Leserbriefe

„Kurzsichtige Kostenersparnis“

Leser zu den Forderungen der Lufthansa, einen Tunnel zu den neuen Abfertigungsgebäuden zu bauen

Seit Jahren weiß man oder hätte man wissen müssen, dass die BER-Kapazität (27 Millionen Passagiere) viel schneller ausgeschöpft sein wird als bei Spatenstich, Grundsteinlegung oder wann immer angenommen. Deshalb sind die beiden Satelliten-Terminals von Anfang an Teil des Bebauungsplans für den BER. Und sinnvoll ist natürlich nur ein Verbindungstunnel vom Hauptterminal zunächst zum ersten Satelliten. Mit dessen konkreter Planung und dem Bau hätte längst begonnen werden müssen. Wie kurzsichtig war es deshalb von den damals Verantwortlichen, den Tunnelrohbau unter dem Vorfeld vor dem Hauptterminal aus vermeintlicher Kostenersparnis nicht zu bauen, bevor das Vorfeld fertiggestellt und geschlossen wurde. Nun muss es wieder aufgerissen werden, um den Verbindungstunnel anzulegen.

Harro Prior, Potsdam

Selbstverständlich ist dem Konzernbevollmächtigen der Deutschen Lufthansa AG, Thomas Kropp, beizupflichten, wenn er fordert, die Rahmenbedingungen für eine BER-Kapazitätserweiterung in Form eines Tunnels zu den Erweiterungssatelliten während der Bauphase vorzunehmen, um bei der BER-Eröffnung denFlugverkehr nicht zu behindern. Da aber Bundesverkehrsstaatssekretär Rainer Bomba jüngst im Aufsichtsrat Technikchef Jörg Marks die Frage stellte, ob dieser eine Garantie über die Abläufe auf dem Weg zur BER-Fertigstellung geben könne, und Marks dieses verneinen musste, müssen die Rahmenbedingungen für den laufenden Flugverkehr, insbesondere am Flughafen Tegel, die gleiche Priorität bekommen. Von daher gilt auch mein Lob dem scheidenden FBB-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn bezüglich der Maßnahmen für eine weitere Ertüchtigung des Tegeler Flughafens.

Holger Voss, Spandau

Ein Schneeflöckchen und schon fährt nichts mehr

Zum Artikel: „Nord-Süd-Tunnel fast vier Monate dicht“ vom 18. Dezember

Es ist mittlerweile schon abenteuerlich und dreist, was man S-Bahnfahrern so zumutet. Ein gefühltes Schneeflöckchen im Winter, das leichte Ansteigen von Quecksilber im Thermometer zur Sommerszeit oder der Streik für zwischendurch, und schon fährt gar nichts mehr. Nun sind es also fast vier Monate, in denen man irgendwie seinen Weg zur Arbeit finden und sich in völlig überfüllten U-Bahnen oder Ersatzbussen erneut wie eine Sardelle fühlen darf. Aber solange man turnusmäßig das S-Bahnfahren trotz mittlerweile gen Null tendierendem Service zu einem noch teueren Spaß machen kann, scheint ja alles in bester Ordnung zu sein.

Constanze Thietz, per E-Mail

Ehemalige Kontrahenten sollten zueinanderfinden

Zum Artikel: „Historische Annäherung“ vom 18. Dezember

Die Reaktionen der Exilkubaner sind sicherlich verständlich, doch im Zeitalter weit größerer Herausforderungen und Konflikte auf der Welt sollten die Kontrahenten aus Zeiten des Kalten Krieges zueinanderfinden. Das bringt Vorteile für beide Nationen. Natürlich darf Kuba nicht wieder in die Batista-Zeit zurückfallen, und es sollte auch die Selbstständigkeit so weit wie möglich bewahrt werden. Das setzt voraus, dass die USA Kuba, aber auch die anderen Staaten in Mittel- und Südamerika als gleichberechtigte Partner ansehen. Auch wenn die Hardliner in der US-Politik, vor allem die Republikaner, noch etliche Hürden aufstellen werden, so ist doch eine Annäherung im Sinne der Familienzusammenführung ohne Alternative. Ähnliche Entwicklungen wären mit der Zielstellung einer Entkrampfung der Beziehungen zum Schlüsselstaat Iran im Nahen Osten wünschenswert.

Rainer Szymanski, Grünheide

Ein wild durcheinanderlaufender Hühnerhaufen

Zum Artikel: „Sieg verschenkt in 68 Sekunden“ vom 18. Dezember

Typisch Hertha! Wer nach dem 4:2 bereits dachte, der Drops ist gelutscht, hat die Rechnung ohne die mal wieder konzept- und ideenlos wirkenden Hertha-Spieler gemacht. Statt hinten sicher und kompakt zu stehen, war dort ein wild durcheinanderlaufender Hühnerhaufen zu sehen, stabile Abwehr sieht echt anders aus. Außerdem scheint bei Hertha keiner zu wissen, dass bei Frankfurt der momentan Führende der Torjägerliste spielt! Von dem eingewechselten Manndecker Sebastian Langkamp hätte man erwarten können, dass er diesem Torjäger ein bisschen näher auf den Füßen steht!

Alexander Kluge, Lankwitz