Leserbriefe

„Schluss mit der Kleinstaaterei“

Leser zur Idee der saarländischen Ministerpräsidentin, aus 16 Bundesländern durch Fusionen acht zu machen

Endlich widmet sich mal jemand dieser Thematik. Das ist längst überfällig, weil diese Kleinstaaterei eigentlich nicht mehr der modernen Denkweise in der heutigen, globalisierten Welt entspricht. Ursprünglich als Folgemaßnahme nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten vorgegeben, sollte es doch nun langsam für neue Denkansätze hinsichtlich der Neuordnung Deutschlands Zeit sein. Kleinstaaterei mit allen Anhängseln wie zusätzlichen Verwaltungen, unterschiedlichen Landesgesetzen und politischem Hickhack nutzen kaum und bringen gegenüber weltoffeneren Ländern nur Nachteile. Gemeinsamkeit stärkt, Ländergezänk schwächt. Ich würde bezüglich des Vorschlages zur Länderfusion sogar noch weiter gehen und den Länderstatus allgemein beenden. Es gibt nur noch Deutschland als Land, und was heute Länder sind, wären dann zwar Regionen mit eigenen Verwaltungen, die aber keinen Länderstatus mehr hätten. Damit gäbe es endlich eine einheitliche Rechtsprechung auf allen Gebieten in diesem Land. Politisch gesehen wäre es doch eine wahnsinnige Herausforderung für unsere Polit-Strategen.

Bärbel Hartenstein, per E-Mail

Nur noch sechs oder acht statt 16 Bundesländer – ein toller Sparvorschlag von der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und ein Gewinn für Deutschland. Der demografische Wandel in den kommenden Jahren macht einige kleine Bundesländer wie Sachsen-Anhalt oder das Saarland ohnehin zu Geisterländern mit nur noch wenigen Einwohnern. Darüber hinaus können Millionen Euro an Steuermitteln für die Besoldung der Landtagsabgeordneten eingespart werden, die ohnehin fast nur noch Bundesrecht und Europa-Gesetze in ihren Landtagen „abnicken“.

Albert Alten, per E-Mail

Die Gedanken bezüglich einer Reduzierung der Anzahl der derzeit 16 Bundesländer sind keineswegs abwegig, auch wenn die Hürden des Grundgesetzes schwer überwindbar erscheinen. Der Verwaltungsaufwand und die damit einhergehenden Kosten sind bekanntermaßen immens. Und da in zahlreichen Grundsatzfragen jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, bedeutet es nicht selten einen erheblichen Aufwand, wollte man etwa in ein anderes Bundesland ziehen. Ich habe in drei Bundesländern gelebt, die Unterschiede waren gravierend. Standards, um wirkliche Einheit und Transparenz sowie Vereinfachung für den Bürger etwa in Sachen Bildung zu ermöglichen, habe ich oft vermisst.

Constanze Thietz, per E-Mail

Der Vorstoß der saarländischen Ministerpräsidentin ist trotz sofortiger Widerstände von interessierter Seite bewundernswert. Die Gründung der Bundesländer nach 1945 ist aus politischen Gründen erfolgt, um eine Machtkonzentration wie im Nationalsozialismus möglichst zu verhindern und um den Alliierten eine Abgrenzung ihrer Besatzungszonen zu ermöglichen. Da die Bundesrepublik heute eine bewährte Demokratie darstellt, ist das Festhalten an Bundesländern ein Anachronismus, der beseitigt werden muss. Auch im modernen Einheitsstaat kann Demokratie gut funktionieren. Aus finanzpolitischer und organisatorischer Sicht stellt das Festhalten an Bundesländern mit ihren Einzelregierungen und mit den zahlreichen Abstimmungsvorschriften eine enorme Verschwendung von Steuern dar. Da sich die Finanznot Deutschlands in den kommenden Jahren wegen der Bevölkerungsentwicklung verschärfen wird, ist es nur eine Frage der Zeit, wann dieses organisatorische Übel beseitigt wird.

Gottfried Hecht, per E-Mail

Junge Frauen sollen im Unternehmen gehalten werden

Zum Artikel: „Darf man sich seine Fortpflanzung bezahlen lassen?“ vom 27. Oktober

Den erwähnten Firmen geht es nicht darum, Frauen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung zu helfen – dann könnte man ja betriebseigene Kitas einrichten –, sondern nur darum, junge, kompetente Mitarbeiterinnen im Betrieb zu halten, sie zu drängen, ihren Kinderwunsch auf unbestimmte Zeit zu verschieben, wenn sie dann für die Firma ohnehin nicht mehr von Interesse sind, denn mit 50 arbeitet kaum noch jemand bei Facebook oder Apple. Einmal davon abgesehen, dass das Einfrieren und jahrelange Lagern der Eizellen das Erbgut schädigen könnten, stört mich der ganze Ansatz. Das Leben ist immer Gnade und Geschenk, nie Spielball. Wer erst mit Ende 40 ein Kind bekommt, dürfte auch psychologisch zu alt für die mühsame Kindererziehung sein, denn der Abstand zwischen den Generationen ist dann einfach schon zu groß.

Christian Fuchs, Gutenstetten