Leserbriefe

„Nur gemeinsam gegen den Terror“

Leser zu den Terroranschlägen von Paris mit mehreren Toten und dem weltweiten Gedenken für die Opfer

Was ist eine angemessene Reaktion auf den „Charlie Hebdo“-Anschlag von Paris? Ein Trauermarsch? Für Zeichner und Humoristen ist die Antwort leicht: Sie schlagen mit dem Stift zurück. Und was sagt der Front National von Marine Le Pen dazu, wo doch Le Pen übersetzt der Stift bedeutet? Le Pen, der Stift, fordert die Wiedereinführung der Todesstrafe für islamistische Terroristen als Antwort auf die Gewehre der Fanatiker. Wofür wird sich Frankreich, La Grande Nation, wohl entscheiden?

Ronald Frede, per E-Mail

Die Bestrafung der Täter ist eine Sache, die Behebung der Ursachen eine andere. Ich habe den Eindruck, dass die Debatte über die Ereignisse in Paris an der Oberfläche stecken bleibt und nicht zum Kern des Problems vordringt. Öffentliche Hassausbrüche werden sich auch in Zukunft nicht verhindern lassen. Eine andere Frage ist es, ob man die Entstehung von Hass in einer Gesellschaft verhindern oder wenigstens vermindern kann. Dafür bedarf es sensibler Regierungschefs, die die Hand am Puls ihrer Völker haben und sie behutsam mit ihrem politischen Instrumentarium lenken – und natürlich auch sensibler Gesetzgeber. Die Regierungschefs müssen vor allem die Fähigkeit haben, zu integrieren statt zu polarisieren. Daran fehlt es bei den meisten. Ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit eines Volkes ist zweifellos das Recht auf freie Meinungsäußerung. Andere Rechte sind dem Menschen jedoch genauso wichtig wie der Schutz seiner Menschenwürde und der Respekt anderer vor der eigenen Religion. Um die globale Debatte über die Pariser Ereignisse abzukürzen, sollte sich die zivilisierte Welt mit zwei Grundfragen befassen: 1. Sollte der Respekt vor der Würde des Menschen dem Zeichenstift des Karikaturisten eine Grenze setzen oder nicht? 2. Sollte der Respekt vor der Religion anderer dem Zeichenstift des Karikaturisten eine Grenze setzen oder nicht? Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland setzt die Würde des Menschen in Artikel 1 immerhin an die erste Stelle und die Meinungsfreiheit in Artikel 5 erst an die fünfte Stelle. Solange die gemäß Artikel 24 der UN-Charta Hauptverantwortlichen für die internationale Sicherheit zugleich als Hauptwaffenexporteure der Welt den Planeten in einem Meer von Waffen ertränken, schaffen sie damit eine sich fortlaufend verbessernde Basis für den internationalen Terrorismus in seinem Bestreben, sich Waffen zu beschaffen. Solange das so weitergeht, wird das Bestreben aller Innenminister der Welt, schärfere Sicherheitsvorkehrungen gegen den Terrorismus zu erfinden, für die Katz sein. Solange der Profit wichtiger ist als die Moral, wird die Welt nicht sicherer werden. Über die Opfer von Paris sollten wir nicht die in Zentralafrika von Boko Haram niedergemetzelten Opfer vergessen.

Otfried Schrot, per E-Mail

1,5 Millionen Menschen marschierten in Paris geschlossen im Schweigemarsch, vorab die Regierungsvertreter von etwa 50 Ländern. In ganz Frankreich waren es etwa 3,7 Millionen Menschen, die für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und gegen den radikalen, islamischen, menschenverachtenden weltweiten Terror auf die Straße gingen. An vielen Orten der Welt morden radikale Islamisten, vertreiben andersgläubige oder ungläubige Menschen. Die 50 sich mit den Opfern solidarisierenden Länderchefs haben nach diesem fest geschlossenen Schweigemarsch die große Aufgabe, diese menschenverachtenden Terrorakte in einer konzertierten Aktion gemeinsam zu unterbinden. Sie haben doch alle bei ihrer Vereidigung geschworen, ihr Volk zu schützen. Und die moslemisch Gläubigen müssen sich in ihren eigenen Reihen deutlich von radikalen und mordenden Islamisten abgrenzen und trennen.

Wolfgang Schwaneberg, Charlottenburg

Am Sonntag gedachten Millionen Menschen weltweit der Opfer der Terroranschläge von Paris, zeigten Solidarität und bekundeten, dass man nur gemeinsam gegen Terror und Unterdrückung etwas erreichen kann. Und was machen die Mitglieder der Nachfolgepartei der SED, die Linke? Sie gedenken lieber der Kommunisten Luxemburg und Liebknecht, gedenken einer vor 25 Jahren untergegangenen totalitären Diktatur mit Mauertoten und akzeptieren es, dass DDR-Symbole und Plakate mit dem millionenfachen Mörder Stalin hoch gehalten werden. Sie verhöhnen damit die Toten der SED- und Stalin-Diktatur. Diese Partei hat damit einmal mehr gezeigt, dass sie von demokratischen Strukturen weit entfernt ist. Die SPD sollte sich hüten, mit diesen kommunistischen Betonköpfen auf Bundesebene eine Koalition einzugehen.

Bernhard Adomeit, per E-Mail