Leserbriefe

„Lustloser Rumpelfußball“

Leser zu den derzeit desolaten Leistungen der Fußballer von Hertha BSC in DFB-Pokal und Bundesliga

So, wie sich die Spieler von Hertha BSC präsentieren, kommt es wohl zum dritten Abstieg innerhalb von fünf Jahren. Trainer Jos Luhukay hat viel für Hertha BSC geleistet, aber jetzt ist ein Ende abzusehen. Ein Ende mit Schrecken, falls die Geschäftsleitung von Hertha BSC nicht bald handelt. Nach dem Einstieg eines Großinvestors, den 18 Millionen Euro Ablösesummen für Lasogga und Ramos, wurde es wieder einmal versäumt, die Mannschaft gezielt zu verstärken. Man setzte mehr auf Quantität als auf Qualität. In der Mannschaft stimmt es in allen Bereichen nicht, entweder die Spieler passen einfach nicht zusammen oder sie sind den Anforderungen der Bundesliga nicht gewachsen. Der Trainer hatte genug Zeit, aus einem zusammengewürfelten Haufen ein Team zu bilden, was allerdings nicht gelang. Schon jetzt gibt es immer wieder Schönredereien.

Selbst die Mannschaft aus der vergangenen Saison hatte mehr Charakter, Willen, Ehrgeiz und Laufbereitschaft vorzuweisen.

C.-P. Paege, Reinickendorf

Was diese Gurkentruppe mit großartig angekündigten Verstärkungen zurzeit bietet, spottet jeder Beschreibung. Jeder verantwortungsvolle Manager hätte längst persönliche Konsequenzen gezogen und an eine professionelle Führung abgegeben.

Karl-Heinz Keilholz, per E-Mail

Naht das Ende von Jos Luhukay? Erreicht der Trainer die Mannschaft noch? So wie es im Moment aussieht, wohl leider nicht. Trotz einer radikalen Auffrischung mit neun Neuzugängen, spielt diese Mannschaft einen lustlosen, desolaten Rumpelfußball. Die Spieler sollten sich schämen und sich bei den Fans entschuldigen, für diese Art der Arbeitsverweigerung.

H. Koßmann, Rudow

Innerstädtische S-Bahn-Strecke, die ungenutzt vor sich hin rottet

Zum Artikel: „Geisterbahnhof Siemensstadt“ vom 31. Oktober

Was soll diese neue Utopie eines Schwimmbades auf dem Brückenbahnhof Siemensstadt?

Die einzige innerstädtische S-Bahn-Strecke, die immer noch ungenutzt vor sich hin rottet, muss endlich für die S-Bahn wiederbelebt werden. Natürlich nicht ab Gartenfeld, da gibt es die vielen Siemens-Beschäftigten als Fahrgäste nicht mehr, sondern ab Hakenfelde über Wasserstadt mit vielen neuen Wohnungen der Zukunft. Als S 21 wäre diese Linie über Nordring zum Berliner Hauptbahnhof allemal sinnvoller als die Kirche-ums-Dorf-Linienführung von Königs Wusterhausen über Süd-, West- und Nordring.

Jürgen Czarnetzki, Spandau

Nicht an das parteipolitische Neutralitätsgebot gehalten

Zum Artikel „Gauck hat Bedenken bei Ministerpräsidenten der Linkspartei“ vom 2. November

Zweifellos hat sich Bundespräsident Joachim Gauck mit seinen Äußerungen nicht an das parteipolitische Neutralitätsgebot gehalten. Gleichzeitig hat er vergessen, dass analog zu seiner Darstellung zur DDR Menschen in der Bundesrepublik lebte, die ertragen und dabei ganz schön schlucken mussten, um zu akzeptieren, dass die CDU einen ehemaligen SA- und NSDAP-Mann hofierte, der als Ministerpräsident das Land Baden-Württemberg von 1966 bis 1978 regierte und von 1971 bis 1979 als Landesvorsitzender der CDU tätig war. Bis Kriegsende 1945 war er nationalsozialistischer Militärrichter der Kriegsmarine, beantragte von 1943 bis 1945 vier Todesurteile, die vollstreckt wurden, und hieß Hans Filbinger. Und er war nicht der einzige alte Nazi in Amt und Würden. Mit so einem ehemaligen Ministerpräsidenten, mit einer braunen Vergangenheit, kann Bodo Ramelow keinesfalls verglichen werden. Allein die Kurzbegriffe der Parteien, wie vor 25 Jahren SED, später PDS oder jetzt Die Linke, sind nicht der Maßstab für Arbeit und Leistung. So leisten viele linke Bürger- und Oberbürgermeister, Landräte oder Landesminister seit Jahren gute Arbeit. Allein dies ist entscheidend, und das sollten wir 25 Jahren nach dem Fall der Mauer endlich akzeptieren.

Gert Waldesruh, per E-Mail

Hat Joachim Gauck als Pfarrer vor 25 Jahren noch „Schwerter zu Pflugscharen“ geschmiedet, so schmiedet er heute als Bundespräsident Pflugscharen wieder zu Schwertern. Seine aktuelle Meinungsäußerung zu einem Zeitpunkt, an dem in Thüringen der Wählerwille umgesetzt werden und ein Linker Ministerpräsident werden soll, ist vollkommen indiskutabel und hat das Amt des Bundespräsidenten schwer beschädigt.

Peter Krüger, Hohenschönhausen