Leserbriefe

„Ein Leben in Würde und Freiheit“

Leser zu den Problemen vieler Kommunen in Deutschland bei der Unterbringung von Flüchtlingen

Hauptaufgabe des Staates ist es, dafür zu sorgen, dass alle auf seinem Gebiet lebenden Menschen in Würde und Freiheit leben können und dass die (wirtschaftlich) Stärkeren nicht nur schön von ihrer Verantwortung für die Schwächeren reden, sondern diese auch wahrnehmen. Wenn in diesem Zusammenhang der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), die Sicherheit von Flüchtlingen nach dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Tröglitz nicht mehr gewährleisten kann, dann nutzt auch keinem Menschen ein im Grundgesetz verankertes Recht auf Asyl für politisch Verfolgte. Ein Staat, der in der Person des Landrates und Politikers Ulrich öffentlich und medienwirksam seine heillose Überforderung zum Ausdruck bringt, sollte Bankrott anmelden. Denn die Feinde des Rechtsstaates und der Demokratie warten nur auf eine Schwäche des Staates. So machen sie aus dem Staat Gurkensalat.

Roland Klose, per E-Mail

Die Flüchtlingsproblematik ist seit Jahren bekannt, die Politik hat geschlafen. Man kann es verstehen, wenn Leute Flüchtlingsunterkünfte in ihrer Nachbarschaft kritisch sehen. Das muss man zur Kenntnis nehmen. Der Bund sollte schleunigst Geld in die Hand nehmen, um die Kommunen zu unterstützen. Ansonsten gerät das Flüchtlingsproblem ganz außer Kontrolle.

Christoph Luban, per E-Mail

Es wird immer wieder behauptet, dass generell eine Fremdenfeindlichkeit gegenüber Asylanten bestünde. Dies ist keineswegs der Fall gegenüber Migranten, die sich in unsere Gesellschaft eingliedern wollen, ohne ihren eigenen Kulturkreis zu verleugnen, und eine Arbeit aufnehmen. Allerdings muss zuerst gelten, dass die Heimatländer der Flüchtlinge ihre Verhältnisse selbst klären müssen und sich dieses Problems nicht dadurch entledigen, dass sie eine große Zahl ihrer Einwohner in die Flucht treiben.

Gottfried Hecht, per E-Mail

Verantwortungsvoller Aufsichtsrat muss Problem ansprechen

Zum Artikel: „Bei VW geht es um die Macht“ vom 14. April

Woher glaubt eigentlich alle Welt zu wissen, dass die nun viel zitierte Äußerung von Ferdinand Piëch ein Angriff aus heiterem Himmel war? Könnte es nicht sein, dass Piëch seine Kritik auch intern längst geäußert und begründet hat? Muss nicht ein verantwortungsvoller Aufsichtsrat (und Eigentümer) mögliche Mängel und Probleme ansprechen, bevor diese auch der Öffentlichkeit auffallen? VW hat aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlichen Folgen massive Probleme in den Märkten USA, China und Brasilien. Alle VW-Modelle werden viel zu teuer produziert. Bei fast allen wichtigen Komponenten, von den Hinterachsen bis zu den Motoren, gibt es eine weit übertriebene, kostspielige Vielfalt. In diversen Zukunftsbereichen, insbesondere bei den alternativen Antrieben, hinkt VW der Konkurrenz hinterher. Sind das nicht für einen Aufsichtsratsvorsitzen eines Weltkonzerns Gründe genug, auf den Tisch zu hauen und auf Veränderungen zu drängen?

W.-R. Heilmann, per E-Mail

Der Piëch/Porsche-Clan sollte sich beim gegenwärtigen Machtkampf im Volkswagen-Konzern auch mal die Frage stellen, warum Ursula Piëch, die Gattin des Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch, beruflich Karriere im VW-Aufsichtsrat machen konnte. Im Vergleich zu VW-Vorstandschef Martin Winterkorn als einem detailverliebten Ingenieur darf die Frage erlaubt sein, was für eine Qualifikation Ursula Piëch als gelernte Kindergärtnerin für einen Sitz im Aufsichtsrat eines technischen Weltkonzerns wie Volkswagen mitbringt?

Albert Alten, per E-Mail

Freier Internetzugang ist auch für Touristen äußerst attraktiv

Zum Artikel: „Kostenloses Drahtlos-Internet kommt wohl noch dieses Jahr“ vom 11. April

Die Pläne des Senats führen in die richtige Richtung. Denn öffentliche Wlan-Netze können auch die immer noch vielerorts ungenügende Versorgung mit echtem Breitband zumindest in Teilen kompensieren. Außerdem bleibt es insbesondere in strategischer Hinsicht weitsichtig, nicht dem Hamburger Beispiel zu folgen, wo man lediglich den City-Bereich mit einer zeitgemäßen digitalen Infrastruktur ausrüsten will. Ein freier Internetzugang ist für Touristen äußerst interessant und es ermöglicht, alle am World Wide Web teilhaben zu lassen.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail