Leserbriefe

„Ein Schrecken ohne Ende“

Leser zu dem geplanten Abbau von mindestens 3000 Arbeitsplätzen im Zuge der Karstadt-Sanierung

Karstadt wird erneut auf dem Rücken der verbliebenen Beschäftigten saniert. Massive Lohnkürzungen und Entlassungen im großen Stil bleiben auch dieses Mal wieder die vermeintlichen Wundermittel im Kampf gegen ein veraltetes Kaufhauskonzept und jahrelange Managementfehler. Quelle, Neckermann und Co. lassen grüßen. Für Karstadt-Mitarbeiter bleibt es vorläufig ein Schrecken ohne Ende.

Albert Alten, per E-Mail

Wie einfach für einen Konzern: Das Geschäft läuft nicht, also werden Mitarbeiter entlassen. Karstadt sollte sich lieber Gedanken machen, warum es Probleme gibt. Das Konzept ist nicht gerade verbraucherfreundlich, schon jetzt ist kaum Personal zur Beratung vorhanden, sehr wenige Kassen sind besetzt, es stehen teilweise lange Schlangen davor. Und vor allem das Shop-in-Shop-System macht das Einkaufen teilweise sehr schwierig. Ich bin kein Freund der alten Zeit, aber wie einfach und vor allem schnell ging es früher in den Bekleidungsabteilungen zu. Man musste nicht von Marke zu Marke wechseln und sich zwischenzeitlich wieder ankleiden. Es wird anscheinend kein Wert mehr auf die Wünsche der Kunden gelegt, Sortimente und ganze Abteilungen werden geschlossen, weil augenblicklich nicht der geplante Umsatz erreicht werden kann. So etwas ändert sich meist, aber das ist dann nicht mehr vorgesehen. Der Kunde wird gegenwärtig dazu gezwungen, sich seine Wünsche im Internethandel zu erfüllen. Da hat er auch keine Beratung, kann aber zwischen verschiedenen Firmen auswählen oder mit einem Klick wechseln. Karstadt sollte sein gesamtes System überdenken und nicht nur Mitarbeiter einsparen. Ansonsten halte ich diese Art des Kaufhauses für überholt und entbehrlich.

Lothar Otterstätter, Mariendorf

Wechsel zwischen Wirtschaft und Politik können sehr sinnvoll sein

Zum Artikel: „CDU-Politikerin wechselt in die Wirtschaft“ vom 3. Februar

Auch unabhängig von formalen Compliance-Regeln und subjektiven Ansichten darüber, was sich schickt, wirft dieser Vorgang Fragen auf: Über welche herausragenden Fähigkeiten verfügt Katherina Reiche, um aus dem Stand heraus die Führung eines Unternehmensverbandes zu übernehmen? Und welche Leistungen werden von ihr erwartet, wenn man ihr Bezüge zahlt, die etwa dem Dreifachen des Einkommens der Bundeskanzlerin entsprechen? Quereinstiege und berufliche Wechsel zwischen Wirtschaft und Politik können sehr sinnvoll sein, aber es verblüfft, nach welchen Leistungskriterien und in welchen Gehaltsklassen die Wirtschaft operiert, wenn es um die Verpflichtung von politischem Personal geht.

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, Schöneberg

Kopfloses Handeln der zuständigen Senatsstellen

Zum Artikel: „Legionellen-Alarm in der Grundschule“ vom 28. Januar

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein negativer Bericht über Berlins Schulen in der Berliner Morgenpost steht. Wie etwa jüngst der, dass die Leiterin der Dreilinden-Grundschule erst auf Nachfrage vom Legionellenbefall ihrer Schule erfahren hat. Dies zeigt erneut, wie kopflos die zuständigen Senatsstellen handeln. Schuld ist wie immer die SPD, die in 13 Jahren Regierungszeit von Klaus Wowereit nicht nur die Schulen gegen die Wand gefahren hat, sondern auch die Regularien in der Verwaltung. Bereits jetzt wird ein Sanierungsstau von etwa einer Milliarde Euro vor sich her geschoben. Und der Senat rühmt sich, dass er 80 Millionen Euro pro Jahr bereitstellt. Dass viele Kinder nicht gerne in die Schule gehen, liegt auch an den maroden Schulgebäuden, die die SPD zu verantworten hat. Hoffentlich setzt der neue Regierende Bürgermeister andere Prioritäten.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Gutbürgerlicher Ortsteil mit engagierter Nachbarschaft

Zum Artikel: „Der Bezirk der Gegensätze“ vom 2. Februar

Der Steglitz-Zehlendorfer Ortsteil Lankwitz wird in ihrem Bericht als Armenviertel dargestellt. Wir wohnen seit mehr als 50 Jahren in Lankwitz und meinen, dass er ein gutbürgerlicher Ortsteil ist. Wir sind froh, dass es hier keine Wohnburgen gibt und fühlen uns sehr wohl. Als positiv hätten Sie unseren Allerweltsladen Sommermeier und die Dreifaltigkeitsgemeinde, die sich sehr stark für die jungen Menschen und Senioren einsetzt, im Bericht erwähnen können.

Wolfgang Kunzendorf, per E-Mail