Leserbriefe

„Ein Armutszeugnis für die Polizei“

Leser zum Überfall auf das KaDeWe, bei dem vier bis fünf Täter Uhren und Schmuck erbeuteten

In den vergangenen Monaten gab es eine Reihe von außergewöhnlichen Blitzüberfällen in Berlin. Da rasen Räuber mit Autos in Einkaufszentren, fahren in den Apple Store am Kurfürstendamm oder überfallen Geldtransporter. Und das alles am helllichten Tag an Orten, an denen sehr viele Menschen unterwegs sind. Es ist beängstigend und ein Armutszeugnis für die Berliner Polizeiführung und den Innensenator Frank Henkel (CDU). Die gewaltige Zunahme solcher Überfälle zeigt deutlich, dass die Ganoven sich in Berlin sicher fühlen. Sie fürchten kaum, von der Polizei erwischt zu werden. Henkel muss sich die Frage stellen, ob er noch der richtige Innensenator ist? Vor Übernahme des Postens im Oktober 2011 hat er sich sehr kraftvoll zur nicht mehr vorhandenen Sicherheit in Berlin geäußert. Diesen Missstand zu verändern, hat er sich auf die Fahnen geschrieben. Es mangelt allerdings ganz gewaltig bei der Umsetzung. Viele Menschen haben seinen Worten geglaubt und die CDU gewählt.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Der Raub im KaDeWe ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Man fragt sich, wo zu dieser Zeit die Sicherheitsdienste waren. Immer häufiger werden solche Überfälle tagsüber verübt, die Täter können problemlos entkommen. Ein Trauma für die Kunden und Touristen und das auch noch zu Weihnachten.

Christoph Luban, per E-Mail

Es fragt sich, wie lange sich die Berliner noch die Unfähigkeit der Polizeiführung und das Nichteingreifen des Innensenators gefallen lassen sollen. Dass die Berliner Polizei genügend Personal hat, zeigte sich am Sonnabend nach dem Überfall, da fast an jeder Vitrine im KaDeWe zwei junge Polizisten standen. Den Einbruchsbereich hätte man auch durch Sichtblenden und weniger Personal abgrenzen können. Trotz dieses massenhaften Polizeiaufgebots wird auch in diesem Fall keine Aufklärung erfolgen. Es fragt sich deshalb, warum die Polizeiführung zur Prävention nicht wenigstens an der Tauentzienstraße und am Kurfürstendamm zur Weihnachtszeit an diesen neuralgischen Stellen in der City West nicht dauerhaft und sichtbar Polizeieinheiten – auch als Fußgänger – einsetzt. Es wird schon seit Jahren über eine Mindestpräsenz der Polizei zumindest an den Brennpunkten Berlins diskutiert, geschehen ist bisher nichts. Die ganze Welt lacht über diese spektakulären Einbrüche in Berlin. Gibt es vielleicht in der Ansbacher Straße auch deshalb keine Polizeipräsenz, weil es dort keinen Durchgangsverkehr zum Wittenbergplatz gibt?

Gottfried Hecht, per E-Mail

Nach christlicher Auffassung dient der Sonntag der religiösen Besinnung

Zum Artikel: „Umfrage: Hälfte der Deutschen für verkaufsoffene Sonntage“ vom 21. Dezember

Der Sonntag ist der einzige Tag, an dem berufstätige Eltern mit ihren schulpflichtigen Kindern einen Ausflug machen können. Wenn der Staat den Sonntag zum Arbeitstag macht, ordnet man damit die Bedürfnisse des Einzelnen, ja der Familie, die – so die wohlklingenden Phrasen der Politiker – das Fundament der Gesellschaft ist, den Ansprüchen der Wirtschaft, ja des Geschäfts unter. Es geht hier also um die Frage, was mehr zählt: Mensch oder Geld. Wenn letzteres, dann brauchen wir uns über die soziale Kälte, über die Zunahme von Mobbing und Burn-out nicht wundern. Nach christlicher Auffassung ist der Sonntag der Tag Gottes, dient also der religiösen Besinnung. Politiker, die einer C-Partei angehören, sind also verpflichtet, sich für den Sonntagsschutz einzusetzen. Vor allem aber sollten wir selbst ein klares Zeichen setzen: Niemand ist gezwungen, sonntags einzukaufen, sich in die vorweihnachtliche Hektik und Geschäftemacherei hineinziehen zu lassen.

Christian Fuchs, per E-Mail

Unzuverlässigkeit ist kein jahreszeitliches Problem

Zum Artikel: „Anstellen für die Weihnachtspost“ vom 20. Dezember

Unzuverlässigkeit der Paketzusteller von DHL ist kein jahreszeitliches Problem: Bei mehr als Dreiviertel aller Sendungen wurde in den vergangenen Monaten bei mir weder geklingelt noch eine Benachrichtigungskarte hinterlassen. Wenn ich nicht die Sendung im Internet verfolgen könnte, wüsste ich nicht, wo sich das Paket befindet. Meine Bitte, einen Karton mit 12 Flaschen erneut zuzustellen, wurde einfach ignoriert. Beschwerden beim Kundenservice wurden mit Standardfloskeln beantwortet, bewirkt haben sie nichts. Berlin ist eine Dienstleistungswüste mit der DHL mittendrin.

Dr. Eberhard von Reuter, Mitte