Leserbriefe

Ein Desaster an den Schulen

| Lesedauer: 4 Minuten

Leser zu der auffallend hohen Anzahl von unbesetzten Leitungsstellen an den Berliner Schulen

Die hohe Zahl der unbesetzten Funktionsstellen in den Schulen ist ein Desaster. Die Schulen leiden unter dem Mangel an Führungskräften. Der Betrieb ist empfindlich gestört, wenn wichtige Positionen lange Zeit oder auf Dauer unbesetzt sind. Die duldsame Zurückhaltung der Lehrkräfte und Eltern und ihrer Interessenvertretungen bei diesem Problem ist schwer nachvollziehbar. Dass die Bildungsverwaltung auf die Zuständigkeiten der Schulaufsicht verweist, entlastet weder sie noch die politische Führung der Bildungsverwaltung. Die Schulaufsicht trägt nach den seit 2007 bestehenden Grundsätzen des Qualitätsmanagements die Verantwortung für die Förderung von Führungsnachwuchs und für das Verfahren zur Besetzung von Schulleiterstellen. Sie muss auf der Basis der bestehenden Rechtsvorschriften zur Führungskräfteentwicklung handeln. Bleibt sie erfolglos, muss eingegriffen werden.

Joachim Jentschmann, Wilmersdorf

Die Belastung der Schulleiter hat deutlich zugenommen

Eine bessere Bezahlung der Schulleitungen ist vordringlich. In den letzten Jahren hat die Arbeitsbelastung deutlich zugenommen. Schuldirektoren müssen in größerem Umfang Aushilfspersonal einstellen, um den Unterrichtsausfall in Grenzen zu halten. Außerdem kommen in kurzen Intervallen Reformideen von der Berliner Schulverwaltung, die schlecht durchdacht sind und für die die Personalausstattung nicht ausreicht (Stichworte: Inklusion, JüL, Einschulung mit fünf Jahren, neues Schulnotensystem). Und darüber hinaus hat der Verwaltungsaufwand seit Jahren erheblich zugenommen, ohne dass die Mehrarbeit auf mehrere Schultern verteilt worden ist.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Was nützt „Kompetenz“ wenn man die Geschichte nicht kennt?

Zum Artikel: „Hunderte Berliner diskutieren den neuen Rahmenplan im Internet vom 20. März

Ab 2016 werden an Berliner Schulen in den Klassen 5 und 6 Geschichte, Geografie und politische Bildung zusammengefasst. Dadurch soll „Kompetenz“ statt „Inhalt“ vermittelt werden. Auch sollen die Lehrpläne „verschlankt“ und Platz für „Wichtigeres“, wie Geschlechterrollen, Migration, Bildung und Erziehung geschaffen werden. Doch was nützt die beste „Kompetenz“, wenn man nichts weiß? Wenn das Basiswissen fehlt und damit die Fähigkeit, Erfahrungen früherer Generationen zur Bewältigung der Gegenwart zu nutzen? Und wer nicht weiß, was geschichtlich hinter dem Balkankonflikt, dem Ukrainedrama, den Verhältnissen in Nahost steht, der kann das weder verstehen noch zur Lösung beitragen.

E. M. v. Livonius, Geltow

„Zwangsabgabe“ für Flüchtlinge ist einer Demokratie unwürdig

Zum Artikel: „Willkommen geht anders“, 28. März

Da zeigt sich wieder einmal mehr, wie menschenverachtend die Mitarbeiter des Beitragsservice, ehemals GEZ, sind. Nicht nur, dass die Bürger mit Billigung der Regierung monatlich abgezockt werden, für etwas, das sie nicht wollen, jetzt werden auch noch Flüchtlinge so behandelt, wie es einer Demokratie unwürdig ist. Der „Beitragsservice“ muss umgehend vom Deutschen Parlament missbilligt und abgeschafft werden! Dafür muss ein TV eingeführt werden, das dem der Privatsender oder Pay TV ähnlich ist. Der Gipfel ist, dass die Zwangsgeldeinnahmen auch noch für Kochsendungen wie die der „Topfgeldjäger“ und für Quizsendungen mit hohen Gewinnprämien genutzt werden. Es kann doch nicht sein, dass sich niemand in der Politik daran stört. 8,32 Milliarden Euro Einnahmen, was für ein Coup!

Dieter Fath, Hakenfelde

Der Flughafen Tegel darf nicht geschlossen werden

Zum Artikel: „Tegel bekommt eine Milliarde Euro“ vom 20. März

Unfassbar: Eine Milliarde Euro für ein Wunschprojekt in der Zukunft, welches weder ausgegoren ist, noch unbedingt so wichtig für die Stadt wäre. Der Senat sollte sich vielmehr mit der nahen Wirklichkeit beschäftigen, die eine verfehlte Planung des BER beinhaltet, wobei schon jetzt feststeht, dass dessen Kapazität nicht ausreichen wird. Also muss der Flughafen Tegel weiter fortbestehen und die ebenfalls verfehlte und voreilig beschlossene Schließung rückgängig gemacht werden. Die völlig unsinnige Aufgabe des Flughafens Tempelhof ist noch nicht vergessen.

Wolfgang Pickert, per E-Mail