Leserbriefe

„Neuer Schub für die Stadt“

Leser zu den Aktivitäten Berlins, um sich als Kandidat für Olympische Spiele 2024 oder 2028 zu empfehlen

Für verrottete Schulen und für Kitas fehlt das Geld, Asylantenheime kosten enorm viel. Da will man für das Olympiaduell mit Hamburg 2,5 Millionen Euro ausgeben? Das steht im krassen Gegensatz zu den Sparmaßnahmen der Stadt. Es gab schon mal eine teure und letztlich erfolglose Olympiabewerbung.

Karin Rohde, per E-Mail

Olympische Spiele. Was für eine Chance für Berlin! Wir wären dumm, wenn wir da nicht beherzt zugreifen und uns hinter der aktuellen Haushaltslage verstecken würden, die so schlecht gar nicht mehr ist. Berlin ist eine wachsende, dynamische Stadt. Zuzug, Tourismus und Wirtschaftswachstum verdanken wir nicht zuletzt der internationalen Strahlkraft Berlins. Die Olympischen Spiele würden, ähnlich wie die Fußball-WM 2006, der ganzen Stadt einen neuen Schub geben. Sportstätten und Infrastruktur für die Spiele sind weitgehend vorhanden. Die zusätzlichen Sportanlagen und die Wohnungen für das Olympische Dorf kämen der Stadt langfristig zugute und müssten nicht nach den Spielen zurückgebaut werden. Wir könnten vielleicht den zähen Flughafenbau vergessen machen. Im besten Fall könnte die Olympia-Kampagne zu einem Mentalitätswandel in der Stadt führen: Nicht mehr Protest gegen jedes neue Bauvorhaben, sondern ein positives, selbstbewusstes Eintreten für die Chancen Berlins. Einen solchen Stimmungswandel wünsche ich mir!

Winfried König, Schöneberg

Ich bin als Berliner dafür, dass Hamburg die Olympischen Spiele 2024 oder 2028 bekommt. Die Haushaltslage Berlins und die vielfach maroden Sportstätten, die Personalknappheit und die maroden Infrastruktureinrichtungen lassen Olympische Spiele nicht zu. Nicht mal den BER haben wir im Griff, und einen Nachfolger für Mehdorn gibt es immer noch nicht.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Was soll diese Euphorie, mit der der Senat die Olympiabewerbung befeuert, wenn viele Berliner dem Ganzen eher skeptisch gegenüberstehen? Berlin hat doch wirklich große Infrastrukturprobleme, die gerade die beiden großen Parteien SPD und CDU, die jetzt zusammen die Stadtregierung stellen, mit ihrer Politik der vergangenen 25 Jahren zu verantworten haben. Marode Straßen und Brücken verschandeln nicht nur das Stadtbild, sondern behindern auch einen reibungslosen Verkehr. Schulbauten, Schwimmbäder und Seniorenfreizeitstätten verkommen, die Vorzeigebauprojekte BER und Staatsoper kommen auch nicht so recht voran.

Thomas Henschke, per E-Mail

Hamburg könnte die Spiele sicherlich genau so wuppen wie Berlin, aber so etwas Großartiges wie die Olympischen Spiele gehört einfach in die Hauptstadt. Der weltweite mediale und touristische Effekt darf nicht vernachlässigt werden. Berlin hat mit U- und S-Bahn, Straßenbahn und Bus eine sehr gute Infrastruktur.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Zusätzliche Sicherheit kann sicherlich nicht schaden

Zum Artikel: „Warnwesten sollen Pflicht für Radfahrer werden“ vom 15. Januar

Ich kann den Vorschlag zur Pflicht von Warnwesten für Radfahrer nur unterstützen. Ich muss feststellen, dass auch Radwege/Radspuren dem Radfahrer wenig nutzen, wenn sie nicht oder in der falschen Richtung benutzt werden. Was nutzt eine Beleuchtungspflicht, wenn sie zu wenig eingehalten und kontrolliert wird? Das Gesehenwerden der Radfahrer ist für alle Verkehrsteilnehmer häufig überlebenswichtig. Wie viele Radfahrer fahren bei Dunkelheit und/oder Regen ohne Beleuchtung in dunkler Kleidung in einem Tempo, bei dem es dem Autofahrer schwerfällt, sie zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Schon zur eigenen Sicherheit sollte jeder Radfahrer einen Platz für die eventuell lebensrettende Warnweste finden.

Frank Siegfried, per E-Mail

Die Sicherheit muss für alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen gelten, für Auto- und Radfahrer und insbesondere für Fußgänger. Eine Warnweste bedeutet mehr Sicherheit. Allerdings helfen Präventivmaßnahmen nicht, wenn sich Radfahrer wie Rowdys benehmen. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Pkw auf 30 Kilometer pro Stunde würde die Situation nur verschärfen, da Radler dann schneller fahren als der übrige Verkehr und sich zwischen den Fahrzeugen durchschlängeln. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club sollte an die Radfahrer appellieren, sich an die Verkehrsregeln zu halten.

Bernhard Adomeit, per E-Mail