Leserbriefe

„Eine Ohrfeige für den Bürger“

Leser über die Pläne des Bausenators Andreas Geisel, auf einen Tunnel für die Dresdner Bahn zu verzichten

Der neue Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) hat sich für eine ebenerdige Führung der Dresdner Bahn durch Lichtenrade und gegen die von den Lichtenradern seit mehr als 15 Jahren geforderte Tunnellösung ausgesprochen. Er begründet dies mit den für eine ebenerdige Variante günstigeren Baukosten, einer kürzeren Bauzeit und der Vermeidung einer langjährigen Unterbrechung des S-Bahn Verkehrs. Senator Andreas Geisel fällt mit seiner Aussage den Lichtenradern in den Rücken. Die Begründung zeugt leider von fehlender Ortskenntnis und geht von falschen Voraussetzungen aus. Der Bau eines Tunnels würde im Schildvortrieb erfolgen, so dass die S-Bahn während der Bauzeit weitgehend ungestört fahren könnte. Der Senator ist aufgefordert, sich an die Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU halten, in der der Tunnel vereinbart ist.

Frank Behrend, Lichtenrade

Ich empfinde den Inhalt der Veröffentlichung mit der Ablichtung des neuen Bausenators - Andreas Geisel - als eine Ohrfeige für den Bürger. Herr Geisel zieht sich den Zorn von mindestens 45.000 Bewohnern in Lichtenrade zu. Er will Geld sparen für eine angedachte Baumaßnahme – keine Tunnellösung – und verweist noch auf eine schnelle Anbindung an den Flughafen BER. Hat die Politik nicht genug Steuergelder am BER versenkt? Jetzt soll am Tunnel in Lichtenrade gespart werden. Die Verhältnismäßigkeit wird hier wohl mit Füßen getreten!

Klaus Ballhausen, per E-Mail

Ein altes und immer wieder aktuelles Thema in Berlin: Die Reaktivierung durch Teilung und Mauerbau stillgelegter Bahnstrecken. Die Dresdner Bahn wurde 1875 eröffnet und durch die Schließung von Potsdamer und Anhalter Bahnhof vom Fernverkehr abgekoppelt. Viele heutige Berliner Stadtteile entstanden entlang dieser Bahntrassen. Sollen alle wiederentstehenden Strecken im Tunnel geführt werden? Wer soll das bezahlen und vor allem, haben dann neben Lichtenrade nicht auch Mariendorf oder Marienfelde einen Anspruch auf einen Tunnel?

Marco Rosenwick, per E-Mail

Bisher hat sich die Stadtplanung immer langfristig orientiert und Pläne nicht von Stimmungen, sondern von perspektivischer Zukunftsplanung abhängig gemacht. So war es auch bei der Trassenführung der Dresdner Bahn. Bekanntlich sollte die BER Eröffnung 2012 erfolgen und es war bis dahin kein Spatenstich für die Dresdner Bahn erfolgt. Warum jetzt diese Eile? Ich fordere einen sachlichen Dialog mit ideologiefreien Entscheidungen. Wir warten mehr als 15 Jahre auf die Dresdner Bahn, da kommt es nun auf ein paar Monate auch nicht mehr an.

Hans-Joachim Härtel, per E-Mail

Die Entwicklung zum Fernbus ist nicht mehr rückgängig zu machen

Zum Artikel: „Deutsche-Bahn-Chef kündigt Offensive gegen Fernbusse an“ vom 22. Januar

Nachdem die Deutsche Bahn AG Autoreisezüge und Nachtzüge praktisch abgeschafft hat, neues Fahrzeugmaterial auf absehbare Zeit nicht zugelassen wird, scheint nur eine Null-Nummer herauszukommen. Preislich kann die Bahn nicht entgegenhalten, und seit der Abschaffung des Interregio und der Zulassung des Fernbusses, wird sich die Entwicklung zum Fernbus nicht mehr rückgängig machen lassen. Zumal der Service beim Fernbus deutlich besser ist, was das Gepäck und die Fahrradbeförderung betrifft.

Thomas Splittgerber, per E-Mail

Die geringen Strafen für jugendliche Täter sind frustrierend

Zum Artikel: „ Polizei klärt Serie von Raubtaten auf“, vom 22. Januar

Ein großartiger Erfolg für unsere Polizei, aber haben wir etwas davon? Nein! Denn wieder handelt es sich um Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren, die nur geringfügige Strafen zu erwarten haben. Das ist doch ein Witz und frustrierend für die, die sie bei der nächsten Straftat wieder einfangen und laufen lassen müssen.

Regina Kröning, per E-Mail

Unisextoiletten sind eine Heimliche Sparmaßnahme

Zum Artikel: „ Berliner Senat prüft Unisextoiletten für die Landesbehörden “ vom 23. Januar

Unisex-Toiletten sind eine verkappte Sparmaßnahme und eine Diskriminierung von Männern. Während es bei den Herren zügig voran geht, befinden sich die Damen im Dauerstau. Dieses Elend dürfen wir dann mit den Damen teilen.

Rainer Girbig, per E-Mail