Leserbriefe

„Personaldecke wurde kaputtgespart“

Leser zur schleppenden Erteilung von Bauaufträgen wegen fehlendem Personal in der Senatsverwaltung

Da liegt ein Auftragsvolumen von etwa 100 Millionen Euro brach, weil die Senatsverwaltung personell nicht in der Lage ist, den Genehmigungen Herr zu werden. Zu wenig Personal in der Bauverwaltung, bei der Polizei, bei der Feuerwehr, bei den Bürgerämtern oder bei der Lehrerschaft. Die Personaldecke ist so kaputtgespart worden, dass der Bürger für seine Steuern keinen äquivalenten Service mehr bekommt. Die bekannten Kandidaten für den Posten des Regierenden Bürgermeisters werben nun mit neuen Akzenten, einem Stopp des ursprünglich geplanten und von ihnen mitgetragenen Personalabbaus und versprechen sogar eine Personalaufstockung. Für uns Wähler war diese Einsicht längst überfällig.

Frank Siegfried, per E-Mail

Die Baufirmen haben recht, auf diesen unmöglichen Missstand hinzuweisen. Aber der wirklich Schuldige für die Misere ist nicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, sondern Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD). Genau wie bei der Personalausstattung der Bezirke ist Nußbaum auch hier der Bremser bei der Personalausstattung. Das geht allerdings alles nur mit Zustimmung des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit (SPD).

Klaus Okrafka, per E-Mail

Zu wenig Ehrenamtliche und Lebensretter unter den Geehrten

Zum Artikel: „Verdienstorden als Dankeschön im Namen Berlins“ vom 2. Oktober

Am 1. Oktober zeichnete der Regierende Bürgermeister von Berlin zehn Personen mit dem Verdienstorden des Landes Berlin aus. Unter ihnen so großartige, vorbildliche Menschen wie die Sportlerin Natascha Keller und der Sänger Udo Jürgens. Fast parallel zu diesem Festakt im Roten Rathaus wurde der Flugverkehr von und nach Tegel gesperrt und 85 Polizisten sperrten in Spandau die Gegend um den Maselanpark, im Umkreis von 250 Metern ab und alle 450 Anwohner mussten ihre Wohnungen vorsorglich verlassen. Der Grund war eine 70 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die durch den Sprengstoffexperten der Berliner Polizei, Eugin Laumert, entschärft werden musste. Solche Menschen wie er, die unter Einsatz ihrer Gesundheit und ihres Lebens, für andere da sind, waren genau wie in den vergangenen Jahren erneut nicht unter den Geehrten. Warum schenken die für die Preisvergabe verantwortlichen diesen Menschen so wenig Beachtung? Es fehlen unter den Geehrten auch immer Menschen, die jahrzehntelang verantwortungsvoll bei Polizei, Feuerwehr, der BVG, in Krankenhäuser oder beim THW ihren Dienst tun.

Wolfgang Priese, per E-Mail

EZB-Präsident Mario Draghi ruiniert Europa wirtschaftlich

Zum Artikel: „Kritik am EZB-Kurs wächst in Deutschland“ vom 5. Oktober

Die heutigen Bänker haben ihren Nimbus längst verloren. Sie werden von Profitgier beherrscht und sind unfähig, ihre eigentlichen Aufgaben verantwortungsvoll wahrzunehmen. Sie werden immer mehr zu Bankrotteuren, die unsinnigerweise mit unseren Steuern am Leben erhalten werden. Und Mario Draghi, der überforderte Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), sitzt ausgerechnet in der noch wichtigsten Bank, wo er seine Kompetenzen missbraucht. Er ist gegenwärtig dabei, nicht nur den Euro, sondern auch Europa wirtschaftlich zu ruinieren. Eine Schande für unsere Politiker, die Draghi an die Spitze der EZB gesetzt haben.

Herbert Gaiser, per E-Mail

Preissenkung für Taxifahrten würde des Geschäft beleben

Zum Artikel: „Mindestlohn verteuert Taxifahren erheblich“ vom 9. Oktober

Wie kann man einen Mindestlohn von 8,50Euro fordern und gleichzeitig die Tarife erhöhen? Viele Fahrer machen in zehn Stunden Arbeitszeit 100 Euro Umsatz. Ich warte mit meinem Taxi oft eine halbe Stunde am Taxistand Kranzler am Kurfürstendamm. Dann kommt ein Fahrgast, der zum Bahnhof Halensee will. Die Fahrzeit dorthin beträgt zehn Minuten. Plus der Wartezeit zuvor sind das 40 Minuten. Dafür bekomme ich dann insgesamt acht Euro. Der nächste Halteplatz dort ist die Johann-Georg-Straße, wo mitunter bis zu 15 Taxen stehen, die Wartezeit also entsprechend lang ist. Mein Vorschlag: die Tarife senken. Für die angegebene Strecke sollte man maximal sechs Euro berechnen. Dann würden auch mehr Fahrgäste ein Taxi nutzen, denn dieses Gewerbe lebt vom Umsatz. Ich kann mir ein Urteil erlauben, denn ich bin 30 Jahre lang Taxiunternehmer gewesen.

Hans Wittke, Wilmersdorf