Leserbriefe

„Eine Riesenchance für Berlin“

Leser zu der anstehenden Entscheidung über den deutschen Olympiabewerber für 2024 oder 2028

Es war zu erwarten, dass den Olympiagegnern die Puste ausgeht, weil sie keine stichhaltigen Argumente gegen die Spiele in der Hand haben. Es handelt sich bei denen um eine Ansammlung von notorischen Verhinderern, die besonders in Berlin gegen alles und alle sind. Die Olympischen Spiele sind eine Riesenchance für Berlin, sollte diese Stadt sportlich und gesellschaftlich wirklich an die europäischen Weltmetropolen wie Paris oder London anknüpfen wollen. Bereits vor den Spielen würden zwei Milliarden Euro von Sponsoren- und IOC-Geld in die Infrastruktur fließen. Ein Geschenk für die Sportstadt Berlin. Die meisten Sportstätten sind vorhanden, die zu bauenden Wohnungen für die Olympioniken bleiben erhalten und würden dann den Berlinern zur Verfügung stehen. Von diesen Möglichkeiten, die Berlin hat, kann der Konkurrent Hamburg nur träumen. Wenn die Entscheidung des DOSB trotzdem zugunsten der Hansestadt ausfällt, wäre das ein Desaster und eine vertane einmalige Chance für Berlin. In der bisherigen Geschichte der Olympischen Spiele hat mit Ausnahme von Athen, wo Fehler bei der Planung zum Defizit und zu Sportruinen führten, noch keine andere Stadt die Austragung dieser Spiele bereut.

Gerhard Spisla, Haselhorst

Dass eine Mehrheit der Berliner Olympische Spiele in unserer Stadt will, ist eine kühne Behauptung. Lediglich 0,05 Prozent der Bevölkerung wurden telefonisch befragt. Bei 55 Prozent Befürwortung kann man nicht von großer Mehrheit sprechen. Und die Politik? Die redet sich das Ergebnis mal wieder schön. Hoffentlich vergibt der DOSB die Spielebewerbung an Hamburg, da bleibt unserer Politik eine Volksabstimmung mit unkalkulierbaren Folgekosten erspart.

Joachim v. Weise, per E-Mail

Der Einzige, der das Umfrageergebnis richtig gedeutet hat, war der 2. Vorsitzende des DOSB, der dafür gemaßregelt wurde. Weder in Hamburg noch in Berlin gibt es deutliche Mehrheiten für Olympia. Die Sorge von Landessportbundchef Klaus Böger ist unbegründet, dass bei einem negativen Entscheid der Bürger lange keine Vergaben mehr an Deutschland geschehen, da wir solche Veranstaltungen nicht brauchen. Diese kosten nur das Geld der Steuerzahler. Wir haben ganz andere Baustellen.

Christian Hahn, Friedenau

Das positive Votum für Olympia kommt nicht überraschend. Denn es dürfte noch vielen Menschen das Sommermärchen der Fußball-WM 2006 im Gedächtnis sein, das bis heute erheblich zur Popularität eines modernen und nicht mehr nur mit sich selbst beschäftigten Deutschlands in der Welt beigetragen hat. Außerdem entsteht durch sportliche Großereignisse in der Regel ebenso eine verbesserte Infrastruktur, die sich über viele Jahrzehnte hält. Deswegen muss nun die Politik ihre Hausaufgaben machen, da sowohl in Berlin als auch Hamburg ein Konzept dafür fehlt, wie man wegen Olympischer Spiele rasant steigende Mieten verhindern will, damit es am Ende der Spiele keine Verlierer in der Bevölkerung gibt.

Rasmus Ph. Helt, per E-Mail

Einsatz von 2000 Polizisten sprengt Rahmen polizeilicher Maßnahmen

Zum Artikel: „Sonderkontrollen der Polizei gegen Gurtmuffel und Handysünder“ vom 11. März

Nein, nicht angeschnallt sein ist idiotisch, Handynutzung am Lenkrad auch. Bußgelder für diese Vergehen sind in Ordnung, doch Kapitalverbrechen sind sie nun mal nicht. Eine tagelange Großaktion mit 2000 Polizeibeamten gegen diese Verstöße zu organisieren, sprengt den Rahmen polizeilicher Maßnahmen. Es gibt andere, wichtigere Vorhaben, welche sich vor allem mit der Sicherheit in unserer Stadt beschäftigen sollten. Dafür ist die unterbesetzte Polizei leider nicht in der Lage. Von der groß angekündigten Überwachung der Autofahrer ganz abgesehen.

Wolfgang Pickert, per E-Mail

Die CDU zeigt ein heuchlerisches und herabwürdigendes Pharisäertum

Zum Artikel: „Kindergeld sorgt für Krach“ v. 10. März

Die CDU und ihr Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wollen das Kindergeld um lediglich sechs Euro im Monat erhöhen. Die gleichen Christdemokraten haben vor wenigen Monaten noch die Diäten der Parlamentarier im Bundestag in bekannter Selbstbedienungsmentalität um monatlich etwa 900 Euro erhöht. Diese Art des Pharisäertums ist heuchlerisch und herabwürdigend gegenüber Millionen Familien mit Kindern im Lande, die in Armut leben müssen.

Albert Alten, per E-Mail