Leserbriefe

„Gleichmäßig auf Bezirke verteilen“

Leser zu der Unterbringung von Flüchtlingen in Traglufthallen, Containerdörfern und Wohnungen

Traglufthallen sollten wirklich die letzte Möglichkeit sein, um Flüchtlinge unterzubringen. Was an Wohncontainern menschenunwürdig sein soll, erschließt sich mir nicht. Sind nicht die Wohnverhältnisse im Herkunftsland meist viel dürftiger? Zu überlegen ist nur die Größe und Zusammenlegung verschiedener Ethnien, denn daraus ergeben sich viele Probleme. Wichtig ist doch, dass Container vorübergehende Wohnungen sind und die Menschen die Möglichkeit haben, sich zu verbessern.

Heide Binner, per E-Mail

Die Berliner Grünen-Fraktion und die Grüne flüchtlingspolitische Sprecherin Canan Bayram sind der Meinung, ,,Berlin hat 7000 Sozialwohnungen, in denen vorrangig Flüchtlinge untergebracht werden müssten“. Vor solchen Gedanken oder Umsetzungen kann man nur warnen. Auch sehr viele Berliner benötigen dringend eine Wohnung, die sie sich noch leisten können, aber sie bekommen keine. Darum ist die Forderung der Grünen indiskutabel. Außerdem benötigen auch etwa 5000 Studenten bezahlbare Unterkünfte, aber auch diese sind nicht da, obwohl der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schon im April 2013 hier etwas versprochen hat.

Klaus Okrafka, per E-Mail

Wenn bei den Grünen davon gesprochen wird, 7000 städtische Sozialwohnungen an Flüchtlinge zu vergeben, stellt sich die Frage, wohin mit den Berlinern, die an der Grenze des Existenzminimums leben?

Bernd Schubert, per E-Mail

Der Grafik ist zu entnehmen, dass der Bezirk Steglitz-Zehlendorf mit nur 268 die geringste Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge zu versorgen hat. Nunmehr will Sozialsenator Mario Czaja (CDU) in den Bezirken Lichtenberg mit derzeit 1556 Plätzen drei Containerdörfer mit zusätzlich 1360 Plätzen und in Treptow-Köpenick mit derzeit 911 Plätzen ein Containerdorf mit zusätzlich 400 Plätzen einrichten. Damit legt der Senator heute die Grundlage für den sozialen Sprengstoff von morgen. Deshalb sollten vorrangig so lange zusätzliche Plätze in Steglitz-Zehlendorf eingerichtet werden, bis ein annähernd gleicher Auslastungsgrad mit Plätzen wie in den anderen Bezirken erreicht ist. Offensichtlich will Czaja die vorwiegend in Steglitz-Zehlendorf ansässigen Anhänger seiner Partei weitgehend von Einrichtungen für Flüchtlinge verschonen. Auch mit den zwei geplanten Containerdörfern mit 640 Plätzen in Steglitz-Zehlendorf kann nicht von einer annähernd gerechten Verteilung gegenüber Bezirken wie Spandau (1818 Plätze), Mitte (1640 Plätze) und Tempelhof-Schöneberg (978 Plätze) gesprochen werden.

Olaf Weiser, per E-Mail

Die Unterbringung von Flüchtlingen in Containern und kurzfristig in Traglufthallen ist nach Meinung von Parlamentariern und Aktivisten unzumutbar. Fragen wir doch die Flüchtlinge, die in Jordanien, der Türkei oder in Kenia in Zelten oder unter Plastikplanen auf dem Boden leben. Ob die wohl Einwände gegen eine Unterbringung wie in Berlin geplant hätten?

Ingo Janke, per E-Mail

Schule zählt heute zu den Leuchttürmen der Berliner Schullandschaft

Zum Artikel: „Neue Ära für die Eliteschule des Sports“ vom 18. Oktober

Auch ich bedaure, dass der Name Harald Poelchau demnächst in der Berliner Schullandschaft vorerst nicht mehr zu finden sein wird. Allerdings muss auch bedacht werden, dass dieser Name seit dem 70er-Jahren und leider bis heute unweigerlich mit Gewaltvorfällen an der damaligen Gesamtschule in Verbindung gebracht wird – Gewalt, die der Gefängnispfarrer Harald Poelchau immer zutiefst abgelehnt hat. Die Schule hat den Durchbruch geschafft und zählt heute zu den Leuchttürmen der Berliner Schullandschaft. Als Eliteschule des Sports würde ihr der Name „Jesse-Owens-Gymnasium“ gut zu Gesicht stehen. Das haben sich die Schüler und das überaus engagierte Kollegium redlich verdient. Und der Name Harald Poelchaus ist wieder frei zur Würdigung eines großen Deutschen.

Rüdiger Barney, eh. Schulleiter Poelchau-Schule

Korrektur

Zum Kommentar: „Warum wir wehrhaft bleiben müssen“ vom 30. Oktober

Rainer Wendt ist nicht Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sondern Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Vorsitzender der GdP ist Oliver Malchow. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.