Leserbriefe

„Ein unerträglicher Zustand“

Leser zur Empfehlung des Zentralrates der Juden, in Berliner „Problembezirken“ keine Kippa zu tragen

Dass es für Menschen jüdischen Glaubens in Berlin Gegenden gibt, in denen sie nicht sicher sind, ist unerträglich. Wenn – besonders jugendliche – Muslime Gegenden wie Neukölln-Nord zur „No-go-Area“ für Juden (besonders mit Kippa) machen, was dann? Gewiss, das Gastrecht ist heilig. Wer jedoch das Gastrecht missbraucht, verwirkt es. Er bringt Schande über den deutschen Staat, dessen Pflicht es ist, die Schwachen zu schützen. Was also tun? Erstens: Sondereinsatzkräfte in die gefährdeten Gegenden. Verfolgung aller, auch kleinster, rassistischer Angriffe. Und zwar in einer Härte, dass potenziellen Angreifern Hören und Sehen vergeht. Zweitens: Die Erwischten sofort aus Deutschland abschieben. Auch bei deutscher Staatsbürgerschaft.

Dr. E.M. v. Livonius, Geltow

Es ist unfassbar, auf welche Ideen türkische Jugendliche kommen. Wenn die Kippa auf sie provozierend wirkt, dann tun es die religiös motivierten Kopftücher der muslimischen Frauen im christlich geprägten Deutschland schon lange.

Edelgard Richter, Wilmersdorf

Senatsbauverwaltung hat sich bei diesem Bauwerk blamiert

Zum Artikel: „Neue Tramhaltestelle am Hauptbahnhof hat bereits Löcher“ vom 1. März

Die geschwungenen Dächer der Haltestelle sehen aus, als wenn sie schon jahrzehntealt sind und dringend einer Sanierung bedürfen. Wenn es schöner Sichtbeton gewesen wäre, hätte das etwas gehabt, aber so ist es die reinste Katastrophe. Nun bleibt nur, eine Malerfirma zu schicken. Die Senatsbauverwaltung hat sich bei diesem Bauwerk wieder einmal blamiert.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Der gesamte Planet stürzt in kulturelle Finsternis

Zur Kolumne: „Willkommen im Neandertal“ vom 28. Februar

Kompliment dem Autor Hajo Schumacher.

Ich habe selten eine Kolumne gelesen, die die aktuelle, von Vorurteilen und Besitzstandswahrung geprägte Stimmung in Deutschland so auf den Punkt bringt. Die Stimmung hierzulande geht nicht konform mit der Realität eines Wohlfahrtsstaates mit historisch niedriger Arbeitslosigkeit und höchstem Wohlstand nach der Wende. Sich kritisch und differenziert mit Themen auseinanderzusetzen – das ist in unserer demokratischen Gesellschaft der Keim der Weiterentwicklung und eben nicht das „dumpfe Grunzen“, wie er es trefflich beschreibt. Grundsätzlich wünsche ich mir von uns als Gesellschaft eine an den positiven Dingen orientierte Grundstimmung als Basis für jede differenzierte und auch kritische Diskussion.

Thomas von Münster, Heinersdorf

In Lichtgeschwindigkeit verabschiedet sich nicht nur unser Kulturkreis, unser Land, unser Kontinent von Grundwerten des Zusammenlebens, die als gesetzt galten. Vielmehr stürzt der gesamte Planet in kulturelle Finsternis. Im Neandertal dürfte es insofern gesitteter zugegangen sein, weil die Mittel der Auseinandersetzung begrenzt waren. Heute Cyberkrieg, mediale Manipulation, öffentliche Hinrichtungen sowie fehlende Dialog- und Kompromissfähigkeit. Hoffen wir gemeinsam auf bessere Tage und tun wir in unserem eigenen kleinen Bereich das Bestmögliche, um das menschliche Miteinander zu verbessern. Mehr kann niemand tun – aber auch nicht weniger. Vielleicht legen wir das Grundgesetz unter alle Kopfkissen.

Jochen Liedtke, Spandau

Senat muss Sicherheit für Lehrende und Lernende gewährleisten

Zum Artikel: „Verbrennung im Chemieunterricht“ vom 25. Februar

Die sicherheitsrelevanten Voraussetzungen für Schülerexperimente sind nicht immer gegeben. Wir haben 32 oder mehr Schüler, die wir bei Schülerexperimenten im Auge behalten sollen. Teilweise sind die Fachräume auch für diese Schülerzahlen nicht ausgelegt. Müssten nicht alle Chemielehrer, die unter solchen Bedingungen arbeiten, auf Schülerexperimente verzichten? Bei einer Fortbildung an der FU zu chemischen Experimentiertechniken hat der Praktikumsleiter darauf hingewiesen, dass ab einer Schülerzahl von 30 mindestens zwei Lehrer Aufsicht führen sollten. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es sich bei Schülern immer um Anfänger handelt, die keine Erfahrung mit Chemikalien und Laborgeräten haben. Wir erwarten von der Senatsbildungsverwaltung, dass diese mit entsprechenden Regelungen die Sicherheit für Lehrende und Lernende gewährleistet.

Janina Pokorny, Studienrätin Chemie/Physik