Leserbriefe

„Unterschätzte erhebliche Risiken“

Leser zum Überfall eines Wolfsrudels auf Rinder in Brandenburg, bei dem mehrere Kälber getötet wurden

Wer das heimische Wild als Wolfsfutter ausrotten lässt, darf sich nicht wundern, wenn die unkontrolliert eingebürgerten Wolfsrudel Weidetiere wie Schafe und Rinder als nächste Nahrungsquelle annehmen. Ein Wolf benötigt als Existenzminimum tagtäglich mindestens 3,25 Kilogramm Futter, das heißt pro Jahr etwa 1200 Kilogramm Fleisch. Wenn tatsächlich etwa 150 Wölfe in Brandenburg unterwegs sein sollten, die sich auch noch hemmungslos vermehren dürfen, brauchen diese Kreaturen rund 180.000 Kilogramm Fleisch als Ernährungsbasis. Das entspricht mehr als 10.000 Rehen pro Jahr, die mit der Ausrottung aus der heimischen Wildbahn genommen werden. Hoffentlich bemerken nicht nur die Viehzüchter, dass der sogenannte Wolfsmanagementplan der Landesregierung Brandenburg erhebliche Denkfehler beziehungsweise Risiken beinhaltet und ordnungspolitisch unverantwortlich ist.

Joachim F. Hildebrandt, Buckow

Ich habe im Hundejournal gelesen, dass die Hirten in den Pyrenäen ihre Schafherden mit Pyrenäenberghunden vor Wölfen schützen. Das wäre doch auch etwas für unsere Landwirte.

Irmeline Harnisch, Friedenau

Ärzte als Gehilfen des Todes sind nicht im Sinne der Kirche

Zum Artikel: „Viele Arten zu sterben“ vom 12. Oktober

Es scheint, dass es kaum eine allseits befriedigende Antwort gibt auf die Frage, ob Beihilfe zum Suizid verwerflich ist. Ist es richtig, jemanden an Schläuchen und Elektrokabeln fremdbestimmt dahinsiechen zu lassen, bis er buchstäblich den letzten Atemzug ausgehaucht hat? Ist es andererseits wiederum eine Diskriminierung alter oder behinderter Menschen, wenn die Selbsttötung proklamiert, dass „so ein Leben nicht mehr lebenswert sei“? Und was sind denn nun die wahren, oftmals verdeckten Motive hinter dem immer stärker werdenden Wunsch, seinem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen, wo doch andere in derselben Situation für sich entschieden haben, diese letzten Schritte mit ärztlicher und familiärer Begleitung bis zum natürlichen Ende zu gehen? Für Gläubige hat dieses Thema eine völlig andere Gewichtung. Die Kirche hat als primäre Aufgabe, Menschen mit Gott ins Gespräch zu bringen, damit diese in seiner Gegenwart durch ihre bewusste Lebensübergabe zu wahren Gotteskindern werden. Wie sollte sie es so je gutheißen, wenn Ärzte zu Gehilfen des Todes werden?

Joachim Kretschmann, Villingen-Schwenningen

Alles deutet darauf hin, dass der Senat bewusst auf Zeit spielt

Zum Artikel: „Bürgerämter-Gipfel in der Finanzverwaltung“ vom 28. Oktober

Das Beratungsergebnis ist enttäuschend. Man fragt sich, warum haben sich die Verwaltungsspitzen der Bezirke mit Vertretern der Senatsverwaltung für Finanzen getroffen? Seit Monaten wird über den Andrang in den Bürgerämtern geklagt. Die auf die Dienstleistungen der Bürgerämter angewiesenen Mitbürger müssen vermeidbare Unannehmlichkeiten mit langen Wartezeiten hinnehmen. Die Beschäftigten in den Bürgerämtern befinden sich in einer Dauerbelastung. Die Lage ist allseits bekannt. Zum Bürgerämter-Gipfel konnten alle Gesprächsteilnehmer mit klaren Situationsbeschreibungen versehen sein. Da die Arbeitsbedingungen bekannt sind, hätten Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Verhältnisse bereits vorgestellt werden können. Dass die Gesprächsteilnehmer ohne konkrete Ergebnisse auseinandergegangen sind, ist nicht zu verstehen. Die angekündigte Überprüfung der Strukturen und Organisationsgrundlagen der Bürgerämter verstärkt das Unverständnis. Alles deutet darauf hin, dass der Senat bewusst auf Zeit spielt, um seine politische Zielsetzung, die Bürgerämter bis 2016 in Bürgerzentren mit verstärktem Dienstleistungsangebot umzuwandeln, umsetzen zu können. Die Planungen sehen weitere Übertragungen von Aufgaben der Senats- und Bezirksverwaltungen sowie der nachgeordneten Behörden auf die Bürgerämter, künftig Bürgerzentren, vor.

Joachim Jetschmann, per E-Mail

Merkwürdige Verteilung der finanziellen Mittel im Bezirk

„Rathaus Kreuzberg bekommt Unisex-Toiletten“ vom 29. Oktober

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat eine Haushaltssperre verhängt und verweigert damit gemeinnützigen Einrichtungen finanzielle Hilfen. Aber für die Herrichtung einer Unisex-Toilette im Rathaus ist Geld da.

Peter Hirsch, Wilmersdorf