Leserbriefe

„Forderung sprengt den Rahmen“

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Leser zur Forderung der griechischen Regierung nach Reparationszahlungen von knapp 279 Milliarden Euro

Griechenland fordert von Deutschland Reparationen in Höhe von 278,7 Milliarden Euro, obwohl Griechenland und Deutschland Mitglieder der Euro-Zone der Europäischen Union sind. Das ist genauso absurd, als wenn Bayern wegen des verlorenen Deutschen Krieges von 1866 von Preußen Reparationszahlungen einklagen würde, obwohl beide mittlerweile zur Bundesrepublik Deutschland gehören.

Roland Klose, per E-Mail

Diese Forderung sprengt den Rahmen einer vernünftigen Vereinbarung mit Griechenland. Das ist mehr oder weniger schlechter Stil, der zudem noch höchst undiplomatisch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) beantwortet wurde. Wenn einem das Wasser wegen unseriöser Haushaltspolitik bis Unterkante Kinn steht und man selbst verschuldet Schulden ohne Ende hat, sollte man diplomatischer vorgehen und den Holzhammer weglassen. Reparationszahlungen in dieser Höhe dürften den Vergangenheit angehören. Das Thema wurde bereits 1990 im 2+4-Vertrag und anschließend in der Charta von Paris entschieden. Reparationszahlungen waren darin nicht vorgesehen. Falls Griechenland weiter auf Reparationszahlungen besteht, müsste das ein internationales Gericht klären. Was verhandelbar sein sollte, ist die Zwangsanleihe der SS-Besatzungen. Diese Zwangsanleihe müsste beglichen werden.

Thomas Hansen, per E-Mail

Ich bewundere die Griechen für ihren Mut, dem unsozialen, neoliberalen EU-Wirtschaftskurs entgegenzutreten. Brüssel und Berlin sollten sich fragen lassen, wie lange sie die Griechen noch aus- beziehungsweise erpressen wollen, weil sie den neuen demokratischeren Kurs einer überwiegend linken Regierung nicht anerkennen wollen? Wenn die griechische Regierung vor einer drohenden Pleite zuerst die Gehälter, Renten und Pensionen zahlen will, ehe sie die Kredite bedient, so finde ich das sozial gesehen nur richtig. Oder will sich etwa eine christlich-soziale Regierung in Berlin dagegen aussprechen? Vor allen Dingen aber sollte die Merkel-Regierung sich genau überlegen, wie sie auf die Reparations- und Kriegskreditrückforderungen der Griechen antwortet, denn diese sind nicht einfach durch die Wiedervereinigung Deutschlands und die 2+4-Verhandlungen abgegolten.

Thomas Henschke, Reinickendorf

Außer Deutschland würde wohl keine Nation auf die Idee kommen, ein Land für einen Krieg ein zweites Mal zu entschädigen. Dabei wäre das in manchen Fällen wie dem Vietnamkrieg durchaus angebracht. Wer prescht vor? SPD und Grüne. Ist das ihr Geld? Nein! Ich möchte nicht, dass ein Land, das uns und unsere Regierung über einen langen Zeitraum beleidigt und Regierung und Fahne geschmäht hat, auch nur einen Cent erhält, und dann noch als Kriegsentschädigung, die längst geleistet wurde.

Regina Kröning, Spandau

Fairer Ausgleich zum Verlust im Gehaltsgefüge als Generalsekretär

Zum Artikel: „Niersbachs Wahl in die Fifa soll Posse beenden“ vom 24. März

Der Alt-DFB-Präsident Theo Zwanziger wird offensichtlich auch vom Neid zerfressen. Sein Nachfolger Wolfgang Niersbach erhält jetzt einen fairen Ausgleich zu seinem Verlust im Gehaltsgefüge als ehemaliger Generalsekretär. Als Präsident sollte man für diesen Vollzeitjob im größten Fußballverband der Welt auch ordentlich und angemessen verdienen. Die Verantwortung ist entsprechend hoch. Zwanziger hat es versäumt, diese Frage zu seinen Gunsten zu verbessern, als er im Amt war.

Dr. Kuno Zeller, Freiburg

Streik hat vornehmlich dem Publikum weh getan

Zum Artikel: „‚Die Tänzer wollten, dass der Streik richtig wehtut’“ vom 8. April

Dieser Streik hat wehgetan, nicht nur dem Arbeitgeber, sondern vornehmlich dem Publikum. Was sind das für Tänzer, was für Künstler, die ihr Publikum draußen stehen lassen, egal woher es kommt und wie alt es ist? Für wen oder was tanzen diese Leute, für Geld oder für das Publikum? Brauchen sie kein Publikum, brauchen sie keinen Applaus? Weil die Tänzer an drei Spielstätten in Berlin tanzen, haben sie zu lange Arbeitswege? Was geht in den Köpfen dieser Tänzer vor? Sie sollten sich besinnen und tanzen! Sonst werden eines Tages die Häuser leer werden, und applaudieren muss man wohl nicht mehr.

Hansgeorg Bräutigam, Grunewald