Leserbriefe

Waffenlieferungen sind keine Lösung

Leser zu den internationalen Bemühungen um eine friedliche Lösung für den Konflikt in der Ostukraine

Dieser Krieg könnte schnell beendet werden, wenn jegliche Unterstützung Russlands ausbleiben würde. Leider ist es so, dass Russland massiv in diesen Krieg eingegriffen hat. Woher haben denn diese angeblichen Separatisten die neuesten russischen leichten und schweren Waffen und die dazu gehörige Munition? Hinzu kommen noch die Ausrüstungen für Uniformen, Stahlhelme und russische Soldaten und russische Offiziere. Dem angeblich „lupenreinen Demokraten“ Putin sollte endlich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag der Prozess gemacht werden. Putin wollte immer einen Platz in den Geschichtsbüchern. Als Kriegstreiber im 21.Jahrhundert wird er dies bald erreichen. Die friedliche Welt will keinen dritten Weltkrieg.

Peter Stegemann, per E-Mail

Grenzen sind nicht auf ewig festgelegt, schon gar nicht, wenn unterschiedlich orientierte Volksgruppen – hier Ukrainer und Russen – in einem Land, aber territorial fast getrennt zusammenleben. Jugoslawien und seine gewaltsame Aufspaltung ist das beste Beispiel für ein geheucheltes Europa in Frieden und mit festgeschriebenen Grenzen. Und geheuchelt wird zur Zeit aus Richtung Westen und besonders der USA, die gern den moralischen Zeigefinger hochhalten, scheinbar vergessend, was sie seit 1945 in der Welt für Unheil angerichtet haben. Beide Seiten müssen Kröten schlucken, um eines Friedens Willen, der auch mit einer vielleicht in Ost und West geteilten Ukraine Bestand haben kann und eigentlich haben muss. Einsicht in die Notwendigkeit und kein nationalistisches Gelaber ist angesagt. Die USA sollten sich besser aus innereuropäischen Angelegenheiten raushalten. Aber sie spielen gern mit dem Feuer, fernab vom eigenen Territorium. Wenn russisches und US-amerikanisches Militär in der Ukraine aufeinandertreffen, kann die Hölle losbrechen. Da nützt auch die große Entfernung zwischen Russland und den USA nichts mehr. Einen Stellvertreterkrieg in Europa sollten wir uns auch nicht aufdrängen lassen. Waffenlieferungen von beiden Seiten sind keine Option, zu keiner Zeit, nur Friedensdiplomatie.

Peter Krisch, per E-Mail

Was sich in der Ukraine abspielt, ist eine Sauerei. Da werden Vereinbarungen getroffen und, noch bevor diese in Kraft treten, wird bis aufs Messer gekämpft. Im 21. Jahrhundert steht die Welt vor gewaltigen Herausforderungen – und in der Ukraine wird alles zerstört, was mühsam aufgebaut wurde. Ein Streben nach Hegemonie ist mittelalterlich, die Welt muss sich endlich wehren, Sanktionen reichen nicht aus.

Christoph Luban, per E-Mail

Waffenstillstandsvereinbarungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen. Während unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit Putin in Kiew einen Waffenstillstand aushandeln, schickt der Putin zur gleichen Zeit mehr als 50 Panzer, mehrere militärische Versorgungsfahrzeuge und Munition über die grüne Grenze in die Ukraine. Die Welt glaubt dem russischen Präsidenten nicht mehr.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Kondition und Einsatzbereitschaft sagen nichts über politische Leistung

Zum Artikel: „Uckermärkische Untertourigkeit“ vom 14. Februar

Seit wann misst man die Leistung von Politikern und die Qualität politischer Entscheidungen in zurückgelegten Flugkilometern und der Anzahl absolvierter Veranstaltungen? Darf ich an die Außenminister Henry Kissinger oder Hans-Dietrich Genscher erinnern? Von Letzterem sagten Spötter, er fliege so viel in der Weltgeschichte herum, dass er sich schon selber in der Luft begegnet sei, Fachleute kritisierten dies auch als „Scheckbuch-Diplomatie“. Und was ist mit unserem amtierenden Außenminister Frank-Walter Steinmeier? Wurde bei dem auch nachgezählt und nachgemessen? Der hat, anders als Angela Merkel, im Berliner Dom sogar noch eine Rede gehalten. Erinnert sei an selige Zeiten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), als die Landwirtschaftsminister nach tage-, nächte- und wochenlangen Verhandlungen über Milchquoten und Ähnliches aschgrau vor die Kameras traten, um dann wieder einen faulen Kompromiss zulasten der Verbraucher zu verkünden. Die Kondition und die Einsatzbereitschaft der Bundeskanzlerin in allen Ehren – aber sagt das irgendetwas über die politische Leistung und die Ergebnisse dieser Politik aus?

W.-R. Heilmann, Schöneberg