Leserbriefe

„Keine großen Erwartungen“

Leser zum Besuch des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel

Wenn die griechische Regierung nicht in der Lage ist, 70 Milliarden Euro an ausstehenden Steuern einzutreiben, dann ist dieser Staat nicht mehr funktionsfähig und darf auch kein Geld mehr von den anderen Euro-Staaten erhalten. Alles andere wäre politischer und ökonomischer Irrsinn, den kein einziger deutscher Parlamentarier unterstützen sollte. Die einzige Lösung ist der Austritt Griechenlands aus dem Euro. Kurzfristig wird es nur kleinere Währungsturbulenzen, mittelfristig aber eine nachhaltige Stabilisierung des Euro geben. Griechenland muss seine Schulden zurückzahlen, so wie Deutschland 2012 die letzte Rate aus den Versailler Verträgen bezahlt hat.

Dr. Bernd Nowacki, Moabit

Nach außen lief das Gespräch zwischen Kanzlerin Merkel und Alexis Tsirpas ruhig, sachlich, freundschaftlich. Vertrauen sollte aufgebaut werden. Wie groß das geworden ist, werden wir in nächster Zeit erleben. Brüssel ist dann am Zuge. Was in den letzten Jahren mit dem Euroland Griechenland abgelaufen ist, und mit jeder Regierung dort von Neuem beginnt, ist nicht nur für Deutschland eine Bankrott-Erklärung der Politik.

Lutz Radtke, per E-Mail

Eine solch friedliche Aktion lässt für die Zukunft hoffen

Zum Artikel: „Zusammen mit dem Tandem“ vom 23. März

Beim Lesen des Artikels sind mir vor Freude fast die Tränen gekommen. Dass angesichts der weltweiten Religionskonflikte eine solche friedliche Aktion bei uns möglich war, lässt für die Zukunft hoffen. Ich bin sehr stolz auf unsere Stadt und alle Beteiligten.

Marianne Genrich, per E-Mail

Der Fahrradkorso mit Imamen und Rabbies war ein Anfang. Nur verstehen viele in den Moscheen nicht, was die Imame eigentlich sagen. Was ich traurig finde, ist der Umstand, dass Mordanschläge auf christliche Kirchen – wie in Pakistan geschehen – schon wieder vergessen sind. Wäre eine Moschee gesprengt worden, würden heute noch Terrorakte geschehen. In Berlin geht die größte Gefahr von militanten Linken und Autonomen aus. Leider geht niemand gegen diese Gewalt auf die Straße.

Ralf Ruß, per E-Mail

Konzept der Szeneberuhigung ist zum Scheitern verurteilt

Zum Artikel: „Wer feiern will, muss freundlich sein“ vom 13. März

Dem Tourismusunternehmen Visit Berlin wurden 300.000 Euro zur Entwicklung von „Projekten für mehr Akzeptanz“ zur Verfügung gestellt, mit dem dieses „Pantomime-Projekt“ entwickelt wurde. Das klingt nach mehr Akzeptanz der Touristen und sonstigen Besucher für die Interessen der Anwohner und umgekehrt. Im Klartext bedeutet es aber wohl, dass dieses Wirtschaftsunternehmen Konzepte entwickeln soll, damit die durch den Tourismus sowie die Besucher von Gaststätten und Clubs seit Jahren genervten und lärmgestressten Anwohner weiter die teilweise unerträglichen Zustände im Wesentlichen hinnehmen sollen. Als mir klar wurde, dass für diese Posse Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer verantwortlich ist, hat mich nichts mehr gewundert. Als Mitglied der CDU, die die Partei der Wirtschaft und nicht der kleinen Leute ist, hat sie ein größeres Interesse am Wachsen des Umsatzes der Tourismus-, Gastronomie- und Hotelbranche als an der auskömmlichen Nachtruhe der Anwohner der lärmgeplagten Gegenden. Das Konzept der Szeneberuhigung durch Pantomimen ist zum Scheitern verurteilt, wie einst das „Mediatoren-Konzept“ bei der Admiralbrücke. Seit Jahren warnen Ärzte vor den gesundheitlichen Gefahren und Schäden durch übermäßige Lärmbelästigung und die Beeinträchtigung der Nachtruhe. Jeder Mensch hat einen Anspruch darauf, dass die staatlichen Institutionen seine Gesundheit und eine auskömmliche Nachtruhe schützen. Es steht außer Frage, dass die Gesundheit der Bürger höherrangig ist als das Interesse von Gaststätten-, Klub- und Hotelbetreibern an höheren Umsätzen und als das Vergnügungsinteresse der Touristen. Es gibt nur eine Möglichkeit, um die Lärmbelästigung in den betroffenen Kiezen in Grenzen zu halten: Man sollte das Geld dafür einsetzen, das Personal bei Polizei und Ordnungsämtern zu verstärken, um die Gastronomie- und Klubbetriebe stärker bezüglich der Einhaltung der Auflagen zu überwachen und bei Verstößen drastische Geldbußen zu verhängen und gegen lärmende Kneipen- und Partygänger polizeilich vorzugehen. Dagegen stehen allein wirtschaftliche Interessen.

Klaus Gallinger, per E-Mail