Leserbriefe

„Chance für graue Fußball-Mäuse“

Leser zum bislang enttäuschenden Auftritt der DFB-Elf in der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft

Da hilft auch Schönrederei nichts. Der Weltmeister wurde mit dem Heimspiel-Unentschieden gegen Irland nach der vorherigen Niederlage gegen Polen erneut auf den Boden der Realität geholt. Hat man gerade noch die Weltmeisterschaft in Brasilien gewonnen, zeigt sich jetzt, welche Fehler Löw taktisch (ohne Stürmer) und personell macht. Nüchtern betrachtet war schon die Weltmeisterschaft mehr durch Glück als durch Leistung und überzeugende Siege geprägt. Joachim Löw überzeugt mehr durch fragwürdige Nominierungen unfertiger Spieler oder Festhalten an leistungsunwilligen Lieblingsspielern (Özil/Podolski) als durch nachvollziehbare Personalplanungen. Dies gepaart mit taktischen Unzulänglichkeiten ergibt dann dieses kümmerliche Bild eines Weltmeisters. Fehlende Frische und mentale Überlastung lasse ich als Erklärung nicht gelten.

Klaus Wollschläger, Gatow

So schnell geht das im Sportlerleben: eben noch WM-Held, nun schon Depp. Was ist passiert? Deutschland hat ein Spiel verloren und ein weiteres nicht gewonnen. Die Männer sind mental und körperlich müde oder deswegen gar verletzt. Das geht nicht nur unserer Mannschaft so, nein, auch den Holländern, Italienern, Spaniern und Belgiern sind die Strapazen eines Turniers auf einem anderen Kontinent anzumerken. Nun könnte man über den Sinn einer nahtlosen Qualifikation für die nächste Meisterschaft nach solch einem Turnier streiten. Aber in der Gelddruckmaschine Fußball ist das Befinden der Spieler inzwischen egal. Da müssten die Vereine mal viel deutlicher auf dem Schutz ihrer Wirtschaftsgüter bestehen, die ohnehin schon in der Tretmühle nationaler und internationaler Wettbewerbe ackern. Die Verletzungen sind überproportional angestiegen. Andererseits bekommen graue Fußball-Mäuse wie Polen und Irland mal die Chance, sich für ein großes Turnier zu qualifizieren.

Andreas Maaß, per E-Mail

Derzeit kann man gut sehen, wie sich das auf unsere Nationalmannschaft auswirkt, wenn die besten Spieler verletzt oder zurückgetreten sind. Die zweite Garnitur ist längst nicht so gut, wie es immer dargestellt wird.

Lothar Wirth, per E-Mail

Privater Sicherheitsdienst kann Justizwachtmeister nicht ersetzen

Zum Artikel: „Mordprozess gegen elf Rocker auf 4. November verschoben“ vom 16. Oktober

Die Justizwachtmeister in der Deutschen Justizgewerkschaft wehren sich gegen die Beauftragung eines privaten Sicherheitsdienstleisters im Amtsgericht Tiergarten. Ihre Sicherheitsaufgaben sind für die Durchführung von Verhandlungen der Strafgerichte viel zu bedeutsam, um von Mitarbeitern eines Sicherheitsunternehmes wahrgenommen zu werden. Das hat das Abgeordnetenhaus anerkannt und auf Betreiben der Koalitionsparteien die Bewertung der sicherheitsrelevanten Aufgabengebiete im Vorführdienst und bei den Einlasskontrollen in den Gerichten neu vorgenommen hat. So sollte das Gehalt bei 145 Beamten von den 485 beamteten Sicherheitskräften im Justizwachtmeisterdienst zum Jahresbeginn von der Besoldungsgruppe A4 auf A 5 angehoben werden. Die Beförderungen sind noch nicht vollzogen worden, da die Bewertung der Stellen durch das Abgeordnetenhaus nach Ansicht der Justizverwaltung nachträglich einem besonders bürokratischem Verfahren zusätzlich unterzogen werden musste. Eine Abkopplung der Sicherheitsaufgaben bei den Einlasskontrollen im Kriminalgericht Moabit gefährden die Beförderungen bei der Staatsanwaltschaft, dem Landgericht und dem Amtsgericht Tiergarten und widersprechen im Grunde den parlamentarischen Beschlüssen.

Joachim Jetschmann, Wilmersdorf

Besondere Verdienste um die Stadt Berlin sind nicht erkennbar

Zum Artikel: „Joachim Gauck wird Berliner Ehren bürger“ vom 14. Oktober

Vielleicht sollten die Kriterien für die Ehrenbürgerschaft einmal veröffentlicht werden. Mir ist nicht klar, was Joachim Gauck, außer seinen Pflichten, die sein Amt als Bundespräsident mit sich bringt, herausragendes für Berlin getan hat.

Regina Kröning, Spandau

Korrektur

Zu: „’Jedermann‘ im Berliner Dom“ v. 16. Oktober

In der Ankündigung ist uns ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Die Darstellerin der „Buhlschaft“ ist Barbara Wussow und nicht wie geschrieben Jenny Elvers. Wir bitten für dieses Versehen um Entschuldigung.