Leserbriefe

„Herr Gauck, Sie tun uns gut!“

Leser über die Kritik des Bundespräsidenten an dem geplanten Linksbündnis in Thüringen

Eine erstklassige Kommentierung unseres Bundespräsidenten zu den Ereignissen in Erfurt. Seine Bedenken sind nachvollziehbar und ich teile sie. Wir sind heute den Mauerweg gefahren und haben zur Auffrischung unseres Gedächtnisses an den vielen Säulen dort gelesen, wie vielen jungen Menschen dieser – wohl aus Sicht der PDS nicht gänzliche – Unrechtsstaat das Leben gestohlen hat. Abgesehen von den bekannten weitgreifenden Zwangsmaßnahmen, mit denen das Regime die Menschen drangsalierte. Wir vermissen doch bis heute eine präzise Position dieser Nachfolgepartei zu ihrer Vorgängerin. Und wenn wir uns die Mitgliederschaft genau ansehen, dann wird das eine solche wohl nie geben. Die SPD wird bei einer derartigen Politik immer unglaubwürdiger – und wird sich für die nächsten Wahlen sehr, sehr warm anziehen müssen.

Robert Nickel, Tempelhof

Dass sich die Linken massiv gegen die Äußerungen unseres Bundespräsidenten wehren, zeigt vor allem eines: Sie können sich immer noch nicht damit abfinden, dass sie in Joachim Gauck ihren Meister gefunden haben. Ihr einstiger Gegner wird, und das gehört mit zu den Aufgaben des höchsten Repräsentanten, immer wieder mit dem Finger auf sie zeigen und ihnen ihre Vergangenheit in Erinnerung rufen. Herr Gauck, Sie tun uns gut. Machen Sie weiter so.

André Jobsky, Marienfelde

So sehr ich unseren Bundespräsidenten einschließlich seiner sprachmächtigen Beiträge zu wesentlichen tagespolitischen Themen schätze, so wenig kann ich ihm in der Frage eines linken Regierungschefs folgen. Ist es doch in einer Demokratie legitim, dass eine zugelassene Partei an die Macht strebt. Was ich allerdings kritisiere und was mir völlig unverständlich bleibt, ist die Frage, wie sich Funktionäre von Parteien, deren Mitglieder und Sympathisanten unter dem DDR-Regime gelitten haben, den Rechtsnachfolgern als Steigbügelhalter – zumindest im Geiste – andienen können.

Gerd Runge, per E-Mail

Mir scheint, die Fragestellung ist völlig falsch. 25 Jahre nach der Wende findet die Linke immer noch genügend Wähler; sie ist als demokratische Partei zugelassen, und wer kritisiert, dass sie handelt, stellt damit die Wähler, die sich für die Linke entschieden haben, ins Abseits. So wird die Trennung zwischen Ost und West immer wieder frisch ins Gedächtnis gebracht. Wer nur die Partei sieht und nicht ihre Wähler zu verstehen sucht, vertieft die Spaltung. Für mich ist die Frage, was haben CDU und SPD in den vergangenen 25 Jahren falsch gemacht und warum konnten sie einen Teil der Wähler nicht von ihrer Politik überzeugen?

Eberhard Backhaus, Fennpfuhl

Unser Bundespräsident Joachim Gauck kommt offensichtlich nicht damit klar, dass 25 Jahre nach der Wende ein PDS-Mann Ministerpräsident in Thüringen wird. Immerhin hat die PDS in Berlin und Brandenburg mitregiert, ohne dass die Welt untergegangen ist.

Thomas Splittgerber, Lichterfelde

Hertha BSC muss bald handeln, um den dritten Abstieg zu verhindern

Zum Artikel „Hertha rutscht in die Krise“ vom 3. November

Trainer Luhukay hat viel für Hertha geleistet, aber jetzt ist auch mal ein Ende abzusehen. Ein Ende mit Schrecken, wie ich feststellen muss, falls die Geschäftsleitung von Hertha nicht bald handelt. In der Mannschaft stimmt es in allen Bereichen nicht, entweder die Spieler passen einfach nicht zusammen oder sie sind den Anforderungen der Bundesliga nicht gewachsen. Die elf Punkte nach dem 10. Spieltag weisen nun den Weg, auf dem sich Hertha befindet, einen Abstiegsplatz bis zur Winterpause. Der Trainer hatte genug Zeit, aus einem zusammengewürfelten Haufen ein Team zu bilden. Frischer Wind von einem neuen Übungsleiter und eine gnadenlose Aussortierung unwilliger bzw. überforderter Profis kann nur der Weg sein, der Hertha vor dem dritten Abstieg retten kann. Der Verein sollte so bald wie möglich handeln.

C.-P. Paege, Reinickendorf

Naht das Ende des Herrn Luhukay? Erreicht er die Mannschaft noch? So wie es im Moment aussieht, leider nicht mehr! Trotz einer radikalen Auffrischung von neun Neuzugängen an Spielern spielt diese Mannschaft einen lustlosen, desolaten Rumpelfußball! Die Spieler sollten sich schämen und sich bei den Fans entschuldigen für diese Arbeitsverweigerung!

L.H. Koßmann, Rudow