Leserbriefe

Mit Rücksichtnahme ist viel erreicht

| Lesedauer: 4 Minuten

Leser zu den lauten Gebieten in der Stadt und zum Lärmaktionsplan, der noch nicht umgesetzt wurde

Ein Lärmaktionsplan muss nicht immer mit Kosten umgesetzt werden. Gegenseitige Rücksichtnahme kostet nichts. Man muss es nur wollen. Im Bereich Siemensstraße, Ostpreußendamm, Mozartstraße, Marienstraße und Bahnhofstraße in Lichterfelde/Lankwitz haben wir das „Vergnügen“, das Anfliegen und Abfliegen des ADAC-Hubschraubers am Klinikum Steglitz genießen zu können – eine gesundheitsschädigende Belastung. Der Hubschrauber fliegt über Teile dieses Gebietes rücksichtslos in Höhen unter hundert Meter. Man kann vom Boden aus den Piloten sehen. In diesem Bereich sind eine Reihe von Seniorenheimen angesiedelt und es ist ein Wohngebiet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese niedrigen Flughöhen über bewohntem Gebiet nicht erlaubt sind. Als ich vor einigen Jahren mit dem Piloten über mehr Rücksichtnahme sprechen wollte, habe ich freche, unsachliche Antworten erhalten. Meine Herzbeschwerden werden durch die Lärmbelästigung immer größer. Es wäre Aufgabe der Krankenkassen zu überprüfen, ob diese Flüge überhaupt notwendig sind.

Dieter Lorenz, per E-Mail

Es ist doch erstaunlich, was Fahrzeuge – und nicht nur Motorräder – für einen Krach machen können. Die auffälligen Verkehrsteilnehmer zeigen ihre Potenz durch markige Geräuschattacken. Selbst mit einem nächtlichen Tempo-30-Gebot ist diesen Dumpfköpfen nicht beizukommen. Es wurde mit Sicherheit noch nie ein Störenfried aus dem laufenden Verkehr gefischt. Wenn also in den kommenden Monaten diese Krawallmacher im Stundentakt die Nacht zerfetzen, ist es um den gesunden Schlaf der Berliner schlecht bestellt. Es sollte ein Fahrverbot für laute Fahrzeuge in der Innenstadt geben, das kontrolliert und sanktioniert wird.

Olaf Mittelhoff, per E-Mail

Wiederholte Forderung zum Offenhalten von Tegel ist deplatziert

Zum Artikel: „Landeverbot für verspätete Flugzeuge“ vom 15. Februar

Die Aufregung einiger Fluggäste über das zeitweise Landeverbot in Berlin nach 23.30 Uhr und die Umleitung der Flüge nach Leipzig, Rostock oder Hannover ist nicht nachvollziehbar. Fakt ist doch, der überwiegende Teil der Schönefeld-Anrainer hat ein Nachtflugverbot ab 22 Uhr gewünscht und auch gerichtlich durchgesetzt.

Die Schönefeld-Akteure hätten sich im Vorfeld Gedanken machen müssen, welche Folgen ihre Forderungen nach sich ziehen. Die jetzt wiederholte Forderung zum Offenhalten von Tegel ist völlig deplatziert. Das bedeutet, den lärmgeplagten TXL-Anrainern eine weitere und zusätzliche Lärm- und Schmutzbelastung zuzumuten.

Peter Ludwig, per E-Mail

Mehrzahl der Bürger ist auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen

Zum Artikel: „Nur 42 günstige Wohnungen“ vom 18. Februar

So wie es jetzt am Hauptbahnhof läuft, wäre es auch auf dem Flugplatz Tempelhof gelaufen: Tausende Wohnungen werden gebaut, aber nur ein verschwindend geringer Anteil an preisgünstigen Wohnungen. Erst jetzt verstehen einige, dass damals die Volksabstimmung bewirken sollte, so etwas zu verhindern.

Regina Kröning, Spandau

Diese Politiker und Planer nerven mich und viele Mitbürger. Bei jedem Wohnungsbauprojekt sprechen sie von bezahlbaren Mieten. Dafür gibt es viele Beispiele. Jetzt auch am Hauptbahnhof. Und hinterher zeigt sich immer, dass die Mischung danebengegangen ist. Ein Fünftel der Berliner leben von Hartz IV, Tausende sind Aufstocker, Mindestlöhner, Alleinverdiener oder Kleinrentner. Die Mehrzahl der Bürger ist auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen. Aber die Realität zeigt, dass „von den 2840 geplanten Wohnungen lediglich 42 für eine Nettokaltmiete von 7,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden sollen, alle anderen dagegen zu marktüblichen Preisen“. Das ist ein Skandal.

Werner von Knoblauch, Schöneberg

Einige Straßenfeste sind nur noch Ramschmärkte

Zum Artikel: „Bier und Ramsch: Bezirk Mitte will Kiezfeste verbieten“ vom 19. Februar

Die sogenannten Straßenfeste sind nur noch Ramschmärkte und im Verbund mit den immer gleichen Imbissständen alles andere als herausragende Vergnügungen. Positive Ausnahmen sind der Weihnachtsmarkt auf dem Richardplatz oder das Straßenfest an der Preußenallee. Dort gibt es noch Privatinitiativen und nichtkommerzielles Engagement für und aus dem Kiez.

Heide Binner, per E-Mail