Leserbriefe

„Gefährlicher Selbstdarsteller“

Leser zu den privaten Eskapaden und der Politik des griechischen Finanzministers Janis Varoufakis

Griechenlands Finanzminister Janis Varoufakis präsentiert sich als Luftikus, dessen Äußerungen nur für die griechische Bevölkerung gedacht sind und denen nichts als Seifenblasen folgen. Die Dauerangriffe aus Griechenland auf unseren Finanzminister Wolfgang Schäuble nerven. Die neue griechische Regierung hat außer Luftnummern noch nichts zuwege gebracht, um zu mehr Geld zu kommen. Offensichtlich haben die arabischen Staaten, China oder Russland aufgrund der maroden griechischen Finanzlage bislang keine Unterstützung angeboten. Die Europäer sollten hart bleiben und den Grexit nicht fürchten. Das erhöht den Druck auf Griechenland.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Griechenlands Finanzminister Janis Varoufakis hat sich in Günther Jauchs TV-Talk als glühender Europäer präsentiert, der die Vereinigten Staaten von Europa und einen Marshallplan- oder eine „Merkelhilfe“ von Deutschland fordert. Deshalb mein Vorschlag: Griechenland sollte 17. Bundesland von Deutschland werden, damit dort wieder nach bewährtem deutschen Vorbild blühende Landschaften entstehen können. Mit der DDR haben wir schließlich bewiesen, dass wir das können. Und so hätten wir dann die Vereinigten Staaten von Europa wenigstens in Bezug auf Deutschland und Griechenland realisiert und somit den in Griechenland im Zweiten Weltkrieg angerichteten Schaden wiedergutgemacht. Griechenland würde nämlich als 17. Bundesland vom Solidaritätszuschlag und dem Länderfinanzausgleich profitieren, und Deutschland hätte viele neue romantische Urlaubsinseln und landwirtschaftliche Produkte, eine neue wirtschaftliche Förderzone und einen möglichen prädestinierten Sonnenenergielieferanten Griechenland. Heile Welt? Nicht ganz. Varoufakis wäre natürlich nicht mehr Finanzminister, sondern Wolfgang Schäuble, der den Griechen umgehend das deutsche Steuersystem verordnen würde. Wäre das nicht besser als ein unkontrollierter und höchst riskanter Exit Griechenlands aus der Eurozone, der Deutschland und den anderen Ländern der Eurozone wenigstens 320 Milliarden Euro Verlust bescheren könnte?

Ronald Frede, per E-Mail

Internationale Währungs- und Finanzpolitik war in meinem Ökonomiestudium mein Spezialisierungsfach. Es lässt sich feststellen, dass der griechische Finanzminister kein seriöser Politiker und Ökonom, sondern ein gefährlicher Clown, Selbstdarsteller und Nichtskönner ist. Was soll aus Griechenland werden, wenn Varoufakis Finanzminister bleibt?

Dr. Bernd Nowacki, Moabit

Wehrt Euch, ihr Griechen! Schluss mit der Unterdrückung durch die Troika EU-Kommission, EZB und Internationaler Währungsfonds! Freiheit für Griechenland! Ihr könnt das: Einfach aus der Eurozone (nicht der EU) aussteigen und zurück zur Drachme. Was wäre die Folge?

Für Griechenland: Es wäre nicht mehr gefangen im Euro. Ebenso wie Großbritannien, Schweden, Dänemark und die Schweiz. Wäre das so schlimm? Griechenland könnte die Drachme abwerten, um seine Exportchancen auf dem Weltmarkt als Billiganbieter zu verbessern. Könnte dem Volk mit Krediten aus Russland die versprochenen Wohltaten erweisen. Könnte autonom die 240 Milliarden Euro Schulden streichen. Für die Eurozone: Ihre Bevölkerung würde von 395 um elf auf 384 Millionen schrumpfen, die Zahl der Mitglieder von 19 auf 18. Die Kredite an Griechenland wären zwar erst mal nicht beizutreiben. Aber Griechenland würde sie weiter schulden. Denn für Staaten gibt es keine Privatinsolvenz. Und besser vorerst ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Denn was bei weiteren Krediten von griechischen Versprechen zu halten ist, müsste inzwischen jedem klar sein.

Dr. E. M. v. Livonius, Geltow

Strahlungsquelle für Medizin und Materialuntersuchungen

Zum Artikel: „Radioaktiver Müll alarmiert Berliner Polizei“ vom 13. März

Das aus Polen stammende Material könnte zwar leicht über die Grenze nach Deutschland geschafft werden, allerdings besteht aus physikalischer Sicht kaum Anlass zu großer Sorge. Es handelt sich nicht um spaltbares Material, wie es in Kernreaktoren oder Kernwaffen zum Einsatz kommt. Vielmehr geht es hier um Strahlungsquellen, die etwa in der Medizin und bei Materialuntersuchungen Verwendung finden. Gleichwohl ist Achtsamkeit geboten. Wichtig ist, das radioaktive Kobalt sachgerecht zu entsorgen.

Christian Lukner, per E-Mail