Leserbriefe

„Saisonaler Leinenzwang reicht aus“

Leser zum Hundeverbot am Schlachtensee und an der Krummen Lanke, das ab Mitte Mai gelten soll

Mit großem Interesse verfolge ich die Diskussionen bezüglich des Hundeverbotes an den Uferwegen des Schlachtensees und der Krummen Lanke. Ich selbst bin auch Besitzerin eines Hundes, der regelmäßig im Wald, oberhalb der Seen, laufen darf. Es ist verständlich, dass sich Badegäste durch frei laufende Hunde in der Badesaison gestört fühlen, natürlich möchte man ungehindert sein Brötchen essen und nicht nass gespritzt werden. Dafür würde aber ein saisonaler Leinenzwang ausreichen.

Daniela Jakubzik, per E-Mail

Solange die Amerikaner hier waren, durften keine Hunde an Schlachtensee und Krumme Lanke sein. Es war richtig erholsam! Statt dessen war der Grunewaldsee als Hundeauslaufgebiet zugelassen. Auch darum war es schade, aber in der geteilten Stadt sollten auch Hunde zu ihrem Recht kommen. Unterdessen sind auch die Steglitzer und Zehlendorfer Gehwege voll von Hundekot. Man lässt das Tier – danebenstehend – vor gerade gereinigten Hauseingängen auf der Straße sein „Geschäft“ machen. Hinzu kommt, dass manche Hundebesitzer ihrer Steuerpflicht nicht nachkommen und wegen Personalmangels bei den Bezirksämtern auch nicht mehr kontrolliert wird.

Anita Stemplinski, per E-Mail

Seit mehr als drei Jahren gilt die strengere Leinenpflicht auf den bebauten Seiten der Krummen Lanke und des Schlachtensees. Bis dato konnte diese personell nicht effektiv kontrolliert werden. Nun soll ein dreifach größeres Gebiet kontrolliert werden. Bei Gesprächen mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes Steglitz-Zehlendorf wurde vor Jahren schon gesagt, dass die Personaldecke gerade mal für die Kontrolle des ruhenden Verkehrs ausreicht. Die Gesetze, Verbote und Gebote konnten bisher nicht kontrolliert und geahndet werden. Dann hängt man einfach mehr Schilder auf und es ist alles fein. Eine Leinenpflicht, kontrolliert unter Androhung von Bußgeld, hätte ausgereicht. Ich habe selbst fünf Jahre in Leipzig gelebt: Die Stadt Leipzig leistet sich einen speziellen Ordnungsdienst, der neben einer Reihe anderer Kontrolltätigkeiten Hundehalter unter die Lupe nimmt. Erst kürzlich wurde die Abteilung von 30 auf 40 Mitarbeiter aufgestockt. Die haben eine Menge zu tun, denn in Leipzig gilt strikter Leinenzwang auf allen öffentlichen Wegen und Plätzen sowie in Parkanlagen. Als Ausgleich gibt es 50 Freilaufflächen. Speziell in den Parks wurden die Kontrollen verschärft. Die Bußgelder beginnen bei 50 Euro und gehen bis 1000 Euro.

Ulrich Haarhaus, Zehlendorf

Herrentag könnte Feiertag für Humanisten werden

Zum Artikel: „CDU ist gegen ‚Welthumanistentag‘ für Berliner Schüler“ vom 22. Januar

Natürlich steht allen erklärten Humanisten im Rahmen der Glaubensfreiheit ein Tag zu, an dem sie sich in Ruhe und gemeinsam mit Gesinnungsgenossen den inneren Zielen ihrer Bewegung widmen können. Mit welchem Recht haben sie eigentlich an kirchlichen Feiertagen frei? Hier gibt es einen großen Organisationsbedarf. Ich glaube allerdings, Humanisten wären besser bedient, wenn sie sich stillschweigend auf – sagen wir mal Himmelfahrt einigten, der in den neuen Bundesländern ohnehin schon mehr unter dem Namen Herrentag bekannt ist. An diesem Tag erinnern trotz des ursprünglichen Namens bedauerlicherweise die allerwenigsten Festbräuche an christliche Wurzeln und somit wäre allen gedient.

Heide Binner, per E-Mail

Geschwindigkeitsbegrenzung ist eine Folge des Personalabbaus

Zum Artikel: „Tempo 10 auf der Yorckstraße – und keiner hält sich daran“ vom 17. Januar

Tempo 10 auf einer Hauptstraße in der Hauptstadt! Das darf ja wohl nicht wahr sein, ist aber traurige Wirklichkeit. Aber welche Fahrzeuge zeigen eine Geschwindigkeit von 10 Kilometern in der Stunde verlässlich an? Das Personal in der Senatsverwaltung ist so stark reduziert, dass wir solchen Auswüchsen hilflos ausgeliefert sind; die Demo vor der Senatsbauverwaltung hat zwar vielen Bürgern aus dem Herzen gesprochen, bewirkt hat sie offensichtlich nichts. Es herrscht weiter Personalmangel auf vielen Ebenen, wie bei der Polizei, Feuerwehr, den Bürgerämtern, den Lehrern, den sozialen Einrichtungen. Der Bürger darf alle möglichen Steuern zahlen, aber die öffentlichen Dienstleistungen werden eingeschränkt. Das sind wohl die Folgen einer schwarzen Null, über die sich unser Finanzminister so freuen kann, die aber maßgeblich zur Politikverdrossenheit beiträgt.

Frank Siegfried, Karow