Leserbriefe

„Eingriff in den Biorhythmus“

Leser zu der am Sonntag erfolgten Umstellung auf die Winterzeit und den Folgen für den Menschen

Es ist alle halbe Jahre die gleiche Debatte, und wie vielerorts berichtet, sind immer mehr Menschen gegen die Zeitumstellung. Lange bereits ist erwiesen, dass keinerlei Energie gespart wird, Menschen und Tiere manchmal noch Wochen später in den Seilen hängen, die Umstellerei unnütz Kosten verursacht und gar die Zahl der Arbeitsausfälle und Verkehrsunfälle steigt. Warum trotzdem nichts gegen diesen empfindlichen Eingriff in unseren Biorhythmus unternommen wird, kann angesichts solch klarer Tatsachen nur noch mit Bequemlichkeit der politisch Verantwortlichen oder deren Angst vor einer Veränderung in die richtige und gesunde Richtung erklärt werden.

Constanze Thietz, per E-Mail

Die biologische Uhr tickt anders, sie richtet sich nicht nach technischen Kriterien beziehungsweise der Umstellung und Genauigkeit der Atomuhren. Seit Jahren ist bekannt, dass dieser wiederkehrende Unsinn nichts bringt, im Gegenteil: Bei vielen, vor allem Älteren, überwiegen die Anpassungsschwierigkeiten. Aber die preußische Genauigkeit geht vor, wenn Vorschriften mal eingeführt sind, wird es dann so gemacht, ob es richtig oder falsch ist.

Christian Lukner, per E-Mail

Der Bürger muss wachsam bleiben, weil stets versucht wird, ihn zu manipulieren. So auch bei diesem Thema. Im juristischen Sinne ist die Rückgabe von Diebesgut kein Geschenk. Auch die angeblich geschenkte Stunde wurde uns im Frühjahr weggenommen. Inzwischen weiß man, dass den Deutschen – und nicht nur denen – die zweimal jährliche Zeitumstellung zum Halse heraus hängt und sich als vollkommen unnütz erwiesen hat. Wo bleibt die EU mit den Konsequenzen, wenn man sie mal braucht?

Rainer Girbig, per E-Mail

Vorgesetzte durch Beschwerden zum Handeln zwingen

Zum Artikel: „Warten auf die Wartemarke“ vom 24. Oktober

Es ist müßig und langsam unerträglich, wenn man nun schon fast seit einem Jahrzehnt die immer schlechter werdenden Bedingungen in den Berliner Behörden beklagt. Der Senat ist gefordert, die Bezirke endlich mit genügend Personal auszustatten, das sie zur pflichtgemäßen Erfüllung ihrer gesetzlich aufgegebenen Aufgaben benötigen. Daher sollte man sich als Bürger eher mit dem Personal solidarisieren und nicht seiner Wut in den Amtsstuben freien Lauf lassen. Vielmehr sollte man die verantwortlichen Politiker beziehungsweise entsprechenden Weisungsempfänger wie Amtsleiter oder Stadträte durch massive Beschwerden zum Handeln zwingen.

Thomas Henschke, Waidmannslust

Verantwortung für die Baukatastrophe zugeschoben

Zum Artikel: „Ex-BER-Chef bekommt weitere 1,2 Millionen“ vom 24. Oktober

Nach 2001 begann der rot-rote Senat sein desaströses Flughafenfinanzabenteuer. Um Geld zu sparen, beauftragte er nicht wie geplant einem privaten Generalunternehmer mit dem Neubau des BER, so wie es etwa die Bayern für den neuen Münchner Flughafen gemacht hatten. Der Senat übertrug dies der landeseigenen Berliner Flughafengesellschaft (FBB). Das ist im Vergleich dasselbe, als wenn man einer Autovermietung den Neubau von Autos anvertrauen würde. So mutierte quasi über Nacht der sehr anerkannte Leiter der Berliner Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz, zum Chef des riesigen Neubauprojektes BER. Hatte jemand seine Kompetenz dafür geprüft? Niemand. Alle, insbesondere der Aufsichtsrat des BER, waren aber dabei, ihm die Verantwortung für die Baukatastrophe zu zuschieben, für die sie ja selbst gehörig Mitverantwortung tragen. Es ist gut, dass Rainer Schwarz durch das Urteil des Landgerichts Berlin Gerechtigkeit widerfährt.

Axel Rabbach, per E-Mail

Das Gerichtsurteil zu Gunsten von Rainer Schwarz wundert mich nicht allzu sehr, da der nicht der für den BER zuständige FBB-Geschäftsführer war, sondern der ehemalige FBB-Geschäftsführer Manfred Körtgen beziehungsweise dessen Vorgänger. Schwarz selbst war neben den finanziellen Dingen für das operative Geschäft des Flughafens zuständig und hat sich Verdienste bei der Entwicklung des Flughafens Tegel erworben, etwa durch die Anschaffung geeigneter Räumfahrzeuge, mit denen der Winter 2012/2013 gemeistert wurde, obwohl Tegel zu diesem Zeitpunkt ja bereits den im Zusammenhang mit der damals geplanten BER-Eröffnung erweiterten Flugplan stemmen musste.

Holger Voss, Spandau