Leserbriefe

„Kein Raum für dumpfe Vorurteile“

Leser zu der ersten Demonstration von 400 Anhängern des Berliner Pegida-Ablegers Bärgida Anfang der Woche

Auch wenn man ein wenig erleichtert sein kann, dass Bärgida in Berlin nicht so viele Anhänger versammeln konnte wie Pegida in Dresden und ihre Ableger in anderen deutschen Städten, so bleibt doch weiterhin die berechtigte Sorge, dass sich dieser Virus der Intoleranz weiter über unser Land ausbreitet. Es ist einfach erschreckend, dass vor allen Dingen Menschen mit Defiziten bei Bildung und Wissen und einem Mangel an interkulturellen Kontakten sich solchen Gruppierungen anschließen. Scheinbar haben viele von ihnen noch immer nicht begriffen, dass gerade die Demokratie eine komplizierte Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist, die keinen Raum für dumpfe Vorurteile und einfache Lösungen bietet. Diffuse Ängste waren noch nie ein guter Ratgeber und sollten lieber durch Interesse an Neuem und zukunftsorientierten Entwicklungen ausgeglichen werden.

Thomas Henschke, per E-Mail

Im Prinzip wird viel zu viel Aufhebens um Pegida oder jetzt Bärgida gemacht. In Berlin ticken die Uhren sowieso anders. Berlin ist eine weltoffene Stadt, die mehr oder weniger aus Einwanderern jeglicher Nationalitäten und Religionen besteht. Da kann man an die Hugenotten denken, die hier ihre zweite Heimat fanden. Doch die einseitige Berichterstattung einiger Medien hilft hier auch nicht viel weiter. Kritik an der derzeitigen Einwanderungspolitik sollte schon geäußert werden dürfen. Und einige Erscheinungsformen des Islams widersprechen nun mal unseren christlichen Werten.

Thomas Hansen, per E-Mail

In Deutschland werden von Salafisten Kämpfer für den weltweiten Dschihad rekrutiert, wird Geld für den Krieg der IS gegen Ungläubige gesammelt, Polizisten werden von jugendlichen Muslimen während der Ausübung ihrer Tätigkeit als Hurensöhne beschimpft, es wird nach dem Dschihad gerufen und paroliert: Eure Demokratie ist Scheiße. Der Verfassungsschutz warnt vor der Rückkehr von kampferprobten radikalisierten Kämpfern aus dem IS. Andererseits rufen führende Salafisten nach der verhassten Staatsgewalt, da sie sich von Nazis bedroht fühlen. Statt sich mit diesen Problemen, auf die die Pegida-Demonstranten mit ihren Aufmärschen aufmerksam machen wollen, zu beschäftigen, werden diese lieber schnell in die rechte Ecke gestellt.

Bernhard Adomeit, per E-Mail

Bei Pegida geht es nicht um die Aufarbeitung der Vergangenheit und nicht nur um den Erhalt der abendländischen Kultur, sondern um unsere Zukunft. Es geht darum, ein unkontrolliertes Aufeinanderprallen von zwei grundverschiedenen Religionen in unserem Land zu vermeiden.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Unsere Justiz muss mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen

Zum Artikel: „Schüler-Geschenk wird teuer für Lehrerin“ vom 31. Dezember

Dieser Fall zeigt einmal mehr, in welcher Verfassung sich unserer Rechtsstaat befindet. Wenn auch formaljuristisch der Justiz kein Vorwurf zu machen ist, so ist das Strafmaß aus meiner Sicht unverhältnismäßig und überzogen. Offensichtlich richten sich die Urteile immer mehr am Bekanntheitsgrad einer Person aus als an der realen Schuld. Wenn eine Klasse freiwillig ihrer offensichtlich beliebten Lehrerin ein Abschiedsgeschenk macht, sollten Richter und Staatsanwaltschaft sich einmal Gedanken darüber machen, ob die Vorschrift, dass der Wert eines Geschenks zehn Euro nicht überschreiten darf, in diesem Falle wirklich anwendbar ist. Die Grundlage für Korruption ist hier ja wohl nicht gegeben. Der Justiz kann man nur wünschen, dass sie in solchen Fällen künftig mehr Fingerspitzengefühl an den Tag leg.

Jürgen Hoffmann, Kladow

Griechenland, Portugal und Spanien fallen aus dem Euro-Verbund heraus

Zum Artikel: „Genug gespart“ vom 5. Januar

Angela Merkel steht vor den Trümmern ihrer Euro-Politik. Diese hat sie zwar mangels Sachverstand und Fachkenntnis nicht selber konzipiert, aber in ihrer Rolle als Bundeskanzlerin des wirtschaftlich wichtigsten Landes der EU und der Euro-Zone mit Jean-Claude Juncker und anderen gegen den Rat eigener Fachleute durchgesetzt. Im worst case wird nun genau das passieren, was sie eigentlich verhindern wollte: Griechenland, Portugal und Spanien fallen wie Dominosteine aus dem Euro-Verbund heraus. Das hätte man früher einfacher und billiger haben können.

W.-R. Heilmann, per E-Mail