und bleibt eine moderne Form der Wegelagerei und Abzockerei.

Albert Alten, per E-Mail

Es war eine europaweite Aktion. Ob die tatsächlich zur Verbesserung der Verkehrsmoral der Autofahrer beiträgt, darf bezweifelt werden. Allerdings sind die eingenommenen Bußgelder für den Staat nicht unbedeutend, doch das ist zweitrangig. In Berlin war es zum dritten Mal, dass solch eine Aktion durchgeführt wurde. In einem 24-stündigen Großeinsatz waren an 250 Kontrollstellen 1600 Polizeibeamte tätig und verhängten Bußgelder und schrieben Anzeigen. Dass es trotz der vorherigen Ankündigungen immer noch so viele Raser gab, ist deren Dummheit geschuldet. Die werden es nie lernen und tags darauf wieder zu schnell fahren. Es ist allerdings nicht nachvollziehbar, dass die eingesetzten Polizeikräfte von wichtigeren Dingen wie der Kriminalitätsbekämpfung abgezogen wurden. Das ist zu kritisieren.

Wolfgang Pickert, E-Mail

Entscheidend ist, wie der BER wirtschaftlich betrieben werden kann

Zum Artikel: „Frisches Steuergeld für den BER“ vom 15. April

Die Frage, ob oder wann der Großflughafen BER in Schönefeld am Ende mit wie viel Milliarden ans Netz geht, ist uninteressant. Interessant ist die Antwort auf die Frage, wie der BER nach seiner Inbetriebnahme wirtschaftlich betrieben werden kann.

Klaus Salomon, per E-Mail